Sonderheft 101 – Doreen Müller: Recht auf Gesundheit

Das vorliegende Sonderheft beinhaltet meine Diplomarbeit, die ich im Oktober 2003 unter dem Titel „Die Gesundheitsversorgung Illegalisierter in der BRD im Spannungsfeld von „exklusiven“ Staatsbürgerrechten und „universellen“ Menschenrechten“ an der Universität Göttingen eingereicht habe. Ich danke Dr. Renate Bitzan für die engagierte Betreuung der Arbeit, die Anregung, diese zu veröffentlichen und die umfangreiche Unterstützung, die sie mir darüber hinaus immer wieder angedeihen ließ. Mit Unterstützung des Niedersächsischen Flüchtlingsrates, von PRO ASYL und der Rosa-Luxemburg-Stiftung konnte die Arbeit nun veröffentlicht werden. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

Seit dem Abgabetermin sind inzwischen einige Monate verstrichen “ daher habe ich noch einzelne Aktualisierungen vorgenommen. Die genannten rechtlichen Regelungen entsprechen dem derzeitigen Stand. Allerdings konnte nicht sämtliche “ nach der Abgabe erschienene “ Sekundärliteratur berücksichtigt werden.

Da vielleicht nicht die gesamte Arbeit für alle LeserInnen gleichermaßen interessant ist, möchte ich vorab noch eine kleine Lesehilfe geben. Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass die Ausführungen zur Gesundheitsversorgung Illegalisierter lediglich eine Zusammenfassung der bereits vorliegenden Studien zu diesem Thema darstellen. Der Schwerpunkt wurde stattdessen auf die Diskussion der menschenrechtlichen Relevanz der Problematik gelegt und dabei die Widersprüchlichkeit zwischen dem Anspruch der allgemeinen Gewährung von Menschenrechten einerseits und dem nationalstaatlichen Souveränitätsstreben andererseits herausgearbeitet. So beinhaltet das zweite Kapitel theoretische Betrachtungen zu Menschenrechten und Staatsbürgerschaft. Es wird ein kurzer Einblick in die sozialwissenschaftliche Debatte um Menschenrechte sowie die Zukunft von Nationalstaaten und ihr Mitgliedschaftsinstrument “ die Staatsbürgerschaft “ gegeben. Das dritte Kapitel beschreibt die gesundheitlichen Aspekte des Lebens in der „Illegalität“. LeserInnen, die im Gesundheitsbereich tätig sind und/oder sich in diesem Bereich für Illegalisierte engagieren, können sich hier einen ßberblick über diese Thematik verschaffen. Im vierten Kapitel werden menschenrechtliche Konventionen und Verträge daraufhin untersucht, inwiefern sie ein Recht auf Gesundheit(sversorgung) auch für 5 Illegalisierte begründen. Weiterhin werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, dieses Recht in der Bundesrepublik zu verwirklichen. Hier können daher all jene, die sich für die Rechte von Illegalisierten engagieren, Argumentationsangebote finden bzw. ihre Argumente auf eine „rechtliche Basis“ stellen. Und diejenigen, die es eilig haben, können sich in Kapitel eins (Einleitung) und Kapitel fünf (Ergebnisse und Ausblick) sehr grob über das Thema informieren.

Doreen Müller im Juli 2004

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Heft 100 – Ausgrenzungspolitiken – Rassismus – Lager

Orte des Draußen im Drinnen“ nennt die italienische Philosophin Federica Sossi die Lager. Die Internierung von Flüchtlingen in Lahgern gehört heute zur Abschottungspolitik der westlichen Ländern gegen die unerwünschte Migration. Lagerregime und Ausgrenzungspolitiken in NNiedersachsen, Deutschland und weltweit sind die Themen dieses Rundbriefes.

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Sonderheft 99 – Gesundheit von Flüchtlingen zwischen Staatsinteressen und Patientenwohl

Die erste internationale who-Konferenz zur Gesundheitsförderung hat am 21. November 1986 in Ottawa eine Charta verabschiedet, die zum aktiven Handeln für das Ziel „Gesundheit für alle“ aufruft. Darin heißt es:

„Gesundheitsförderung ist auf Chancengleichheit auf dem Gebiet der Gesundheit gerichtet. Gesundheitsförderndes Handeln bemüht sich darum, bestehende soziale Unterschiede des Gesundheitszustandes zu verringern sowie gleiche Möglichkeiten und Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Menschen befähigt werden, ihr größtmögliches Gesundheitspotential zu verwirklichen. Dies umfasst sowohl Geborgenheit und Verwurzelung in einer unterstützenden sozialen Umwelt, den Zugang zu allen wesentlichen Informationen, die Entfaltung von praktischen Fertigkeiten, als auch die Möglichkeit, selber Entscheidungen in Bezug auf die persönliche Gesundheit treffen zu können. Menschen können ihr Gesundheitspotential nur dann weitestgehend entfalten, wenn sie auf die Faktoren, die ihre Gesundheit beeinflussen, auch Einfluß nehmen können. Dies gilt für Frauen ebenso wie für Männer.“

Der israelische Gesundheitsforscher Antonovsky hat das Konzept der Salutogenese begründet. Dabei wird in den Mittelpunkt gerückt, welche Ressourcen Menschen dabei helfen, mit belastenden Lebensereignissen fertig zu werden und „gesund zu bleiben“. Der zentrale Faktor dabei ist der sogenannte Kohärenzsinn. Dieser beinhaltet drei Komponenten:

  • Verstehbarkeit der Welt
  • Handhabbarkeit der verfügbaren Ressourcen und
  • Sinnhaftigkeit des (Er-)Lebens

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