UNICEF Kosovo Studie (März 2012)

Wichtige Studie zur Kosovo-Abschiebungsproblematik insbesondere für Familien mit Kindern. Qualifizierte Einschätzungen zum Ausmaß der Traumatisierung der Kinder – auch durch die Abschiebungen selbst, zur Reintegrations(un-)möglichkeit im Kosovo(mit Hinweisen zum kosovarischen Budget und zu URA II), zum Problem des Zugangs zu sozialer, psychiatrischer und psychologischer Versorgung.

Kosovo – UNICEF-Studie: Stilles Leid, März 2012

Befragt wurden aus Deutschland und Österreich abgeschobene Kinder und ihre Familien. Die Ergebnisse sind erschreckend, wenn auch nicht ganz unerwartet:

  • Fast die Hälfte aller Jugendlichen (44,2 Prozent) litt an Depressionen, ein Viertel (25,5 Prozent) berichtete von Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und ein Fünftel (19,1 Prozent) empfand das Leben als nicht lebenswert.
  • Ein Viertel (25,5 Prozent) hatte Selbstmordgedanken, was in einer Region mit traditionell niedrigen Selbstmordraten bemerkenswert ist.
  • Vierzig Prozent der Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren hatten große soziale Probleme, ein Drittel (33 Prozent) zeigte Symptome einer klinischen Depression und 35,2 Prozent litten unter Angstzuständen.

Als besonders wichtigen Faktor für die Gesundheit der Kinder wurde auch die Gesundheit der Eltern identifiziert. Viele Eltern leiden jedoch selbst unter psychischen Problemen und finden selbst keine Hilfe.

 

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