Hannover soll Patenschaft für niedersächsisches Segelboot übernehmen

Bündnis startet Petition zur Patenschaft für Seenotrettungsprojekt
Hannover soll Patenschaft für niedersächsisches Segelboot übernehmen

Eine Initiative der Seebrücke Hannover, des Niedersächsischen Flüchtlingsrats und der niedersächsichen Seenotrettungsorganisation CompassCollective setzt sich in der Stadt Hannover für die Übernahme einer Patenschaft für ein Seenotrettungsschiff im Mittelmeer ein. Damit soll die Seenotrettung unterstützt und die Selbstverpflichtung der Stadt, sich als „Sicherer Hafen“ zu erklären, mit einer deutlichen Geste verbunden werden.

Sigmar Walbrecht vom Flüchtlingsrat: „Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2025 im zentralen Mittelmeer 1.314 Menschen gestorben sind. Die Dunkelziffer liegt weit höher, weil viele Vermisste nicht erfasst werden.“

Zur Zeit besteht die Zivile Flotte aus ca. 20 Booten, die überwiegend mit Spenden die Arbeit der untätigen europäischen Staaten übernehmen.

Katja Tempel, Sprecherin des CompassCollective: „Statt finanzieller Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Engagements von Menschen und Organisationen, die in der Rettung auf dem Mittelmeer aktiv sind, kommt es zu einer immer stärker werdenden Kriminalisierung durch staatliche, insbesondere italienische Behörden. So wurde auch unser Boot gerade auf Lampedusa festgesetzt, weil wir verweigerten mit Tunesischen Behörden zu kommunizieren“.

In diesen Zeiten ist die Positionierung von Städten wichtig, die sich selbst als „Sicheren Hafen“ erklärt haben.

Emma Harkämper von Seebrücke Hannover: „Die Landeshauptstadt kann diesen Status jetzt mit Leben füllen, in dem sie eine Patenschaft für das niedersächsische Rettungsboot TROTAMAR III übernimmt.“

Die TROTAMAR III ist ein 13 Meter  langes Segelboot mit wechselnden Crews. Seit dem Einsatzbeginn im August 2023 haben die Crews in 22 Einsätzen insgesamt 2739 Menschen in Seenot unterstützt und ihre Rettung durch Alarmierung der Rettungsleitstelle in Rom veranlasst. 544 Menschen wurden direkt auf die TROTAMAR III gerettet.

Die Verstärkung der Civil Fleet im Mittelmeer stammt aus dem Wendland, der Region in Niedersachsen, die 40 Jahre lang von der Auseinandersetzung um die Atomenergie geprägt wurde. Zivilgesellschaftlicher Protest konnte am Ende ein Atommüll-Endlager in Gorleben verhindern und bringt den Rückenwind, um solidarisch gegen Abschottung und das Sterben auf dem Mittelmeer anzusegeln.

Die Seebrücke Hannover stellt sich seit Jahren gegen die europäische Abschottungspolitik und insbesondere gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung und fordert die Politik auf, sichere Fluchtwege zu schaffen.
Der Niedersächsische Flüchtlingsrat ist eine landesweit tätige Menschenrechtsorganisation, die sich für eine von Humanität geprägte Flüchtlingspolitik, ein Europa der Menschenrechte, des Flüchtlingsschutzes und der Solidarität einsetzt.
Das CompassCollective des niedersächsischen Vereins Grenzenlos- People in Motion e.V. unterstützt seit 2016 Menschen auf der Flucht und versucht das Sterben auf dem Mittelmeer zu verringern.

Zum Auftakt der Kampagne zur Übernahme einer Patenschaft veranstaltet die Initiative eine öffentliche Veranstaltung am

                    04.05.2026 um 18 Uhr im Stadtteilzentrum Lister Turm, Raum 16 

mit dem CompassCollective und einer Filmreportage, die die Arbeit auf dem Mittelmeer zeigt.
Informationen zur aktuellen Situation auf dem Mittelmeer und eine Diskussion über die Verantwortung, die Hannover als Landeshauptstadt trägt, runden die Veranstaltung ab.

Petition „Stadt Hannover für eine Schiffspatenschaft- Seenotrettung unterstützen:
https://www.openpetition.de/petition/online/stadt-hannover-fuer-eine-schiffspatenschaft-seenotrettung-unterstuetzen

Pressekontakte:
Seebrücke Hannover
Mail: hannover@seebruecke.org
https://www.seebruecke.org/

CompassCollective
Katja Tempel, 0160- 44 00 2026
presse@compass-collective.org
https://compass-collective.org/

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