Skandalöser Abschiebungsversuch in Munster

Am Mittwoch, den 12.03.2008 wurde eine armenische Flüchtlingsfamilie aus Munster (Landkreis Soltau-Fallingbostel) ohne Vorankündigung frühmorgens aus dem Schlaf gerissen und festgenommen. Dabei erlitt die herzkranke Ehefrau einen Kreislaufkollaps und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Statt die Abschiebung abzubrechen, brachten die Polizeibeamten den 37-jährigen Familienvater mit seinen vier Kindern, darunter einem neunmonatigen Baby, zur Zentralen Ausländerbehörde nach Bielefeld und machte sich von dort mit einem Polizeiwagen in Richtung München auf den Weg, wo der Flieger starten sollte. Der Flüchtlingsrat informierte über den Sozialdienst die Bundespolizei in München, die sich unter den gegebenen Umständen weigerte, die Abschiebung durchzuführen. Der Polizeiwagen, der sich mit den Flüchtlingen noch auf der Autobahn befand, musste daraufhin seine Fahrt stoppen und die Abschiebung abbrechen.

Statt die Familie wieder nach Munster zurückzufahren, setzten die Beamten den mittellosen Vater mit seinen vier hungrigen Kindern sowie den in aller Eile gepackten Kartons kurzerhand am Bahnhof in Kassel aus. Verwandte der Familie bei Munster mussten sich daraufhin einen Wagen leihen und nach Kassel fahren, um die Familie zurückzuholen. Erst gegen zwei Uhr morgens war die Familie wieder zu Hause in Munster.

Berichten der Familie zufolge erhielten die Kinder während der gesamten Dauer des Polizeigewahrsams kaum etwas zu essen und wurden von einem der Beamten beschimpft und bedroht, man würde sie „ins Kinderheim“ einweisen und ihren Vater allein abschieben, wenn sie nicht leise seien.

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