Ausreise aus Afghanistan

Aktuelle Lage | Last updates

Stand: Juni 2022

Bekannt ist, dass es ein Aufnahmeprogramm für gefährdete afghanische Staatsangehörige geben soll. Leider haben wir bisher keine Kenntnisse darüber, unter welchen Voraussetzungen eine Aufnahme erfolgen kann und wie viele Personen begünstigt werden. Wir wissen auch nicht, wie das Bewerbungsverfahren ablaufen wird. Sollten wir Informationen erhalten, werden wir sie hier veröffentlichen.

Derzeit besteht nur für besonders akut gefährdete Personen, die Möglichkeit ein Aufnahmeersuchen auf Grundlage von § 22 S. 2 AufenthG zu stellen. Leider hat das Auswärtige Amt bisher nicht bekannt gegeben, an welche Adresse diese Gesuche zu stellen sind. Leider müssen wir davon ausgehen, dass nur in besonders exponierten Einzelfällen eine Aufnahmezusage erteilt wird.

Wenn Sie bereits ein Aufnahmeersuchen an das Auswärtige Amt gestellt haben, empfehlen wir ebenfalls bei den oben aufgeführten E-Mail-Adressen eine Sachstandsanfrage zu Ihrem Gesuch zu stellen. Wenn es neue Hinweise gibt, die Ihre akute Gefährdung deutlich machen, empfehlen wir, diese in der Mail zu beschreiben.

Wenn Sie bei der GIZ gearbeitet haben, nutzen Sie den personalisierten Link (https://www.giz.de/local-staff-procedure) zur Beantragung des regulären OKV „Ortskräfteverfahrens“, bei dem Ihr Antrag im Rahmen des regulären Verfahrens der deutschen Regierung bearbeitet wird. Das Verfahren beinhaltet eine individuelle beinhaltet, dass Sie aufgrund Ihrer Beschäftigung bei der Deutschen Kooperation oder Ihres Vertragsverhältnisses aufgrund dieser gefährdet sind.

Da die Möglichkeiten Einreise nach Deutschland derzeit leider nur äußerst eingeschränkt vorhanden sind, möchten wir auf Zufluchts- und/oder Unterstützungsangebote für gefährdete und/oder allein zurückgebliebene Familienmitglieder in Afghanistan hinweisen:

Hinweise des Auswärtigen Amtes

Hier finden Sie aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes: Informationen des Auswärtigen Amtes zur weiteren Unterstützung für afghanische Schutzbedürftige und deutsche Staatsangehörige

Please consider the new information of the Foreign Office on Assistance for German nationals and other people entitled to protection.

  • Alle öffnen
  • 1.
    Ortskräfte

    Das Auswärtige Amt weist auf Folgenden hin:

    Für Ortskräfte sind weiterhin die ehemaligen bzw. bisherigen Arbeitgeber zuständig. Ortskräfte, die bisher noch kein Visum oder noch keine Aufnahmezusage erhalten haben, setzen sich hierzu mit ihrem früheren Arbeitgeber in Verbindung, sofern das Beschäftigungsverhältnis nicht bereits vor 2013 endete.

    Für ehemalige Beschäftige des Auswärtigen Amts bedeutet das: Bitte kontaktieren Sie das Auswärtige Amt per Mail an okv@kabu.auswaertiges-amt.de. Diese Adresse ist ausschließlich für die Kolleginnen und Kollegen von Botschaft Kabul und Generalkonsulat Mazar-i Scharif eingerichtet.

    Für andere Gruppen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zum Beispiel der Entwicklungszusammenarbeit oder der Bundeswehr, stehen die zuständigen Arbeitgeber (BMZBMVg, etc.) zur Verfügung, u.a.:

    Die deutschen Botschaften in den Nachbarstaaten können Ortskräfte mit Aufnahmezusage und Ortskräfte, die bereits ein Visum haben, vor Ort bei der Weiterreise nach Deutschland unterstützen. Bis zu diesem Punkt bleiben die bisherigen Arbeitgeber die Ansprechpartner. Falls noch kein Visum vorliegt, können die deutschen Botschaften in den Nachbarstaaten mithilfe der Aufnahmezusage, die nach Erteilung durch das BMI vom Arbeitgeber kommuniziert wird, vorbehaltlich einer Sicherheitsprüfung, schnell und unkompliziert Dokumente zur Einreise nach Deutschland ausstellen.

    Weitere Angehörige

    Die Bundesregierung weist in der Antwort auf die Kleine Anfrage der Linken auf Folgendes hin:

    Bei Vorliegen härtefallbegründender Umstände kommt in besonderen Einzelfällen  eine Berücksichtigung von über die Kernfamilie hinausgehenden Familienangehörigen in Betracht.

    Wir raten dringend dazu, die Vulnerabilität (zum Beispiel Pflegebedürftigkeit von Eltern oder gesundheitliche Einschränkungen volljähriger Kind) oder die individuelle Gefährdung (zum Beispiel aufgrund beruflicher Tätigkeiten etc.) von Angehörigen, die mit der Familie ausreisen möchten, ausführlich zu beschreiben und allen beteiligten Akteur:innen zuzusenden.

    Kontaktdaten

    Ortskräfte des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)

    Ortskräfte der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

    Ortskräfte des Bundesministeriums der Verteidigung

  • 2.
    Besonders gefährdete Afghan:innen

    Stand: Oktober 2022

    Das Bundesaufnahmeprogramm ist am 17.10.20022 bekannt gegeben worden. Hier finden Sie unsere Pressemitteilung dazu.

    Weiterführende Informationen:

     

    Rechtliche Grundlagen der „Aufnahme aus dem Ausland“ nach § 22 AufenthG

    Im Aufenthaltsgesetz ist festgeschrieben, dass eine Aufnahme aus dem Ausland nach § 22 AufenthG erfolgen kann. Dabei wird unterschieden zwischen der Aufnahme nach § 22 Satz 1:

    Einem Ausländer kann für die Aufnahme aus dem Ausland aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.

    und § 22 Satz 2:

    Eine Aufenthaltserlaubnis ist zu erteilen, wenn das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat oder die von ihm bestimmte Stelle zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland die Aufnahme erklärt hat.

     

    § 22 Satz 1 AufenthG

    Ein Antrag nach § 22 Satz 1 AufenthG auf Aufnahme aus humanitären Gründen kann immer (ohne dass eine Aufnahmeerklärung des BMI vorliegen müsste) schriftlich beim Auswärtigen Amt eingereicht werden. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass dringende humanitäre Gründen vorliegen. Das bedeutet, dass sich der betreffende Mensch in einer Notlage befindet, die es als ein Gebot der Menschlichkeit erfordert und rechtfertigt, ihn im Gegensatz zu anderen Menschen in vergleichbarer Lage aufzunehmen (vgl. Fachinformation des DRK-Suchdienstes zum Familiennachzug von und zu Flüchtlingen vom 08. April 2022).

    In der Argumentation für die Aufnahme müssen die „dringenden humanitären Gründe“ dargelegt werden. Dabei ist herauszustellen, dass es sich um ein ein „singuläres Einzelschicksal“ handelt, also keine regelmäßig auftretende Fallkonstellation. Darüber hinaus sollte der Bezug zu Deutschland deutlich gemacht werden.

    Das Auswärtige Amt führt nachdem der Antrag eingereicht wurde zunächst eine Vorprüfung durch. Sollte diese erfolgreich sein, erfolgt dann eine Ladung zu Botschaft.

    Leider sind auch hier die Erfolgschancen als wahnsinnig gering einzustufen, da kaum Aufnahmezusagen nach § 22 Satz 1 erteilt werden. 

    Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

    Flüchtlingsrat Niedersachsen: Leitfaden: Status bei Aufnahme aus dem Ausland bei § 22 AufenthG (2020).

    Anna Schmitt & Sebastian Muy: Arbeitshilfe: „Aufnahme aus dem Ausland“ beim Familiennachzug (Stand: Juni 2017).

    Caritas: Familiennachzug über den Härtefall (Stand: Juni 2018).

     

    § 22 Satz 2 AufenthG

    § 22 Satz 2 AufenthG stellt die Rechtsgrundlage der Evakuierungen von Ortskräften und besonders gefährdeten Personen dar. Das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat hat hier die Rahmenbedingungen für die Aufnahme festgelegt. Wie oben beschrieben, wird bei dem Aufnahmeprozess neben dem zuständigen Ministerium (abhängig von der Tätigkeit des Antragstellenden) auch das BAMF und die Botschaften einbezogen.

    Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Pro Asyl: Die wichtigsten Fakten zur Aufnahme aus Afghanistan nach § 22 Satz 2 AufenthG (Stand: 25.08.21).

  • 3.
    Familiennachzug

    Die Evakuierungsflüge sind leider nicht für Menschen vorgesehen, die ein Visum zum Familiennachzug beantragen können. Wenn Menschen aufgrund des Familiennachzugs nach Deutschland einreisen möchten, müssen Sie das Visumverfahren über die zuständigen Auslandsvertretungen durchlaufen.

    Da es seit einem Bombenanschlag 2017 keine deutsche Botschaft in Afghanistan mehr gibt, sind die deutschen Botschaften in Pakistan (Islamabad) und neuerdings auch Teheran (Iran) für afghanische Staatsangehörige zuständig. Darüber hinaus können afghanische Staatsangehörige das Visum auch bei deutschen Botschaften in anderen Staaten beantragen, sofern sie sich legal und dauerhaft in diesem anderen Staat aufhalten. Außerdem räumt das Auswärtige Amt ein, dass gefährdete Afghan:innen an allen Auslandsvertretungen einen Antrag stellen können, sofern die Notwendigkeit begründbar ist.

    Im Folgenden versuchen wir häufig gestellte Fragen zum Familiennachzug zu beantworten. Weiterführende Materialien finden Sie hier.


    Bin ich berechtigt meine Angehörigen nach Deutschland zu holen?
    Wen kann ich nachziehen lassen?
    Wie bekomme ich einen Termin bei der Botschaft?
    Wie verläuft die Antragstellung?
    Muss meine Ehefrau/ mein Ehemann ein Sprachzertifiakt A1 vorweisen?
    Wie verläuft die Bearbeitung des Antrags?

    Bin ich berechtigt meine Angehörigen nach Deutschland zu holen?

    Ob Menschen die Möglichkeit haben, ein Visum zum Zwecke des Familiennachzugs zu erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal muss die Referenzperson in Deutschland (zu der der Nachzug erfolgen soll) über

    • eine Niederlassungserlaubnis,
    • eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU,
    • eine Aufenthaltserlaubnis,
    • eine Blaue Karte EU,
    • eine ICT-Karte oder eine Mobiler-ICT-Karte verfügen oder
    • sich gem. § 18e berechtigt im Bundesgebiet aufhalten (vgl. § 29 Abs. 1 AufenthG).

    Personen mit einer deutschen Staatsangehörigkeit sind natürlich ebenfalls zum Nachzug berechtigt (vgl. § 27 AufenthG).

    Für Personen mit einer Asylzuerkennung nach § 2 AsylG oder einer Flüchtlingsanerkennung nach § 3 AsylG besteht die Möglichkeit eines privilegierten Nachzugs nach § 29 Abs. 2 AufenthG. Das bedeutet, dass von den Voraussetzungen der Lebensunterhaltssicherung und des Nachweises von ausreichend Wohnraum abzusehen ist, wenn innerhalb von drei Monaten nach Zuerkennung der Schutzstatus eine sogenannte „Fristwahrende Anzeige“ gestellt wird. Auch wenn dies nicht geschieht, kann nach Ermessen von den genannten Voraussetzungen abgesehen werden.

    Für Personen mit subsidiärem Schutz nach § 4 AsylG besteht eine Sonderregleung, die mit einer Kontingentierung verbunden ist (vgl. § 36a AufenthG).

    Bei den folgenden Aufenthaltstiteln ist der Nachzug nach § 29 Abs. 3 AufenthG nur „aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen oder zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland“ erlaubt:

    Humanitäre Gründe könnten festgestellt werden, wenn sich die Lebensgemeinschaft auf absehbare Zeit in keinem anderen Staat herstellen lässt.

    Bei den folgenden Aufenthaltstiteln ist der Nachzug nach nach § 29 Abs. 3 AufenthG ausgeschlossen:

     

    Neben dem notwendigen Aufenthaltsstatus gibt es weitere Faktoren, die ggf. von der Referenzperson erfüllt werden müssen. Der Nachweis von ausreichend Wohnraum ist nach § 29 Abs. 1 AufenthG eine notwendigerweise zu erfüllende Bedingung. Die Sicherung des Lebensunterhalts ist nach § 5 Abs. 1 AufenthG eine Erteilungsvoraussetzung, die in der Regel zu erfüllen ist. Es kann davon abgesehen werden, wenn besondere, atypische Umstände vorliegen, die so bedeutsam sind, dass sie das sonst ausschlaggebende Gewicht der gesetzlichen Regelung beseitigen, oder die Erteilung des Aufenthaltstitels muss aus Gründen höherrangigen Rechts wie etwa Art. 6 GG oder im Hinblick auf Art. 8 EMRK geboten sein, z.B. weil die Herstellung der Familieneinheit im Herkunfts- oder Drittland nicht möglich ist (BVerwG-Urteil vom 30.04.2009 (1 C 3.08 Rn. 13).

    Bei Menschen mit Asylanerkennung, Flüchtlingseigenschaft oder subsidiären Schutz kann immer davon abgesehen werden. Im Falle eines privilegierten Nachzugs (wie oben beschrieben) ist zwangsläufig davon abzusehen.

    Um zu prüfen, was genau in Ihren Fall erforderlich ist, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle, einen Rechtsanwalt/eine Rechtsanwältin oder erkundigen Sie sich hier.
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    Wen kann ich nachziehen lassen? 

    Ein Anspruch auf Nachzug besteht leider nur für die Kernfamilie:
    • Ehepartner:innen und minderjährige ledige Kinder können nachziehen.
    • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge können ihre Eltern nachziehen lassen. Ein Anspruch auf den Nachzug von minderjährigen Geschwistern besteht nicht, dennoch kann er erlaubt werden.

    Der Nachzug von sogenannten „sonstigen Familienangehörigen“, also z.B. volljährige Kinder, Tanten, Onkel oder Eltern einer erwachsenen Referenzperson, kann ebenfalls beantragt werden, aber ein Visum wird nur vergeben, wenn eine „außergewöhnliche Härte“ vorliegt (vgl. § 36 Abs. 2 AufenthG). Diese muss sich von der gewöhnlichen Härte unterscheiden, d.h. eine häufig vorkommende Situation reicht als Begründung leider nicht aus. Es sollte versucht werden, darzustellen, dass es sich um einen Ausnahmefall handelt, der so dramatisch ist, dass die Verweigerung des Aufenthaltsrechts dazu führen würde, dass die/der Betroffene kein eigenständiges Leben führen könnte (vgl. Beschluss des OVG Berlin-Brandenburg vom 03.05.2019 – N 11). Außerdem ist zu begründen, dass die Hilfe in zumutbarer Weise nur in Deutschland erbracht werden kann (vgl. Fachinformation des DRK-Suchdienstes zum Familiennachzug von und zu Flüchtlingen vom 08. April 2022).

    In der Praxis bedeutet dies, dass die Chance auf die Erteilung eines Visums für sogenannte „sonstige Familienangehörige“ leider sehr klein ist.
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    Wie bekomme ich einen Termin bei der Botschaft? 

    Laut Informationen des IOM von Juni 2022 liegt die Zuständigkeit für die Bearbeitung der Anträge von Antragstellenden mit gewöhnlichem Aufenthalt in Afghanistan für ein Visum zur Familienzusammenführung ab sofort bei den Botschaften in Teheran und Islamabad.

    Eine Übersicht der für afghanische Staatsangehörige zuständigen Auslandsvertretungen von DRK Suchdienst finden Sie hier: Zuständigkeit Afghanische FZ Visa Antragstellung und Termin-Registrierung.

    Es wird auf Folgendes verwiesen:

    Wenn der/die Antragsteller/in keine Aufenthaltserlaubnis im Iran besitzt, d.h. sich mit einem befristeten/Touristen Visum im Iran aufhält, oder wenn der/die Antragsteller/in in Afghanistan ansässig ist und seine/Ihre Referenzperson deutscher Staatsbürger ist oder einen anderen Aufenthaltstitel außer subsidiären Schutz in Deutschland besitzt, sollte eine Terminanfrage über den folgenden Link gestellt werden: https://service2.diplo.de/rktermin/extern/choose_category.do?locationCode=kabulvisa&realmId=769&categoryId=1401&request_locale=de

    *Der/die Antragsteller/in hat die Möglichkeit, auch Islamabad zu wählen.

    Wenn der/die Antragstellerin eine Aufenthaltserlaubnis im Iran besitzt und seine/ihre Referenzperson deutscher Staatsbürger ist oder eine gültige Aufenthaltserlaubnis außer subsidiärem Schutz in Deutschland besitzt, sollte eine Terminanfrage über den folgenden Link gestellt werden: https://service2.diplo.de/rktermin/extern/choose_category.do?locationCode=tehe&realmId=22&categoryId=1267

    Antragsteller, deren Referenzpersonen in Deutschland subsidiären Schutz haben, können unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus im Iran einen Termin über den folgenden Link beantragen. Zu dieser Kategorie gehören Antragsteller, die eine Aufenthaltserlaubnis oder ein befristetes/Touristen Visum im Iran haben oder sich in Afghanistan aufhalten. https://service2.diplo.de/rktermin/extern/appointment_showForm.do?locationCode=subs&realmId=851&categoryId=1594 

    Alle Antragstellenden, die sich bereits für einen Termin zur Beantragung eines Visums zur Familienzusammenführung mit Antragstellung in New Delhi registriert haben, werden zu gegebener Zeit von Visametric kontaktiert und zum Termin in Teheran eingeladen. Wir empfehlen, sich dennoch Sicherheitshalber an die Deutsche Botschaft in Teheran zu wenden. Sollte bisher keine Registrierung erfolgt sein, so kann diese über den folgenden Link durchgeführt werden: https://service2.diplo.de/rktermin/extern/choose_category.do?locationCode=kabulvisa&realmId=769&categoryId=1401&request_locale=de

    Für die Terminbuchung wird momentan nur auf Visametric verwiesen, wenn es sich um eine der folgenden Visumzwecke handelt:

    • Studium und Forschung
    • Erwerbstätigkeit: Vorsprache ohne Termin, wenn man eine Vorabzustimmung erhalten hat (seit 10.11.21), sonst Terminbuchung bei der Botschaft
    • beschleunigtes Fachkräfteverfahren: Vorsprache ohne Termin, wenn man eine Vorabzustimmung erhalten hat (seit 10.11.21), sonst Terminbuchung bei der Botschaft.

     

    Die Buchung des Termins zum Familiennachzug muss nicht über Visametric erfolgen.

    Wichtig bei der Buchung: Sie müssen unbedingt eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeben, auf der Sie gut erreichbar sind. Wenn sich die Kontaktdaten ändern, teilen Sie das der Auslandsvertretung mit. 

    Die Terminbuchung über die Mailadresse des IOM  (Info.fap.de@iom.int) scheint nun nicht mehr möglich zu sein (Stand 02.06.2022).

     

    Terminvorziehung

    Nach Aussage des Auswärtigen Amtes vergeben die Botschaften Sondertermine zur Vorsprache, wenn besondere Umstände vorliegen, die auf eine besondere Notlage bzw. eine besondere Gefährdungssituation hindeuten und eine unverzügliche sachliche Prüfung des Visumbegehrens erfordern. Unter Darlegung der spezifischen Gefährdungssituation könne daher auf die Vergabe eines zeitnahen Sondertermins bei der deutschen Auslandsvertretung hingewirkt werden. Ein Hinweis auf die generelle Gefährdungssituation in Afghanistan genügt jedoch nicht.

    Wenn der Nachzug zum unbegleiteten Minderjährigen erfolgt, der innerhalb eines Jahres volljährig wird, empfehlen wir dringend um eine Terminvorziehung zu bitten. Wenden Sie sich in diesen Fällen an die zuständige Botschaft und das Auswärtige Amt (509-R2@diplo.de).

    Außerdem kann in Teheran ein Sondertermin beantragt werden, wenn eine Schwangerschaft oder ein medizinischer Notfall besteht oder aufgrund einer terminierten Eheschließung ein Sondertermin benötigt wird. Bitte verwenden Sie den Betreff „Familienzusammenführung – Eheschließung/Schwangerschaft/medizinischer Notfall“ an die Mailadresse sondertermin@tehe.diplo.de. Zugesendet sollten ebenfalls alle Dokumente in Form eines PDF-Dokuments, der vollständige Vor- und Nachname, die Passnummer und die Registrierungsnummer, die man bei der Buchung erhält.

    Eine Priorisierung kann außerdem erfolgen, wenn eine Kindeswohlgefährdung anzunehmen ist oder die Zugehörigkeit zu einer „besonders gefährdeten Personengruppe“ glaubhaft gemacht werden kann (vgl. Fachinformation des DRK-Suchdienstes zum Familiennachzug von und zu Flüchtlingen vom 08. April 2022).

     

     

    Unterstützung durch das IOM

    Das Auswärtige Amt schreibt:

    Die International Organisation for Migration (IOM) führt das Familienunterstützungsprogramm (FAP) weiter. Es dient zur Vorbereitung von Anträgen auf Familienzusammenführung auch für afghanische Antragsteller. Afghanische Antragstellerinnen und Antragsteller, die noch keinen Familiennachzug nach Deutschland beantragt haben, können sich per Mail unter info.fap.af@iom.int an die IOM wenden. IOM kann Ihnen dann, im Rahmen der freien Kapazitäten, einen Termin an einer deutschen Auslandsvertretung in der Region zuteilen.

    Sofern Termine aufgrund der Situation in Afghanistan nicht wahrgenommen werden können, teilen Sie dies der Botschaft mit und erfragen Sie einen neuen Termin.

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    Wie verläuft die Antragstellung? Welche Unterlagen muss ich beibringen? 

    Die Antragstellung erfolgt durch die persönliche Vorsprache bei der zuständigen Auslandsvertretung.

    Die Bundesregierung verweist darauf, dass versucht wird, das Visumverfahren für afghanische Staatsangehörige zu erleichtern. Konkret bedeutet dies Folgendes:

    • Visastellen wurden angewiesen, Ermessensspielräume umfänglich zu nutzen,
    • die Urkundenüberprüfung wurde ausgesetzt,
    • Passersatzpapiere können im erleichterten Visumverfahren ausgestellt werden, wenn kein Pass vorliegt,
    • ein Dienstleister unterstützt die Annahme der Visumanträge (in Teheran und künftig auch in Islamabad (vgl. Plenarprotokoll 20_36_FNZ Teheran BFAA_Bünger, Frage 49).

    Wenn Dokumente aufgrund der Herrschaft der Taliban nicht beschafft werden können, empfehlen wir, dies in einem Schreiben darzulegen. Wenn es sich um einem Reisepass handelt, empfehlen wir, einen schriftlichen Antrag auf Ausstellung eines Reisepasses für Ausländer im Ausland beizulegen.

    Achtung: Wenn sich Personen in Iran oder Pakistan aufhalten, sind Reisepässe in den allermeisten Fällen unbedingt erforderlich, da die Regierungen dieser Länder Personen nicht ausreisen lassen, wenn Sie sich nicht legal im Land aufhalten. Die Einreise ist legal, wenn ein Visum vorliegt. Nach unserem Kenntnisstand ist es momentan nicht möglich, den Aufenthalt im Iran oder in Pakistan nach einer Einreise ohne Visum zu legalisieren. Daher ist in vielen Fällen leider eine Aus- und Wiedereinreise nötig (Stand: November 2022).

    Wenn ein Sprachnachweis erforderlich ist, dieser aber nicht erbracht werden kann, legen Sie dies ebenfalls schriftlich dar. Listen Sie auf, welche Bemühungen die antragstellende Person bereits unternommen hat, um die Sprache zu lernen.
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    Muss meine Ehefrau/ mein Ehemann ein Sprachzertifiakt A1 vorweisen?

    Dies ist im Einzelfall zu prüfen und kann nicht pauschal beantwortet werden. Das Auswärtige Amt schreibt dazu:

    „Die deutschen Visastellen im Ausland sind gem. § 30 AufenthG u.a. verpflichtet zu prüfen, ob auf Grund der Umstände des Einzelfalles eine Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der Lernbemühungen zum Erwerb einfacher Kenntnisse der deutschen Sprache oder der Nachweis dieser Bemühungen vorliegt. Dabei berücksichtigen sie insbesondere die jeweilige Gesundheits- und Sicherheitslage und Bewegungsmöglichkeiten am Wohn- bzw. Aufenthaltsort sowie die persönliche und familiäre Situation der Antragstellenden. Aufgrund des gesetzlichen Auftrags, die Umstände des Einzelfalls zu prüfen, darf keine pauschale Einstufung erfolgen.

    Das AA hat die Auslandsvertretungen der Region Mitte August explizit darauf hingewiesen, angesichts der aktuellen Situation in Afghanistan auf das Vorliegen derartiger Umstände zu achten und diese zu berücksichtigen. Die Bundesregierung geht derzeit davon aus, dass das Ablegen einer  A1- Prüfung im Zuge von Visumanträgen zur Familienzusammenführung für Menschen, die im Zeitpunkt der Antragsstellung ihren letzten Wohnsitz bzw. dauerhaften Aufenthaltsort in Afghanistan hatten, grundsätzlich weder möglich noch zumutbar ist.

    Sofern der Nachzug zum Ehegatten bereits seit längerem geplant und ggfs. beantragt ist, kann grundsätzlich erwartet werden, dass bereits entsprechende Bemühungen um das Erlernen der deutschen Sprache unternommen wurden. Diese Bemühungen können bei der Antragstellung entsprechend glaubhaft gemacht werden.“

    Wir empfehlen: Schreiben Sie genau auf, welche Bemühungen unternommen wurden und reichen Sie die Zusammenfassung bei der Botschaft ein. Wurde mithilfe einer App gelernt? Wurde sich ein Sprachlernbuch zum Selbststudium angeschafft? Wie viele Stunden hat die antragstellende Person wöchentlich mit Lernen verbracht? Hat der Ehepartner oder die Ehepartnerin in Deutschland online unterstützen können?

    Auch wenn es Herausforderungen oder Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprache gab (z.B. fehlender Internetzugang, Erkrankungen, Analphabetismus), empfehlen wir, diese darzulegen.

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    Wie verläuft die Bearbeitung des Antrags?

    Da es aktuell keine deutsche Botschaft in Kabul gibt, werden die Visumanträge im Afghanistan-Referat des Auswärtigen Amtes in Berlin bearbeitet. Außerdem werden die zuständigen Ausländerbehörden in die Erteilungsentscheidung einbezogen.

    Wenn der Antrag abgelehnt wird, gibt es zwei Möglichkeiten, gegen die Ablehnung vorzugehen:

    1. Eine sogenannte Remonstration wird verfasst und eingereicht. Dabei handelt es sich um eine Beschwerde gegen die Ablehnung und eine Erklärung, warum dies falsch ist.
    2. Eine Klage wird beim Verwaltungsgericht Berlin (unabhängig vom Wohnort der Refernzperson!) eingereicht.

     

  • 4.
    Möglichkeiten durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz

    Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist in §§ 16-20 AufenthG geregelt. Es umfasst insbesondere folgende Optionen der Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis:

    Achtung: Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz richtet sich nach „den Erfordernissen des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Deutschland“ (§ 18 AufenthG); es ist nicht zu verwechseln mit einem humanitären Aufnahmeprogramm und kann keine Alternative dazu sein. Humanitäre Aspekte werden im Visumverfahren nicht begünstigend einbezogen. Eine Rückreiseabsicht im Falle des nicht mehr vorliegenden Visumzweckes muss im Visumverfahren dargelegt werden.

    Informationen zu den Voraussetzungen einer Beantragung finden sich hier: 

    Die Bundesregierung: Make it in Germany (Stand: 27.09.2021).

    Auswärtiges Amt: Längerfristige Aufenthalte über 90 Tagen: Fachkräfteeinwanderungsgesetz (Stand: 02.03.2021).

    Diakonie: Fachkräfteeinwanderungsgesetz (Stand: 12.08.2020).

    BAMF: Fachkräfteeinwanderungsgesetz (01.03.2021).

    BAMF: Blaue Karte EU (Stand: 21.05.2021).

    Europäisches Parlament Aktuell: Blaue Karte: Neue Regeln für hochqualifizierte Einwanderer in die EU (Stand: 15.09.2021).

  • 5.
    Stipendienprogramme

    Im Folgenden haben wir verschiedene Stipendienprogramme aufgeführt. Bitte wenden Sie sich bei Fragen direkt an die stipendienvergebenden Organisationen.

    1) Für Journalisten:

    2) Für Studierende zwischen 18 und 25 Jahren:

    • https://berlin.bard.edu/program-for-international-education-and-social-change, this is a BA program with scholarships. Students chose between a BA in economics, politics and social thought, or humanities, arts and social thought. The college is preparing a special contact form for young Afghans as they oftentimes cannot hand in the regularly needed documents. Let me known if you have a candidate and I will share the form with you in about one week. Applicants who have already studied 2 years can get into the program fort a German and a US degree. Those who have not studied yet of less can still apply and can gain a US BA, if they are admitted to the program. A good command of English is necessary; generally C1, in case of Afghan refugees B2 will be enough, the college will offer additional language courses if needed.

    3) Für fortgeschrittene Studierende:

    4) Für Forscher:

    5) Internationales Netzwerk für gefährdete Wissenschaftler:

     

  • 6.
    Ausreisemöglichkeiten in andere Staaten

    Informationen zu Evakuierungs- und Ausreisemöglichkeiten in andere Staaten gibt es auf dieser Seite. Dort sind Informationen zu folgenden Ländern gelistet: Kanada, USA, Großbritannien, Deutschland, Niederlande, Dänemark, Belgien, Schweden, Tschechien, Spanien, Italien, Schweiz, Türkei, Indien, Pakistan, Iran, Usbekistan, Tajikistan, Kasachstan, China, Neuseeland, Vereinigte Arabische Emirate und Israel. Wir können über die Richtigkeit dieser Daten keine Auskunft geben.

    Weitere Übersichten und Informationen unter:

    Achtung: Diese Informationen wurden nicht von uns zusammengefasst. Wir können ihre Richtigkeit nicht prüfen.

    Ausreise auf dem Landweg

    Wir können keine Einschätzung zur Sicherheitslage bei einer Grenzüberquerung auf dem Landweg in ein Nachbarland geben. 

    Die Risikoabwägung zur Ausreise auf dem Landweg muss in Abhängigkeit von den persönlichen Umständen von den Betroffenen selbst vorgenommen werden.

    Das Auswärtige Amt schreibt, die Bundesregierung sei derzeit bemüht, Absprachen insbesondere mit den Nachbarstaaten Afghanistans zu treffen, um die sichere Ein- und Weiterreise vor Ort zu für Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, Aufenthaltserlaubnis, Visum oder Aufnahmezusage zu gewähren.

     

    Unterstützung in Nachbarländern

    UNHCR in der Türkei: How to seek help as a refugee or an asylum seeker in Türkiye?

    UNHCR in Pakistan: Help for refugees and asylum-seekers

    UNHCR im Iran: Help for refugees and asylum-seekers

     

 

Weitere (mehrsprachige) Informationen/Übersichten:

Neue deutsche Medienmacher:innen: Handbook Germany: Hier finden Sie wichtige Informationen zur Situation in Afghanistan auf Deutschفارسی/دریEnglishپښتو

Informationsverbund Asyl& Migration: Informationen für Schutzsuchende aus Afghanistan

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