Presseinformation des Vernetzungstreffens der freiwilligen Initiativen Göttingen zu Fragen der zukünftigen Unterbringung von Schutzsuchenden

Anlässlich der morgigen Befassung des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau des Stadtrats der Stadt Göttingen mit Fragen der weiteren Planung der Unterbringung von Schutzsuchenden in Göttingen hat das Göttinger Vernetzungstreffen der freiwilligen Initiativen zur Unterstützung von Geflüchteten heute eine Presseinformation veröffentlicht, die wir an dieser Stelle dokumentieren. Im Rahmen der morgigen Ausschusssitzung soll eine Unterschriftenliste mit 935 Unterschriften von Menschen übergeben werden, die sich gegen eine weitere Unterbringung von Schutzsuchenden in der Gemeinschaftsunterkunft Siekhöhe aussprechen, die als ehemalige Lagerhalle nun zum Wohnen von Schutzsuchenden genutzt wird:

Göttingen, 12.06.2017
PRESSEMITTEILUNG
Zahlreiche Göttinger Bewohnerinnen und Bewohner sprechen sich gegen die Pläne der Stadtverwaltung aus, die Flüchtlingsunterkunft am Anna-Vandenhoeck-Ring (Siekhöhe) weiter zu betreiben. Bei einer von verschiedenen freiwilligen Flücht-lingsinitiativen initiierten Unterschriftenaktion wurden bis Montagmittag 935 Unterschriften gegen den Erhalt der Unterkunft Siekhöhe gesammelt. Unterzeich-net haben sowohl langjährige Göttingerinnen und Göttinger, als auch viele Ge-flüchtete. Wir fordern die Stadtverwaltung und die Mitglieder des Sozialausschus-ses daher nachdrücklich auf, diese Erklärungen für die Schließung der Unterkunft Siekhöhe ernst zu nehmen und nicht aufgrund von Kostenkalkulationen leichtfer-tig zu übergehen.

Die Unterkunft Siekhöhe ist als ehemalige Lagerhalle nicht für eine dauerhafte Unterbringung von Menschen geeignet. Solange nicht ausreichend dezentraler Wohnraum für alle Geflüchteten zur Verfügung steht, ist die Stadtverwaltung in der Pflicht, besser geeignete Unterkünfte, etwa die Unterkunft IWF (Nonnen-stieg), zu erhalten. Die vorgebrachten Vorzüge der Siekhöhe, beispielsweise Deutschkurse und soziale und medizinische Betreuung, sind nicht an den Standort Siekhöhe gebunden, sondern können ebenso in anderen Unterkünften ausgebaut werden. Die bestehenden Strukturen dieser Unterkünfte – neben dem IWF ist etwa auch die Unterkunft in der Europaallee zu nennen – bieten hierfür eine gute Grundlange. So gibt es im IWF bereits ein dichtes Netz an freiwilligen Helferinnen und Helfern; außerdem ist die Unterkunft eines der bundesweiten Modellprojekte im Rahmen des vom Bundesfamilienministerium und von UNICEF koordinierten Gewaltschutzprojektes.

Grundsätzlich bieten all diese Einrichtungen den dort untergebrachten Geflüchte-ten weit eher die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und am ge-sellschaftlichen Leben teilzuhaben, als die Siekhöhe. Die baulichen Nachteile der ehemaligen Lagerhalle wie das fehlende Tageslicht und der stetige Lärmpegel, so-wie die isolierte Lage am äußersten Stadtrand ohne direkte Nachbarschaft sind dagegen direkt mit der Unterkunft Siekhöhe verknüpft und stellen für eine dau-erhafte Unterbringung von Menschen unzumutbare Bedingungen dar.

Die Unterschriftenlisten werden den Mitgliedern des Sozialausschusses vor der Sitzung am Dienstag, 13.06., übergeben.

Vernetzungstreffen der freiwilligen Initiativen zur Unterstützung von Geflüchteten (Göttingen)


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