Gemeinsame Erklärung: Ausgrenzung schadet uns allen

Mit großer Sorge beobachten wir, dass Maßnahmen der Gesundheits-, Sozial- und Migrationspolitik Ungleichheiten verschärfen. Statt diesen wirksam entgegenzutreten, werten einige Politiker*innen mit populistischen Äußerungen ganze Bevölkerungsgruppen ab. Als Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen sehen wir uns in besonderer Verantwortung. Wenn Politiker*innen und andere öffentliche Stimmen grundlegende Werte wie Menschenrechte und Sozialstaatlichkeit in Frage stellen, dürfen wir nicht schweigen.

Unsere Arbeit basiert auf der Unantastbarkeit der Menschenwürde. Wir versorgen und beraten Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Alter, Religion, Einkommen, sozialem Status oder sexueller Orientierung. Vielfalt ist für uns kein Schlagwort, sondern auch in unserem Kolleg*innenkreis gelebte Realität. Sie stärkt unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft.

Wir wissen, dass Armut und Diskriminierung krank machen. In unserer täglichen Arbeit sehen wir die Folgen, wenn Gesetze, Institutionen und Meinungsmacher*innen Menschen ausgrenzen und Politiker*innen Gelder im Gesundheits- und Sozialbereich kürzen. Existenzsorgen, unsichere Arbeitsbedingungen und Wohnungslosigkeit schaden der Gesundheit. Gesetzlich geschaffene Hürden erschweren die notwendige medizinische Versorgung zum Beispiel von Asylsuchenden. Vermehrt erleben wir auch, wie rassistische Anfeindungen sowohl die von uns unterstützen Menschen bedrohen als auch unsere Kolleg*innen.

Dabei wissen wir: Es wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, wenn wir Armut und Ungleichheit bekämpfen und den Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle sicherstellen. Je gerechter ein Land ist, desto höher ist die Lebenserwartung, desto geringer ist die Kindersterblichkeit und desto gesünder fühlen sich Menschen im Durchschnitt. Davon profitieren wir als Gesellschaft insgesamt – und das muss Ziel politischer Entscheidungen sein.

Halten Sie mit uns zusammen!

Vor den anstehenden Kommunal- und Landtagswahlen appellieren wir an alle: Setzen Sie sich mit uns gemeinsam ein für eine Politik, die Menschenrechte schützt, Gesundheit fördert, Vielfalt achtet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

Jetzt gemeinsame Erklärung unterschreiben!

Unterzeichnende

Stand 7. April 2026

Organisationen:

  1. Ärzte der Welt
  2. Refugio München
  3. Aspies e.V. – Menschen im Autismus-Spektrum
  4. MediNetz Bielefeld
  5. Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.
  6. Deutsche Aidshilfe
  7. aidshilfe leipzig e.V.
  8. Bundesverband Psychosozialer Zentren, Versorgung nach Folter, Krieg und Flucht e.V. (ehemals BAfF e. V.)
  9. AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.
  10. ACR: Centrum für Sexuelle Gesundheit e.V.
  11. Medinetz Marburg e.V.
  12. Braunschweiger AIDS-Hilfe e.V.
  13. Medibüro Kiel e.V.
  14. AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd e.V.
  15. Empowerment für Diversität (Charité – Universitätsmedizin Berlin)
  16. Armut und Gesundheit in Deutschland. e. V.
  17. Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
  18. Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e. V.
  19. Verein demokratischer Ärzt*innen
  20. BACK Bundesverband Anonymer Behandlungsschein und Clearingstellen für Menschen ohne Krankenversicherung
  21. Sächsischer Anonymer Behandlungsschein e.V.
  22. Medibüro Berlin – Netzwerk für das Recht auf Gesundheitsversorgung aller Migrant*innen
  23. Deutscher Hebammenverband e.V.
  24. MediNetz Koblenz e.V.
  25. Junger DBSH
  26. MediNetzBonn e.V.
  27. Fachverband Traumapädagogik e.V.
  28. Condrobs e. V.
  29. Deutscher Pflegerat e.V.
  30. KLIK- Rechte und Ressourcen für wohnungslose Menschen e.V.
  31. Medinetz Rostock e.V.
  32. Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
  33. Landesverband Sexuelle Gesundheit – Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V.
  34. Diakonisches Werk Köln und Region GgmbH
  35. GGUA Flüchtlingshilfe e.V.
  36. Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, VdPP
  37. Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
  38. Krankenhaus statt Fabrik
  39. BAG Wohnungslosenhilfe e.V.
  40. IPPNW – Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V.
  41. Medibüro Hamburg
  42. MediNetz Essen e.V.
  43. Medinetz Tübingen e.V.
  44. Medinetz Freiburg
  45. Freiburger Anonymisierter Behandlungsschein e.V.
  46. Diakonisches Werk im ev. Kirchenkreis Dinslaken
  47. Feministische Medizin e.V.
  48. Projekt „Chancen für Roma und EU-Zugewanderte in Halle“
  49. Europa.Brücke.Münster
  50. BBG Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe gGmbH
  51. Hoffnungsorte Hamburg
  52. Bundesverband Anonymer Behandlungsschein und Clearingstellen für Menschen ohne Krankenversicherung e. V.
  53. Parakaleo e.V.
  54. Nachwuchsnetzwerk Öffentliche Gesundheit (NÖG)
  55. VIA, Regionalverband Berlin Brandenburg e. V.

Einzelpersonen:

  1. Prof. Dr. med. Michael Pritsch, Arzt
  2. PD Dr.med. Günter Fröschl, Facharzt Tropeninstitut LMU München
  3. Rita Kren, Allgemenärztin
  4. Jasmin Russak
  5. Viola Engels, Krankenschwester
  6. Dr. med. Christa Scholtissek, Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie i. R.
  7. Dr.med. Gabriele Gawlas-Zahn, Gynäkologin
  8. Pia Gerz, Physiotherapeutin
  9. Mirko Hübner
  10. Dr. Jonas König, Arzt
  11. Monica Ilea, Pädagogische Fachkraft
  12. Dr. Marianne Eger, Ärztin
  13. Sandra Schönberger, Referentin
  14. Dr. med. Susan Blasius, Ärztin
  15. Susanne Feess
  16. Gottfried Dunkel, Aidshilfe Mitarbeiter
  17. Utz Göbel, Logistik Krankenhaus
  18. Uwe Schreiber, Selbständiger Berater im Gesundheitswesen
  19. Dr. med. Christian Wichers, Facharzt für Allgemeinmedizin und Sexuelle Gesundheit
  20. Vanya Paskaleva, Soziale Sprachmittlung im Gesundheitsbereich, Studentin
  21. Elena Dahlheimer, Verwaltungsangestellte
  22. Bernd Dahlheimer, IT Consultant und Entwickler SAP
  23. Hannah Mezler
  24. Katharina Kästner, Ärztin
  25. Matthias Hoppe, Arzt
  26. Hannah Apel
  27. Thomas Wieja, Arzt
  28. Maziar Taymoorzadeh
  29. Gerda Matzel, Hausärzt:in
  30. Steffen Derner
  31. Dipl.Med. Kirsten Küssner, Ärztin
  32. Sabine Hettinger, Inklusionsbeauftragte
  33. Charlotte Matthiessen, Sozialarbeiterin
  34. Lena Kramer, Medizinstudentin
  35. Lars Müller
  36. Prof. Dr. Michael Knipper, Universität Gießen
  37. Nele Wilk, Sozialarbeiterin
  38. Daniela Böhler, pädagogische Mitarbeiterin
  39. Theresa Zanders
  40. Dr. med. Jessica Groß
  41. Celina Gereke, Erzieherin
  42. Prof. Christoph Heintze, Allgemeinarzt
  43. Ulrike von Haldenwang, Hebamme
  44. Ursula Maaßen, Frauenärztin
  45. Ernst-Ludwig Iskenius, Kinder- und Jugendarzt
  46. Prof. Dr. Dr. Jens Holst, Emeritierter Hochschullehrer
  47. Anna Halbgewachs
  48. Dr. med. Ulrich Pape, Vorstandsmitglied FamilienPlanungsZentrum Balance
  49. Prof. Dr. Patricia Kraft
  50. Hannah Eger, Gesundheitswissenschaftlerin
  51. Susann Ratzsch
  52. Luisa Meyer, Koordination anonymer Krankenschein Köln
  53. Susanne Eikenberg
  54. Hanna Neuling, Mitarbeiterin open.med Berlin/Ärzte der Welt
  55. Prof. Dr. med Anja Dieterich, Hochschullehrerin
  56. Annika Schroeders, Studentin
  57. Dr. Peter Schwick, Kinderarzt
  58. Prof. Dr. Ilker Ataç
  59. Christa Schuimer, Rentnerin
  60. Parija Tavakoli
  61. Thomas Moormann, Gesundheitswissenschaftler
  62. Awa Naghipour, Ärztin, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin im Themenbereich Geschlechter- und Diskriminierungssensible Medizin
  63. Friederike Raißle
  64. Miriam Kube, Diplom-Sozialarbeiterin
  65. Jennifer Olles, Verwaltungsfachkraft in der Obdachlosenarbeit
  66. Dr. Maike Grube, Diakonie Deutschland
  67. Christiane Hoffmann-Kuhnt, Ärztin
  68. Dr. med. Cihan Çelik, Arzt
  69. Andrea Hering
  70. Christine Vogler
  71. Dr. med. Maria Möller, Ärztin
  72. Nele Sieverding, Medizinstudentin
  73. Bronwyn Margolis
  74. Neriman Kurt, Sozialarbeiterin
  75. Dr. med Michael Keck, Arzt
  76. Taina Gärtner
  77. Remziye Ünal, Soz.Päd. Rentnerin
  78. Meral Cendal
  79. Burcak Akman
  80. Dr. Sebastian Schink, Arzt
  81. Renate Schaffernicht, Fachpflege ITS
  82. Sabine Speiser
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