15-jähriger Ezide in Celle erstochen

Wir sind bestürzt über den Tod des 15-jährigen Eziden Arkan Hussein Khalaf, der am Dienstagabend in Celle von einem 29 Jahre alten Mann erstochen wurde, als er mit seinem Fahrrad stadteinwärts fuhr. Augenzeugen haben berichtet, dass der Täter sich zuvor in einem Hauseingang aufgehalten hatte. Das Opfer kam ins Krankenhaus und erlag kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen. Unser Beileid gilt seiner Familie, die nach dem Völkermord des IS 2014 aus Şengal nach Deutschland geflüchtet ist und seit 2015 in Celle lebt.

Bei seiner Festnahme habe der Täter, laut Polizei ein 29-Jähriger Deutscher, verwirrt gewirkt. Ob ein rassistischer Hintergrund vorliegt, vermochte die Polizei nicht zu sagen. Es ist notwendig, dass die Motivation der Tat gründlich und vorbehaltlos ermittelt wird. Dabei müssen immer auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge mit berücksichtigt werden. Zu oft haben wir in der Vergangenheit erlebt, dass eine rassistisch motivierte Gewalttat zunächst als Tat eines „verwirrten Einzeltäters“ abgetan wurde und sich dann später herausstellte, dass Rassismus vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Stimmungslage der Antrieb für das Verbrechen war.

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