Glossar der Neuen deutschen Medienmacher Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland

Die Macht der Worte kann mensch gar nicht hoch genug hängen. Bei der Berichterstattung über die Schicksale, Hintergründe und Lebensumstände von Geflüchteten bedarf es eines sensiblen Umgangs mit Sprache, um eine dichotome Gegenüberstellung mit DEN Flüchtlingen zu vermeiden. Es gilt zu erreichen Geflüchtete auch als aktive und selbstständige Akteur_innen wahrzunehmen, nicht nur als „DIE Anderen“ und bloße Empfänger_innen von Hilfeleistungen und Integration.

Dieser Glossar von „Neue Medienmacher e.V. “ kann dabei unterstützen. http://www.neuemedienmacher.de/download/NdM_Glossar_www.pdf

„Nicht selten passiert es aber, dass Wörter wie »Einwanderer«, »Zuwanderer« und »Migrant« im selben Text nebeneinander verwendet werden, in der Annahme, sie würden alle dasselbe bedeuten. Worin sich diese Begriffe unterscheiden und bei welchen weiteren Themen ungenau formuliert wird, erläutern wir in diesem Glossar. Die Alternativbegriffe, die wir dazu anbieten sind als Vorschläge zu verstehen und sollen als Hilfestellung für die tägliche Redakti- onsarbeit dienen.“

„Integrationsgesetz“: Vorrangprüfung in Niedersachsen ausgesetzt und weitere arbeitsmarktbezogene Änderungen

Mit dem In-Kraft-Treten des sog. Integrationsgesetzes am 06.08.2016 haben sich auch bzgl. des Arbeitsmarktzugangs für Flüchtlinge einige Dinge geändert. Zu den positiven Aspekten gehört, dass in 133 der bundesweit 156 Arbeitsagenturbezirken die Vorrangprüfung für Leute im Asylverfahren und mit Duldung ausgesetzt ist.

Erläuterungen dazu sowie weitere Änderungen durch das Integrationsgesetz in Bezug auf den Arbeitsmarktzugang sind u.a. auf der homepage des IvAF-Projektes AZF3 dargestellt, siehehier <http://azf3.de/integrationsgesetz-seit-dem-06-08-2016-in-kraft-vorrangpruefung-u-a-in-niedersachsen-ausgesetzt/>.

Stellenausschreibung „Fokus Flucht“ in IQ

Mitarbeiter_in für die Beratung von Flüchtlingen gesucht

Um die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in Deutschland zu befördern, sollen Flüchtlinge frühzeitig orientiert und in den Stand versetzt werden, eine ihrer Ausbildung entsprechende Arbeit zu finden. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Anerkennung vorhandener Zeugnisse und Kompetenzen sowie die Ermöglichung erforderlicher Anpassungsqualifikationen. Mit der Etablierung von derzeit 14 IQ- Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen in Niedersachsen ist es gelungen, die nötige Infrastruktur für eine Beratung auch von Flüchtlingen zu diesen Fragen zu etablieren.

Bislang wird die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung in Niedersachsen jedoch noch nicht systematisch von Flüchtlingen genutzt. Insbesondere der Anteil der Flüchtlingsfrauen an der Gesamtheit der Beratungssuchenden ist unterdurchschnittlich. Insofern erscheint es sinnvoll, durch eine gezielte und kultursensible Ansprache von Flüchtlingen (mit einem Schwerpunkt auf Flüchtlingsfrauen) die Nutzung der Anerkennungsberatung durch diesen Personenkreis zu verbessern. Erreicht werden soll, dass Flüchtlinge zu einem möglichst frühen Zeitpunkt systematisch an die IQ-Dienstleistungen herangeführt werden und diese auch nutzen.

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Landtags-Anhörung zu Gesetzentwurf für ein niedersächsisches Integrationsgesetz

Am 11.08.2016 wird im Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration des niedersächsischen Landtages der Gesetzentwurf der CDU-Fraktion für ein niedersächsisches Integrationsgesetz vom 27.11.2015 im Rahmen einer öffentlichen Anhörung beraten. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen  e.V. hat dazu eine Stellungnahme verfasst. Stephan Wedemeyer hat ergänzend eine Einordnung des Integrationsgesetzesentwurfs der CDU Fraktion  aus wissenschaftlicher Sicht vorgenommen und dabei vor allem den im Gesetzentwurf verwendeten Integrationsbegriff kritisch hinterfragt.

Der Gesetzentwurf lässt sich hier nachlesen.

„Eco-jobs for Future“ – Kompaktseminar zur Orientierung auf Umweltberufe für Menschen mit Fluchterfahrung

Terre des hommes führt gemeinsam mit vier Bildungsstätten in Niedersachsen das – von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte – Projekt „Eco-jobs for Future“ durch.

In einem mehrtägigen Kompaktseminar und einem Aufbauseminar können junge Geflüchtete Umweltberufe kennen lernen, Unternehmen besuchen und Ausbildungs- und Fördermöglichkeiten kennen lernen.
Die Teilnehmenden sollten möglichst schon eine Ausbildung oder ein Studium erfahren haben und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Interessierte können sich direkt an eine der beteiligten Bildungsstätten wenden und mit ihnen alle Fragen klären und sich anmelden.
Anbei finden Sie einen Flyer zum Projekt mit allen nötigen Infos und Kontaktdaten.

Flyer Eco-Jobs 2016-2017-2

Abarbeitung der offenen Asylanträge in Niedersachsen – ergänzende Informationen

Am 28.07.2016 hat der Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. über die Maßnahmen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) zur Ladung aller Personen, die bisher nach Einreise noch keine Möglichkeit hatten ihren formellen Asylantrag beim BAMF zu stellen, berichtet. Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass Sammelladungen in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten derzeit sehr kurzfristig erfolgen. Die LAB NI unterstützt hier das BAMF maßgeblich bei der Organisation der Termine und der Transporte. Beispielhaft veröffentlichen wir hier ein solches Ladungsschreiben der LAB NI. Das Schreiben trägt das Datum 03.08.2016 und lädt zur Abfahrt in Richtung BAMF für den 08.08.2016, was die Kurzfristigkeit verdeutlicht. Zunächst geht es um die Aktenanlage und erkennungsdienstliche Behandlung beim BAMF, es wird aber darauf hingewiesen, dass ggf. für die Folgetage mit Folgeterminen beim BAMF gerechnet werden kann. Auch der Hinweis, dass ggf. weitere vorhandene Beweismittel mitgebracht werden sollen und die Geladenen sich ggf. auch auf weitere Übernachtungen einstellen sollen, lässt darauf schließen, dass vielfach an den Folgetagen auch direkt mit der Durchführung der inhaltlichen Anhörungen zu rechnen ist.

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Drohende Trennung von fünf teilweise minderjährigen Brüdern durch Dublin-Abschiebung im LK Wolfenbüttel

Nachfolgend dokumentieren wir einen Facebook-Bericht zum Schicksal einer Gruppe von fünf (teilweise minderjährigen) südsudanesischen Brüdern, die am 28.07.2016 durch eine Dublin-Abschiebung auseinander gerissen werden sollten, woraufhin der Älteste der Brüder, Moses, auf einen Strommast kletterte und drohte, sich das Leben zu nehmen. Der Fall wirft eine Menge Fragen auf:  Warum hat das BAMF von seinem Selbsteintrittsrecht nicht Gebrauch gemacht? Warum wurde das Jugendamt nicht von Beginn an tätig, um eine Inobhutnahme der Minderjährigen und eine Wahrnehmung des Kindeswohls zu gewährleisten? Warum wurde bis heute kein Vormund bestellt und kein Asylantrag eingereicht? Wir werden den Fall weiter recherchieren und berichten.

siehe auch: Bericht Wolfenbütteler Zeitung vom 28.07.2016
Bericht Wolfenbütteler Zeitung vom 04.08.2016

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aus: Moses soll bleiben

Am Donnerstag, den 28.07.2016, sorgte ein südsudanesischer Flüchtling namens Moses für Aufsehen, indem er auf einen Strommasten nahe Wittmar/Remlingen (Landkreis Wolfenbüttel) kletterte und drohte sich das Leben zu nehmen. Doch wie kam es dazu?

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Auch Flüchtlinge aus Somalia werden ab 1.8.2016 bei Integrationskursen bevorzugt

Das Bundesministerium des Innern hat mitgeteilt, dass die Liste der Herkunftsländer mit sog. guter Bleibeperspektive auf fünf Länder ausgeweitet wird: Ab dem 01.08.2016 können – neben Flüchtlingen aus den bereits bekannten Ländern Iran, Irak, Syrien und Eritrea – auch Personen aus Somalia bereits im laufenden Asylverfahren einen Integrationskurs gefördert durch das Bundesamt besuchen können.

Geplante Reform des Dublin-Systems: Humanitäre Spielräume sollen abgeschafft werden

Auf europäischer Ebene wird die Reformierung der Dublin-Verordnung beraten, unter maßgeblicher Beteiligung der Bundesregierung. Ein Entwurf der Europäischen Kommission vom 04.05.2016 für eine Dublin IV-Verordnung liegt dazu vor. PRO ASYL hat eine Bewertung vorgenommen und kritisiert insbesondere die geplante Abschaffung des Zuständigkeitswechsels bei Ablauf der Überstellungsfrist. Als ebenso problematisch werden die folgenden Punkte bewertet: die Beschränkung des Selbsteintrittsrechts auf familiäre Konstellationen, die Einführung von Dublin-Abschiebungen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) sowie die zwingende Anwendung von Drittstaatenregelungen prioritär zu den Dublin-Kriterien.

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Musterklage zur Erlangung des Flüchtlingsschutzes für Asylsuchende aus Syrien

Der Informationsverbund Asyl und Migration e. V. weist darauf hin, dass der Bundesverband der Diakonie das Muster einer Klage zur Verfügung gestellt hat, mit der Betroffene aus Syrien den Flüchtlingsstatus einklagen können. Die Diakonie weist dabei darauf hin, dass diese Klage nur nach sorgfältiger Prüfung des Einzelfalls verwendet werden sollte. Das Muster steht im Kontext der vorläufigen Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten, von der Personen betroffen sein können, die in den letzten Wochen und Monaten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur noch den subsidiären Schutzstatus zugesprochen bekommen haben.

Alle weiteren Informationen dazu finden sich hier.

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