Suizide, Suizidversuche und Selbstverletzungen von Asylsuchenden 2019 und 2020

Der Antwort der Landesregierung vom 09.04.2021 auf eine Anfrage der Grünen (Drs. 18/8966) lassen sich erschreckende Zahlen über Suizidversuche in niedersächsischen Gemeinschaftsunterkünften entnehmen. Insbesondere in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes ist die Zahl der dokumentierten Suizidversuche hoch:

In den Einrichtungen der LAB NI kam es im fraglichen Zeitraum zu 34 (!) Suizidversuchen an den folgenden Standorten:

Bad Fallingbostel (1), Braunschweig (3), Celle (2), Bramsche (13), Oldenburg (1), Osnabrück (14)

Die Gründe für die hohe Rate an Suizidversuchen in Bramsche/Osnabrück lassen sich aus der Antwort nicht entnehmen.

Auch in Sammelunterkünften der Kommunen kam es zu zwölf Suizidversuchen. Die Statistik ist allerdings unvollständig, da 8 von 47 Kommunen nicht geantwortet haben. Dokumentiert sind Suizidversuche in Sammelunterkünften der folgenden Kommunen: Cloppenburg (2), Oldenburg (2), Braunschweig (1), Großkneten (1), Lüneburg (4), Wildeshausen (1) und im LK Gifhorn (1).

Zu vollendeten Suiziden von Asylbewerber_innen, die bereits in dezentralen Unterkünften wohnten, kam es in Wolfsburg, Braunschweig sowie in den Landkreisen Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg und Peine.

Während des Vollzugs von Abschiebungsanordnungen kam es 2019 zu 16 Suizidversuchen. Im Jahr 2020 waren es sieben.

Die Landesregierung berichtet weiter von fünf Abschiebungsversuchen in Polizeigewahrsam (diese Zahlen sind unvollständig) und fünf Suizidversuchen in Justizvollzugseinrichtungen. Nur in einem Fall gab es eine polizeiliche Untersuchung des Vorfalls.

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