Informationsbroschüre für geflüchtete Frauen vom Bundesarbeitsministerium ausgezeichnet

Presseinformation, 20.11.2017

Informationsbroschüre für geflüchtete Frauen vom Bundesarbeitsministerium ausgezeichnet

Geflüchtete Frauen besser informieren

Knapp 40% der Geflüchteten in Deutschland sind weiblich, doch sie erhalten noch viel zu wenige Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten als Frau in Deutschland. Der Flüchtlingsrat hat im Rahmen des Förderprogramms IQ die Broschüre „Kenne deine Rechte!“ speziell für geflüchtete Frauen in Niedersachsen herausgebracht. Die Broschüre wurde nun für seine bundesweite Relevanz ausgezeichnet.

[Hannover] Der Flüchtlingsrat hat festgestellt, dass es keine kompakten Informationen für geflüchtete Frauen gibt, die ihre besonderen Bedarfe berücksichtigen. „Dabei sind geflüchtete Frauen  einer doppelten Diskriminierung ausgesetzt; als Frau und als Flüchtling. Es ist besonders wichtig, Informationen bereit zu stellen, die auf diese spezielle Situation der Frauen eingehen“, so Vivien Hellwig, Leiterin des IQ Projekts „Fokus Flucht“ beim Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.

Die Broschüre „Kenne deine Rechte!“ enthält erste genderspezifische Informationen über das Thema Asylverfahren, Familie, Bildung, Arbeit, Gewalterfahrungen und Austauschmöglichkeiten mit anderen Frauen. Thematisch wird auf Beratungsstellen und Hilfe-Telefone in ganz Niedersachsen verwiesen. Die Broschüre wurde in die Sprachen Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi und Russisch übersetzt.

„Geflüchtete Frauen in ganz Deutschland stehen vor vergleichbaren Herausforderungen: unsichere Lebensbedingungen in Gemeinschaftsunterkünften, eingeschränkte Gesundheitsversorgung oder die Unklarheit über den Aufenthaltsstatus. Deswegen war es uns wichtig, die Broschüre so zu gestalten, dass sie bei Bedarf auch bundesweit eingesetzt werden kann“, erklärt Hellwig. „Frauen sollen so dabei unterstützt werden ihren eigenen Weg zu finden und ihr Leben selbstständig zu gestalten.“

Für den Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. und das IQ Netzwerk Niedersachsen ist es wichtig, dass nicht nur geflüchtete Frauen in Niedersachsen gut informiert werden. „Es freut uns sehr, dass die Broschüre bald bundesweit erscheinen wird und eine weitere Beratungslücke geschlossen werden kann“ so Hellwig.

https://www.nds-fluerat.org/wp-content/uploads/2017/05/1706_Kenne_deine-Rechte_nds.pdf

Hintergrund:
Die Broschüre „Kenne deine Rechte!“ hat sich in der niedersächsischen Praxis als besonders erfolgreich und transferfähig erwiesen und wurde deshalb als IQ Good Practice ausgezeichnet. Diese Auszeichnung vergibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ/ebb) regelmäßig für Produkte aus der Projektarbeit des Förderprogramms IQ.

Das IQ Netzwerk Niedersachsen arbeitet in 43 Projekten an 16 Standorten. Ziel ist es, die Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland zu verbessern.

Weitere Informationen:
Weiterführende Links:
www.nds-fluerat.org/24621/zeitschrift/neue-broschuere-informationen-fuer-weibliche-gefluechtete/
www.migrationsportal.de/projekte-partner/interkulturelle-vielfalt/fokus-flucht
www.netzwerk-iq.de/publikationen/iq-good-practice.html

Flüchtlingsrat Niedersachsen:
Vivien Hellwig, Tel. 0511/ 85 03 34 90, Mobil: 0176 – 69736371,  vh@nds-fluerat.org, nds@nds-fluerat.org

Es droht ein asylrechtlicher Totalschaden

Presseerklärung 17.11.2017

PRO ASYL zu den bisher bekannt gewordenen Jamaika-Konsens-Punkten zum Thema Asyl und Flüchtlinge

Die am Donnerstagabend bekannt gewordenen Zwischenstände der Sondierungen lassen Schlimmes befürchten. Die Entrechtung von Schutzsuchenden in Europa soll wie von den Architekten aus Brüssel und Berlin geplant weitergehen. Asyllager außerhalb der EU, noch mehr Abschottung durch Ausbau von Frontex, Abschiebungen aus Haftlagern an der EU- Grenze, Zwangsverteilung der in der EU befindlichen Flüchtlinge – das wäre die Fortsetzung des Kahlschlags des Menschenrechts auf Asyl in Europa. Es irritiert, dass diese Passagen des Sondierungsdokuments (1261-1269 und Zeile 1278-1280) nicht strittig sein sollen, denn sie sind als Konsens protokolliert. »Es ist ein Programm zum Abbau der Menschenrechte von Flüchtlingen unter Umgehung rechtsstaatlicher Garantien –  das glatte Gegenteil dessen wofür bisher die Grünen und die FDP in ihren Wahlprogrammen stehen«, reagierte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. » Den ganzen Beitrag lesen…

Sondierungsgespräche: Familienfeindliche Flüchtlingspolitik beenden!

Presseerklärung
15. November 2017

PRO ASYL fordert: Familien gehören zusammen!
Der Familiennachzug zu subsidiär Geschützten ist zentrales Thema bei den Sondierungsgesprächen zwischen CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. PRO ASYL fordert von den Sondierenden, die familienfeindliche Verweigerung des Familiennachzugs für subsidiär Geschützte unverzüglich zu beenden: »Wir erwarten von jetziger und künftiger Regierung nicht mehr und nicht weniger als die Einhaltung der verbrieften Grund- und Menschenrechte. Deshalb muss die gesetzliche Trennung der Familien zum 16. März 2018 auslaufen. Familien gehören zusammen«, fordert Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. » Den ganzen Beitrag lesen…

Sondierungsgespräche: zur CSU-Forderung nach Entscheidungs- und Rückführungszentren

Presseerklärung
09. November 2017

PRO ASYL warnt vor Abbau von Flüchtlingsrechten

PRO ASYL appelliert eindringlich an FDP und Grüne sich nicht auf die Forderung der CSU nach Entscheidungs- und Rückführungszentren einzulassen. PRO ASYL befürchtet, dass damit ein faires Asylverfahren in der Praxis verhindert wird, indem die Fluchtgründe geprüft werden und behördliche Fehlentscheidungen durch den Rechtsweg korrigiert werden können. »Die CSU will wohl den Abbau der Rechte von Asylsuchenden. Auf so eine Entrechtungsstrategie dürfen sich FDP und Grüne nicht einlassen.« forderte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. »Deutschland ist ein Rechtsstaat. Die Aufnahmebedingungen müssen ein faires Asylverfahren ermöglichen, indem Gerichte die Entscheidungen von Behörden korrigieren können.«

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Appell an die sondierenden Parteien

Presseerklärung
10. November 2017

Breites Bündnis fordert Erhalt des individuellen Asylrechts in Europa

Amnesty International, die Arbeiterwohlfahrt, Diakonie Deutschland, der Paritätische Gesamtverband, der Jesuiten-Flüchtlingsdienst, die Neue Richtervereinigung und PRO ASYL richten angesichts der Sondierungsverhandlungen einen dringenden Appell an die beteiligten Parteien. Die deutsche Bundesregierung bestimmt maßgeblich mit, ob es künftig in Europa überhaupt noch den Zugang zum individuellen Asylrecht gibt.

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Athen und Berlin: Flüchtlinge protestieren gegen Verschleppung der Familienzusammenführung

Presseerklärung
8. November 2017

PRO ASYL: Das rechtswidrige und unbarmherzige Handeln des BMI muss aufhören.

Tausende Schutzsuchende sitzen in Griechenland fest, obwohl sie einen Rechtsanspruch auf Familienzusammenführung haben. In Athen sind nun am vergangenen Mittwoch 14 Flüchtlinge in Hungerstreik getreten. Sie fordern eine zügige Wiedervereinigung mit ihren Familien in Deutschland. Ihre Angehörigen hier schließen sich dem Protest an – mit einer Demo heute am 8. November in Berlin. Parallel soll in Athen eine Demonstration bis vor die deutsche Botschaft ziehen.

PRO ASYL fordert umgehend, Familienangehörigen die Einreise aus Griechenland zu erlauben – das ist geltendes EU- Recht. »Das rechtswidrige und unbarmherzige Handeln des Bundesinnenministeriums muss aufhören!« so Karl Kopp, Europareferent von PRO ASYL. Die sondierenden Parteien müssen sich mit den skandalösen Menschenrechtsbrüchen an Europas Grenzen befassen und für eine Beendigung eintreten.

Obwohl sie Familienmitglieder in Deutschland haben und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) der Familienzusammenführung zugestimmt hat, sitzen über 4.500 Schutzsuchende in Griechenland fest – darunter knapp 3.000 Kinder und Jugendliche.

Die betroffenen Familien protestieren seit Monaten gegen die Verschleppung der Überstellungen nach Deutschland. Familienzusammenführungen im Rahmen der Dublin III-Verordnung sind kein Gnadenakt, sondern die Betroffenen haben einen Rechtsanspruch. Ihnen steht nach der Asylzuständigkeitsregelung die Überstellung zu ihren Angehörigen innerhalb von sechs Monaten zu.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Fraktion der LINKEN geht hervor, dass das BAMF vom 1. Januar bis 20. September 2017 insgesamt in 4.948 Fällen Zustimmungen zur Überstellung nach Deutschland erteilt hat. Aber lediglich 322 Schutzsuchende wurden im gleichen Zeitraum tatsächlich überstellt.

Im Mai 2017 war bekannt geworden, dass aufgrund einer Verabredung zwischen dem Bundesinnenministerium und dem griechischen Migrationsministerium die Überstellungszahlen nach Deutschland drastisch gedrosselt wurden. Die Folge: Über 4.500 Schutzsuchenden – der Großteil stammt aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – wird das Recht auf Familienleben aufgrund eines illegalen Deals verweigert.

Die Hungerstreikenden auf dem Athener Syntagma-Platz fordern, den sofortigen Transfer aller Familienmitglieder, bei denen die Frist von sechs Monaten bereits überschritten ist. Zudem sollen die Reisekosten im Einklang mit den europäischen Vorschriften übernommen werden. Die Flüchtlinge kritisieren auch die fehlende Transparenz des »Auswahlverfahrens«: Bislang findet die sogenannte Priorisierung von Härtefällen für die Transfers nach Deutschland in einer völligen Grauzone statt.

Was es für Schutzsuchende bedeutet, zum Teil lange Zeit in einer Warteposition und von ihren Angehörigen getrennt zu leben, haben einige der Protestierenden einer Mitarbeiterin unserer griechischen Partnerorganisation RSA geschildert, mehr dazu finden Sie hier.

Das RSA-Team in Athen, Lesvos und Chios setzt das PRO ASYL-Flüchtlingsprojekt in Griechenland um, dokumentiert Menschenrechtsverletzungen, leistet Rechtshilfe und soziale Unterstützung für Asylsuchende und Flüchtlinge.

 

Wir geben keine Ruhe – Gemeinsam gegen Rassismus

Presseerklärung
5. November 2017

Wir geben keine Ruhe – Gemeinsam gegen Rassismus
Haben rechte Hetze und Gewalt satt: PRO ASYL und Die Toten Hosen gegen Rassismus und Flüchtlingsfeindlichkeit

Zum Auftakt der Konzerttour der Toten Hosen am 5. November in Chemnitz rufen Die Toten Hosen und PRO ASYL dazu auf, die Aktion »Wir geben keine Ruhe – Gemeinsam gegen Rassismus« zu unterstützen.

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Gerichtshof der Europäischen Union stärkt erneut individuelle Rechte im Dublin-Verfahren

Presseinformation von PRO ASYL, 25.10.2017

PRO ASYL appelliert: Europäische Fristen müssen bestehen bleiben – Klarheit für alle Beteiligten

PRO ASYL begrüßt die erneute Bestätigung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), dass die Fristen im sogenannten Dublin-Verfahren Rechte für die Betroffenen auslösen. Ein Asylsuchender kann sich darauf verlassen, dass innerhalb der vorgegebenen Fristen geklärt wird, welcher Mitgliedstaat für ihn zuständig ist. Der EuGH betont explizit, dass Ziel der Dublin-Regelungen eine zügige Bearbeitung der Anträge sei. » Den ganzen Beitrag lesen…

Nächster Abschiebeflug nach Kabul geplant: PRO ASYL fordert Moratorium

Presseerklärung, 19. Oktober 2017

Trotz aller Berichte über die sich weiter verschärfende Sicherheitslage in Afghanistan ist nach Agenturmeldungen eine erneute Sammelabschiebung am kommenden Dienstag, 24.10.2017 aus Leipzig geplant. PRO ASYL fordert ein Moratorium von Abschiebungen nach Afghanistan. »Es gibt gegenwärtig überhaupt keinen sachlichen Grund, demonstrativ den nächsten Sammelcharter starten zu lassen. Ein Moratorium ist das Gebot der Stunde. Das Auswärtige Amt (AA) muss noch im Oktober endlich den berechtigten Erwartungen von Gerichten und Behörden nachkommen und einen neuen »Bericht über die asyl- und abschiebungsrelevante Lage« vorlegen,« forderte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. » Den ganzen Beitrag lesen…

Sondierungsgespräche: PRO ASYL zum schärferen Kurs der Union in der Flüchtlingspolitik

PRO ASYL appelliert an Grüne und FDP, diesen rechtstaatwidrigen Plänen entgegenzutreten

Am vergangenen Wochenende haben sich die Unionsparteien auf weitere Verschärfungen des Asylrechts in Deutschland und Europa geeinigt. »Das ist ein menschenunwürdiges Geschachere bei dem gesichtswahrend auf Kosten der Schutzbedürftigen eine menschenrechtswidrige Lösung der Öffentlichkeit präsentiert wird,« sagte Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. Offenbar will die Union auch Hand anlegen an den Zugang zum individuellen Asylrecht an Europas Grenzen.

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