Ankerzentren – verdorbener Wein in neuen Schläuchen?

„Der Anker ist ein Symbol für Hoffnung und Treue. Die Ankerzenten dagegen vermitteln in erster Linie Hoffnungslosigkeit. Universelle Menschenrechte, subjektive Rechtspositionen, Menschenwürde und Kinderrechte werden dabei über Bord geworfen. Die Folgen dieser Entrechtung werden nicht nur die dort untergebrachten Menschen spüren, sondern letztlich auch wir als Gesellschaft – diese Entscheidung wird uns alle moralisch prägen.“

Großeinrichtungen wie AnKER-Zentren sind Orte von Rechtsverletzungen an Kindern und Jugendlichen. Minderjährige, egal ob mit oder ohne Eltern, haben in solchen Einrichtungen nichts verloren.Eine rechtliche Analyse von Nerea González Méndez de Vigo (BumF) und Meike Riebau (Save the Children) ist seit kurzem auf dem Verfassungsblog zu finden. (von www.b-umf.de)

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Zurückweisung an den Grenzen? Anmerkungen zum Streit zwischen Seehofer und Merkel

Der Streit zwischen Seehofer und der CSU auf der einen und Angela Merkel und der Mehrheit der CDU auf der anderen Seite geht in die nächste Runde. Seehofer heizt, die bayerische Landtagswahl vor Augen, die Debatte weiter an und fordert die Zurückweisung von Schutzsuchenden an den deutschen Außengrenzen. Dieser Alleingang würde auf eine Grenzschließung hinauslaufen und die Spaltung Europas weiter vorantreiben. Denn das Prinzip der Freizügigkeit in Europa, eine der Errungenschaften der EU, hängt unmittelbar mit der Übereinkunft zusammen, Fragen von Asyl und Flüchtlingsschutz auf EU-Ebene zu regeln. [Daher ist auch das Gerede von einer angeblichen „Grenzöffnung“ in 2015 völliger Unsinn. Die deutschen Außengrenzen sind seit Inkrafttreten des Schengen-Abkommens offen.] Nachfolgend sind einige Beiträge zusammengestellt, um die Debatte einzuordnen zu können. » Den ganzen Beitrag lesen…

Bund verschärft Praxis im Umgang mit Kirchenasyl

Wie dem Protokoll der letzten Innenministerkonferenz zu entnehmen ist, hat das BAMF seine Linie im Umgang mit Kirchenasyl weiter verschärft: Das BAMF wird danach künftig bei Kirchenasyl für geflüchtete im Dublinverfahren davon ausgehen, dass die 6-monatige Überstellungsfrist auf 18 Monate ausgedehnt wird, wenn

  • bei der Meldung des Kirchenasyls nicht deutlich wird, dass ein kirchlicher Ansprechpartner einbezogen ist,
  • innerhalb eines Monats nach der Kirchenasylmeldung kein Dossier zur Begründung eingeht oder
  • der Antragsteller das Kirchenasyl trotz abschlägiger Entscheidung des BAMF über sein Dossier nicht verlässt

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Zurückweisungen an der Grenze: europafeindlich und rechtswidrig

Presseerklärung
12. Juni 2018

Bundesinnenminister Seehofer stellt europäischen Flüchtlingsschutz und seine Regeln zur Disposition

PRO ASYL Geschäftsführer Günter Burkhardt sieht Bundesinnenminister Seehofer an einer rechtsstaatswidrigen Abzweigung. Flüchtlinge sollten, so Seehofer, in Zukunft an der deutschen Grenze abgewiesen werden, wenn sie bereits in einem anderen EU-Staat registriert sind oder keine Papiere haben. Der Dissens, den der Minister hier laut Medienberichten mit der Kanzlerin hat, ist keine bloße Meinungsverschiedenheit. »Es geht um die fundamentale Frage, ob sich die EU in Zukunft zum rechtsfreien Raum entwickelt oder sich als Werte- und Rechtsgemeinschaft versteht. Der Seehofer-Plan würde Asylsuchende schutzlos stellen, den Rechtsabbau vorantreiben und letztendlich dazu beitragen, das Projekt Europa zu zersetzen.« » Den ganzen Beitrag lesen…

DRK-Suchdienst : Fachinformation zu Familienzusammenführung

Fachinformationen des DRK-Suchdienst zum Familiennachzug von und zu Flüchtlingen mit den folgenden Themen:

1.  Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten
2.  Auswirkungen des EuGH Urteils vom 12.04.2018 – Elternnachzug zu anerkannten minderjährigen Flüchtlingen.

Neues Land, neues Leben – Erfolgsgeschichten junger Flüchtlinge

Neues Land, neues Leben – Erfolgsgeschichten junger Flüchtlinge

Der Kreisausschuss Amt für Jugend, Schulen und Kultur/ Fachdienst für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) des hessischen Main-Taunus-Kreises hat eine tolle Broschüre herausgegeben. „Neues Land, neues Leben – Erfolgsgeschichten von jungen Geflüchteten“ stellt junge Menschen, die unbegleitet und minderjährig nach Deutschland geflohen sind, und ihre Unterstützer*innen vor.

Zum Inhalt: „Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass der Weg zu einer gelingenden Integration kein Sprint, sondern ein Marathonlauf ist, der über viele Jahre noch Anstrengungen von allen Seiten erfordert.Doch genau diese alltäglichen Geschichten, Rückschläge und Erfolge sind die viel zu oft unbeachtete Realität junger Menschen und die Broschüre ein gutes Beispiel wie Vorurteilen entgegengewirkt werden kann.  Motiviert, ausdauernd und zügig unterwegs sind dabei die im Main-Taunus-Kreis aufgenommenen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Die in dieser Broschüre vorgestellten Jugendlichen und jungen Volljährigen sind stellvertretend für viele andere ein Beispiel dafür, wie erfolgreich Jugendhilfe wirken kann.“

Hier geht es zur Broschüre: https://www.mtk.org/statics/ds_doc/downloads/18-0420_Fluechtlingsbroschuere.pdf

Dokumentation der Fachtagung “ Übergänge gestalten – Junge volljährige Geflüchtete in der Jugendhilfe “ Mai 2018

Dokumentation der Fachtagung am 9. Mai 2018 in Hannover

„Übergänge gestalten – Junge volljährige Geflüchtete in der Jugendhilfe“

Eine Kooperationsverantaltung des Instituts für transkulturelle Betreuung e.V. und des Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.

Am 9.5.2018 haben wir uns gemeinsam mit rund 90 Teilnehmenden dem Themenkomplex “ Übergänge gestalten – Junge volljährige Geflüchtete in der Jugendhilfe “ gewidmet.

Zum Hintergrund: Ein Großteil der in den Einrichtungen der Jugendhilfe betreuten jungen geflüchteten Menschen ist bereits oder wird in absehbarer Zeit volljährig. Sie stehen vor der Herausforderung, den sicheren Rahmen der Jugendhilfe verlassen zu müssen, was für sie oftmals vielerlei Verunsicherungen bedeutet. Es braucht flankierende Unterstützungsleistungen, um diesen jungen Menschen als „Careleaver“ einen Sicherheit gebenden Übergang in die Selbständigkeit zu ermöglichen. Der Übergang muss zudem frühzeitig mit den jungen Menschen geplant und mit einem breiten fachlichen Wissen seitens der Fachkraft gut begleitet werden.

 

Inhaltliche Tagungsdokumentation und Resumee

Präsentationen und Zusatzmaterial der Referierenden: 

Eingangsvortrag: Begleitung junger Geflüchteter auf dem Weg in ein eigenverantwortliches Leben

Referentinnen: Nerea Mendez Gonzales de Vigo, Franziska Schmidt vom Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtline e.V.

Workshop 1 : Wege zur Aufenthaltssicherung in und außerhalb des Asylverfahrens

Referentin: Gerlinde Becker vom Flüchtlingsrat Niedersachsen

Workshop 2 : Partizipation und Empowerment von jungen Geflücheteten im Careleaving- Prozess

Präsentation Workshop 2 JoG   ( erstellt von Jugendliche ohne Grenzen)

Präsentation Workshop 2 Careleaver (erstellt von Careleaver e.V.)

Referenten: Jens Brokate vom Careleaver e.V. , Mohammad Jouni von Jugendliche ohne Grenzen e.V.

Workshop 3 : Veränderungen und Handlungsoptionen im Übergang aus der Jugendhilfe: Wohnen, Sozialleistungen, Bildungszugänge und -förderung

Referentin: Dörthe Hinz vom Flüchtlingsrat Niedersachsen

Zusatzmaterial: Arbeitshilfe: Sicherung des Lebensunterhalts während einer Ausbildung für junge Menschen mit Aufenthaltsgestattung und Duldung

Workshop 4: Möglichkeiten und Vorraussetzungen innerhalb der Jugendhilfe für junge Volljährige: Bedarfskriterien und Umsetzung

Referentinnen: Nerea Gonzalez Mendez de Vigo, Franziska Schmidt vom BumF e.V.

Zusatzmaterial:

– Flyer Care Leaver (Kostenheranziehung): http://www.b-umf.de/images/careleaver_flyer_kostenheranziehung.pdf

– Arbeitshilfe Kostenübernahme von Therapie im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe: http://www.baff-zentren.org/wp-content/uploads/2017/02/BumF_BAfF-Arbeitshilfe-Therapie-Jugend.pdf

Ergänzende Hinweise:

Niedersachsenweiter Mailverteiler “ Junge Flüchtlinge in Niedersachen“ (juf-nds@asyl.org)

Eintragung möglich über:http://www.asyl.org/mailman/listinfo/juf-nds

Ziel des Verteilers ist die Verbreitung von relevanten Informationen/Fachpublikationen/gesetzlichen Verbänderungen und Arbeitshilfen. Im Fokus liegt die Situation von jungen Flüchtlingen, insbesondere unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sowie jungen Volljährigen.

Sammlung zahlreicher Materialen und  Arbeitshilfen zu verschiedenen Themen/Fragestellungen:
https://www.nds-fluerat.org/infomaterial/materialien-fuer-die-beratung/

Zivilgesellschaft ist weit stärker. Rechte Demo scheitert aufgrund von Protesten

Gegenkundgebung auf dem Georgsplatz. Flüchtlingsrat dankt den Spender_innen.

Etwa 350 Hannoveraner_innen kamen am Samstag am Georgsplatz zusammen, um gegen das sogenannte „Bürgerbündnis Zeit für Deutschland“ zu demonstrieren, ein Bündnis aus islamophoben, völkischen Rechtsextremisten. Während sich eine Gruppe von etwa fünfzig Demonstrant_innen vor dem Hauptbahnhof versammelte, Fahnen schwenkte und Hassparolen anstimmte, freuten sich die Initiator_innen der Kundgebung „Kein Raum für rechte Parolen“ über die gelungenen Gegenaktionen. » Den ganzen Beitrag lesen…

Familien werden rechtswidrig zermürbt

Presseerklärung
11. Juni 2018

PRO ASYL: Stellungnahme analysiert praktische Folgen und belegt Rechtswidrigkeit

In der heutigen Sachverständigen-Anhörung des Innenausschusses des Deutschen Bundestages wird das geplante Familiennachzugsneuregelungsgesetz im Hinblick auf Rechtmäßigkeit und praktische Folgen auf den Prüfstand gestellt. Bellinda Bartolucci, die rechtspolitische Referentin von PRO ASYL, wird in der Sachverständigenanhörung die Stellungnahme von PRO ASYL zum Gesetzentwurf erläutern.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung »zur Neuregelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten« (sog. »Familiennachzugsneuregelungsgesetz«) sieht ein undurchschaubares Verfahren vor, wie nur noch 1.000 Menschen pro Monat zur ihren engsten Angehörigen vor allem aus dem Kriegsgebiet Syrien nachziehen dürfen. » Den ganzen Beitrag lesen…

Göttingen: Versuchte Abschiebung einer Familie im Albrecht-Thaer- Weg – Unsere Nachbarn bleiben!

Nachfolgend dokumentieren wir die heutige Presseinformation von Bewohner_innen des Studierendenwohnheims im Albrecht-Thaer-Weg in Göttingen:

 

Versuchte Abschiebung einer Familie im Albrecht-Thaer-Weg – Unsere Nachbarn bleiben!

Mittwoch, den 06.06.2018, hat die Polizei im Auftrag der Stadt Göttingen mitten in der Nacht versucht eine Familie mit Kindern aus dem Wohnheim für Geflüchtete im Albrecht-Thaer-Weg in Göttingen abzuschieben. Wir kritisieren das
Handeln der Stadt scharf!

Die fünfköpfige Familie wurde nachts um 3 Uhr aus dem Schlaf gerissen um nach Italien abgeschoben zu werden. Und das, obwohl sich die Mutter zurzeit in ärztlicher Behandlung befindet. Nachdem Nachbarn der Familie versuchten auf die Abschiebung aufmerksam machten, zog die Polizei um kurz nach 4 Uhr unverrichteter Dinge wieder ab. Der Schock, den die Familie erlitt, führte trotzdem dazu, dass die Mutter in einem Krankenhaus stationär behandelt werden musste. » Den ganzen Beitrag lesen…