Situation von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt in Niedersachsen: Infos des Nds. Wirtschaftsministeriums

Die niedersächsischen Landesregierung veröffentlicht monatliche Zahlen zu den Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt in Niedersachsen, (siehe hier). Die Daten identifizieren dabei auch Geflüchtete unter den Migrant_innen und lassen so Aussagen konkret zur Situation von Flüchtlingen auf dem niedersächsischen Arbeitsmarkt zu. In einer Präsentation hat das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung (MW) die wesentlichen Erkenntnisse dazu dargestellt. Weiterhin werden in der Präsentation sehr übersichtlich die jüngeren gesetzlichen Änderungen aufgeführt, die teilweise zu einer Öffnung des Arbeitsmarktes geführt haben. Darüber hinaus gibt die Präsentation einen umfassenden Überblick über das Angebot an zahlreichen (z.T. bereits beendeten) Maßnahmen und Projekten zur Förderung des Arbeitsmarktzugangs von Geflüchteten in Niedersachsen.

Die Daten bestätigen, dass ein Großteil der Flüchtlinge noch sehr jung ist, 59% sind im Alter von 15 bis unter 35 Jahren, und damit noch eine lange potenzielle Erwerbsbiografie vor sich haben. Auch eine andere hinlänglich bekannte Tatsache wird bestätigt: Unter den arbeitsuchenden Geflüchteten sind 29,2% weiblich. Das entspricht in etwa dem Verhältnis aller Frauen an allen Asylantragsteller_innen im erwerbsfähigen Alter und könnte den Schluss zulassen, dass sich geflüchtete Frauen bei den Arbeitsagenturen ungefähr genauso häufig melden wie Männer (wenn sie unter das SGB II fallen, werden sie vom Jobcenter zwangsläufig erfasst).

Die Daten machen auch deutlich, dass mit rund zwei Dritteln aller Geflüchteten viele keinen hier anerkannten Schulabschluss haben.

Das MW stellt vor dem Hintergrund der Daten fest, dass ein besonderer Handlungsbedarf im Bereich Übergang Schule – Ausbildung – Beruf besteht. Eine Einschätzung, die der Flüchtlingsrat angesichts der Erfahrungen aus den IvAF-Arbeitsmarktprojekten in Niedersachsen bestätigen kann.

Auffällig auch, dass der Anteil arbeitssuchender Flüchtlinge in einigen Städten und Landkreisen besonders hoch ist, insbesondere in den Städten Salzgitter, Wilhelmshaven und Delmenhorst. Hier sind in der Vergangenheit wegen des günstigen Wohnraums und dem Kontakt zu bestehenden Communities viele anerkannte Flüchtlinge hingezogen. Die Städte haben darauf bekanntlich mit rechtlichen Einschränkungen für anerkannte Flüchtlinge in Form einer „negativen Wohnsitzauflage“ bzw. Zuzugssperre reagiert (siehe hier).

Hier die Präsentation „Zur niedersächsischen Arbeitsmarktpolitik für Flüchtlinge“ des MW


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