Fluchtursachen – Was hat das mit uns zu tun?

Dienstag, 5.4.2016, 19 Uhr, Pavillon Hannover, Lister Meile 4

Einleitungsreferate: Marion Rolle vom VEN und Karim Al Wasiti vom Flüchtlingsrat Niedersachsen.

Veranstalter_innen: Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN); Flüchtlingsrat Niedersachsen; Friedensbüro Hannover e. V.; Kulturzentrum Pavillon

  • Der Willkommenskultur im Sommer letzten Jahres gegenüber bei uns ankommenden geflüchteten Menschen folgte bald immer stärkere Abwehr. Inzwischen steht vielfach Angst, ja sogar Hass und Gewalt im Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit – auch, wenn Hilfsbereitschaft und Empathie zum Glück nicht verschwunden sind. Für ihre diffusen Ängste in einer komplexer werdenden Welt, möglicherweise aus Furcht vor einem gesell-schaftlichen Abstieg, suchen viele Menschen in Deutschland, in Europa nach einfachen Erklärungen und konkret jemanden, den sie verantwortlich machen können. Auf einen tief sitzenden Rassismus zurückgreifend, finden sie die Schuldigen ihrer Ängste in den Flüchtlingen. Menschen in unsicheren Verhält-nissen fürchten, dass für sie nichts übrig bleibt und sehen die europäischen Gesellschaften am Limit.
  • Aber wir sind eine reiche Gesellschaft! Der potentielle Reichtum unserer Gesellschaft kann Allen Menschen eine gesicherte Lebensperspektive bieten. Dies gilt für schon hier lebende Menschen und für die neu zu uns hinzukommenden. Statt ständig Pegida und AfD in Talkshows etc. zu holen, sollten die Helfer_innen in den gesellschaftlichen Fokus gestellt werden: Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit können ansteckend wirken.

    Und es sollte betont werden, dass es Gründe für die Flucht der Menschen aus ihren Heimatländern gibt:

    Katastrophen – vor allem im globalen Süden – sind keine ‚Naturereignisse‘. Kriege, existentielle Not, Klimaveränderungen und Klimakatastrophen, geschlechtsspezifische Gewalt etc. sind menschen-gemacht und können somit von Menschen gestoppt werden. Multinationale Konzerne verdienen sich mit Ausbeutung, durch Landgrabbing, das Anlegen von Monokulturen, das Zerstören heimischer Märkte und Vieles mehr goldene Nasen. Deutschland ist an internationalen Kriegen beteiligt und dreht (z. B. in Syrien)mit an der Gewalt- und Kriegsspirale. Deutsche Waffen sind weltweit im Einsatz und wir geben z. B. unseren Elektroschrott nach Afrika zurück, z. T. dorthin, wo das darin enthaltene Coltan für uns gewonnen wurde.

    Andreas Zumach hat einmal gesagt: ‚Uns fliegen gegenwärtig 400 Jahre Kolonialgeschichte um die Ohren!‘ Es sollte hinzugefügt werden: Die post-kolonialen, neoliberalen Strukturen, das Macht- und Gewinnstreben globaler Konzerne – z. T. Hand in Hand mit korrupten, patriarchalen Machthabern im Süden – sind Ursache für das Leid von Flüchtenden und Geflüchteten.

    Hiermit wollen wir uns auseinandersetzen. Mit Einleitungsreferaten und mit anschließender Diskussion. Wir wollen die Fluchtursachen näher beleuchten – aber auch Handlungsperspektiven entwickeln! Wir wollen den bereits geflüchteten und den noch zu uns kommenden Menschen helfen. Das ist neben schlichter Menschlichkeit einfach auch ein kleiner Beitrag, die Folgen globaler Ungerechtigkeit zu lindern! Wir wollen, dass Menschen nicht weiter flüchten müssen, sondern in ihrer Heimat eine gute Lebensperspektive haben.

Türkei als sicherer Drittstaat?

Turkey as a Safe Third Country?
by Orcun Ulusoy, Turkish human rights lawyer and co-founder Multeci-Der

Guest post by Orçun Ulusoy, a human rights lawyer from Turkey and a founding member of Multeci-Der. He currently works as a researcher with Vrije Universiteit Amsterdam as part of the Human Costs of Border Control project. Orçun is on Twitter @orcunu.

The EU-Turkey Joint Action Plan has caused a heated debate on the humanitarian crisis that is currently taking place at the borders of EU. The Plan includes the readmission of irregular migrants to Turkey. The EU Asylum Procedures Directive requires that a person can only be readmitted to a ‘safe third country’ which can guarantee effective access to protection. According to the Plan, Turkey can be regarded as a safe third country. This may not be the case. » Den ganzen Beitrag lesen…

Geheimer EU-Plan: 80.000 Afghanen sollen abgeschoben werden

Von PRO ASYL

Ein vertrauliches EU-Diskussionspapier schlägt vor, die Entwicklungshilfe für Afghanistan als Druckmittel zu benutzen, um das Land dazu zu bringen, Flüchtlinge zurückzunehmen.

Mehr als 80.000 Afghanen sollen nach einem geheimen EU-Plan „in naher Zukunft“ aus Europa abgeschoben werden. Das Papier warnt aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage sowie der zunehmenden Gewalt in Afghanistan, durch die allein letztes Jahr 11.000 Zivilisten ums Leben kamen, vor zusätzlichen Fluchtbewegungen nach Europa.

Obwohl man sich der immer angespannteren Sicherheitslage also bewusst ist, will man afghanischen Flüchtlingen keinen Schutz bieten – im Gegenteil: Die Abschiebungen von Afghan*innen sollen massiv verstärkt werden. Aufgrund der schwierigen Lage in Afghanistan selbst, wird dabei Zufluchtsmöglichkeiten in der Region eine größere Bedeutung beigemessen: „Aufgrund der sich verschlechternden Situation in Afghanistan sowie dem Druck auf Afghanen in Pakistan und dem Iran, besteht ein hohes Risiko zusätzlicher Migrationsströme nach Europa. Das erfordert eine Verstärkung der Interventionen, Zufluchtsmöglichkeiten in der Region zu erhalten“, so das Papier.
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»Aufgrund der sich verschlechternden Situation in Afghanistan […] besteht ein hohes Risiko zusätzlicher Migrationsströme nach Europa«

aus dem geheimen EU-Plan
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Open the borders! Grenzen auf! Solidaritätsaktion für Idomeni

20160326_AG_Transit_01Wir haben heute Mittag um 12 Uhr an zwei Orten in der Altstadt von Celle die Fußgängerzone mit Warnband abgesperrt (Westceller Torstraße den Zugang zum und vom Großen Plan sowie Zöllnerstraße). Auf Plakaten haben wir auf die unerträgliche Situation an der griechisch-mazedonischen Grenze hingewiesen. Mit dieser Kunstaktion zeigen wir uns solidarisch mit den Geflüchteten in Idomeni und überall!
In der Region um Idomeni gibt es zahlreiche Orte, an denen die Menschen Zelte aufgeschlagen haben und Camps entstanden sind. In dem Größten befinden sich derzeit nach Schätzungen 12.000 Leute.

In den letzten Tagen werden dort immer wieder Straßen durch hunderte Geflüchtete blockiert. Auch an dem Grenzübergang und in den Grenzcamps gibt es Widerstand. Open the borders! Das ist ihr wichtigster Protestslogan.

20160326_AG_Transit_04Die Situation vor dem Grenzzaun zeigt die gewaltvollen Auswirkungen europäischer Außengrenzen. Viele der Demonstrierenden befinden sich im Hungerstreik – festgesetzt in einer auswegslosen Situation greifen Menschen zu verzweifelten Mitteln. Angestrebt – und das ist wichtig – wird nicht eine Verbesserung der Situation im Lager, sondern die Öffnung der Grenzen. Die Menschen wollen kein Spielball zwischen der EU und der Türkei sein.
Für eine solidarische Gesellschaft und Bewegungsfreiheit für alle!

Aktionsgruppe Transit

Schwerwiegende Verstöße gegen internationales Flüchtlingsrecht lassen EU kalt

Scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen an EU Amnesty International: Türkei transportiert abgefangene Flüchtlinge nach Afghanistan. UNHCR setzt Arbeit aus, „Ärzte ohne Grenzen“ stellen Arbeit ganz ein: „Wir machen uns nicht zu Komplizen eines unmenschlichen Systems“
Die Warnungen von Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsinitiativen, dass der Deal zwischen der EU und der Türkei Menschenleben in Gefahr bringt, hat sich bestätigt. Wie Amnesty International am Mittwoch berichtete, wurden nur wenige Stunden nach Unterzeichnung des Abkommens zwischen Brüssel und Ankara etwa 30 Flüchtlinge, die an der Überfahrt nach Griechenland gehindert worden waren, von der Türkei nach Afghanistan abgeschoben.

»Die Tinte der Unterschriften unter dem EU-Türkei-Deal war noch nicht ganz getrocknet, als mehrere Dutzend afghanische Asylsuchende gezwungen wurden, in ein Land zurückzukehren, in dem sie sich in Lebensgefahr befinden könnten«, sagte Amnesty-Experte John Dalhuisen.

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Hilfe bei gesundheitlichen Problemen (mehrsprachig)

Nach Monaten auf der Flucht kommen die Menschen oftmals erschöpft, krank oder traumatisiert bei uns an. Mit Hilfe des nachfolgenden Erklärvideos wird leicht verständlich erklärt, was Flüchtlinge tun müssen, wenn sie krank werden und einen Arzt benötigen. Das Video wurde in mehreren Sprachen mit arabischen Untertiteln erstellt.

Was mache ich, wenn ich krank werde?

Eine sehr gute Webseite für die Arbeit mit Flüchtlingen und für die Geflüchteten selbst hat die BZgA aufgebaut

Mein Körper in Wort und Bild

„Europas Schande“: Kontext-TV-Blogbeitrag zum EU-Türkei-Pakt

„Der Pakt mit der Türkei ist ein Tag der Schande für Europa, ein Triumph der Zyniker, ein Kniefall vor den Rassisten in der EU, eine vollständige Preisgabe der angeblich europäischen Werte.“

Das schreiben Fabian Scheidler und David Goeßmann in ihrem neuen Blogbeitrag für Kontext TV:

Europas Schande: Der EU-Türkei-Pakt und die Abschottung Europas

Die Kampagne „Hass hilft“ wandelt menschenverachtende Hassreden in den Sozialen Medien in eine Geldspende um

hasshilftHASS HILFT – die erste unfreiwillige Online-Spenden-Aktion

 Die Kampagne „Hass hilft“, initiiert vom Zentrum Demokratische Kultur, wandelt menschenverachtende Hassreden in den Sozialen Medien in eine Geldspende um. Auch Sie können die Spenden erhöhen, indem Sie das „Hass hilft-Logo“ unter  menschenverachtende Texte posten. Die „Hass Hilft“-Spende fließt in Projekte der Flüchtlingshilfe. Weitere Infos unter www.hasshilft.de

Zum Newroz – Flüchtlingsdeal der EU ignoriert Menschenrechtslage in der Türkei

Zum Kurdischen Newroz 2016:

Flüchtlingsrat: Flüchtlingsdeal der EU ignoriert Menschenrechtslage in der Türkei

Guten Anlass zum Feiern bietet das traditionell am 21. März begangene kurdische Neujahrsfest – Newroz – in diesem Jahr nicht. Die Lage der kurdischen Bevölkerung in der Türkei ist so schlecht wie seit den 1990er Jahren nicht mehr. Seit Präsident Recep Tayyip Erdoğan nach den türkischen Parlamentswahlen im Sommer 2015 den Friedensprozess mit der kurdischen PKK aufgekündigt hat, mehren sich die militärischen Angriffe auf Stellungen der PKK.

Besonders aber nimmt die Armee im Zuge ihrer „Aufstandsbekämpfung“ die mehrheitlich kurdische Zivilbevölkerung in den Städten Diyarbakir, Cizre, Silvan, Idil und ganz aktuell Yüksekova unter Feuer. Dort herrscht seit Monaten Belagerungszustand. Hunderte Menschen und ganze Stadtgebiete fielen und fallen weiterhin den Auseinandersetzungen von türkischem Militär und PKK zum Opfer.

Laut EU-Berichterstatterin Kati Piri sind mittlerweile ca. 400.000 Menschen aus ihren Häusern, Dörfern und Städten geflohen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die gegen diese Politik ihre Stimme öffentlich erhoben, wurden verhaftet und mit Entlassung und Berufsverbot bedroht. Darüber hinaus herrscht in der Türkei seit Monaten offene Unterdrückung türkischer Oppositioneller, kritischer Presse, Bürgerinitiativen oder einfach nur empörter Menschen. Auch die Situation der irakischen, syrischen und anderen Flüchtlinge im Land ist höchst prekär.

Dies alles hält die Bundesregierung und die EU nicht davon ab, die Türkei als probaten Partner im Umgang mit der Flüchtlingszuwanderung zu betrachten. Die Menschenrechtslage wird augenscheinlich bewusst ignoriert. » Den ganzen Beitrag lesen…

Solidarity Non Citizen Infobus Griechenland- Spendenaufruf!


Für ein 2- wöchiges Infobusprojekt für Migrant*innen in Griechenland werden noch Spenden benötigt!


Wir sind eine Gruppe von 13 Menschen aus verschiedenen Ländern, die fast alle in Deutschland leben. Wir glauben an
das Recht auf Bewegungsfreiheit, das Recht dorthin zu gehen wohin Menschen möchten, wann auch immer sie wollen. Um 
dies zu ermöglichen, ist es unumgänglich Migrant*innen verlässliche und vertrauenswürdige Informationen zur Verfügung zu 
stellen. Daher wollen wir wollen vom 24.3. bis 8.4.2016 mit einem Infobus in Griechenland unterwegs sein.


Hier eine ausführliche Beschreibung des Vorhabens und des Spendenaufrufs : DE  ENG


Hier die Kontoinformationen für Spenden:
Empfänger: bordermonitoring e.V.
IBAN: DE75700205000009814300
BIC: BFSWDE33MUE
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: “NC Soli Bus” 
-> Spendenquittungen können ausgestellt werden.