Gerichte kassieren jede zweite Afghanistan-Entscheidung des BAMF

Die Entscheidungspraxis des BAMF ist besonders bei Asylentscheidungen betreffend afghanische Flüchtlinge in hohem Maße fehleranfällig und fragwürdig: 54,9% aller Entscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge über Asylanträge von afghanischen Asylsuchenden wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 von den Verwaltungsgerichten aufgehoben. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag. „Wenn mehr als jeder zweite Afghanistan-Bescheid durch Gerichtsurteil kassiert wird, ist das inakzeptabel und ein starkes Indiz dafür, dass das BAMF seine strenge Entscheidungspraxis ändern muss“, kommentiert die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und fordert, die Behörde auf, alle beklagten Bescheide von sich aus noch einmal überprüfen und gegebenenfalls abändern.

Auch mit Blick auf die Entscheidungspraxis aller Herkunftsländer erscheint die Fehlerquote des BAMF inakzeptabel hoch: Von den 25.700 in den ersten fünf Monaten beklagten Bescheiden des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden 7.646 wieder aufgehoben. Das war ein Anteil von 29,8 Prozent. 2019 betrug die Fehlerquote 26,4 %.

Ein Gedanke zu „Gerichte kassieren jede zweite Afghanistan-Entscheidung des BAMF“

  1. Guten Tag, wir sind gerade in einer ähnlichen Situation und man fühlt sich sehr frustriert. Uns wurde vorab schon nur eine 2% Chance zu gesagt bei einem gerichtlichen Termin in Osnabrück gegen die Abschiebung an zu gehen. Und wie erwartet war es negativ ausgegangen mit höchst schwierigen Begründungen. Das geht leider nicht nur uns so ,sondern momentan fast jeden mit einer ähnlichen Problematik. Es ist eigentlich eine Chancenloses Unterfangen, dass nur Nerven, Geld und Hoffnung frisst.
    Es ist sehr, sehr frustrierend und alles Erarbeitete und die ganzen Sorgen und Bemühungen sind in den Wind geschossen. Natürlich muss man weiter machen aber die Kraft, die Motivation und Hoffnung wieder zu mobilisieren ist nicht so einfach. Trotzdem dürfen wir einfach nicht aufgeben und alles geben was wir können weil Abschiebung keine Alternative ist.

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