De Maizière verharmlost den Terror in Afghanistan

de Maizière:  „Der Terrorismus der Taleban unterscheidet sich von dem, der jetzt in Europa viele Opfer hat, dadurch, dass das Ziel in irgendeiner Weise Repräsentanten des staatlichen Systems [in Afghanistan] sind, Polizisten, [aber auch] Botschaften, westliche Hotels. Normale zivile Bevölkerung ist zwar Opfer, ist aber nicht Ziel von Anschlägen der Taleban. Und das ist ein großer Unterschied.“ in: tagesthemen, 21.02.2017

Das ist eine ungeheuerliche Verkürzung der Tatsachen. Hier „vergisst“ der Minister die Anschläge der afghanischen Unterabteilung des Islamischen Staates, dessen Ziel Zivilisten sind, sowie die zahlreichen Opfer gezielter Mordanschläge der Taleban und von IS – 2016: 1118 (574 Tote und 544 Verletzte). Laut UNAMA-Bericht (hier; deutsche Zusammenfassung hier) sind darunter „zivile Regierungsmitarbeiter, Personal in Bildungs- und Gesundheitswesen, Stammesälteste, Minenräumer“; es gab „Selbstmordanschläge in Moscheen, gezielte Angriffe auf Distriktzentren, Basare und Wohnungen; Schulen und Krankenhäuser wurden [von allen Seiten, also auch Regierungs- und westlichen Truppen] für militärische Zwecke“ missbraucht. „Bewaffnete Oppositionsgruppen zielten auf weibliche Menschenrechtsverteidiger, Frauenrechtsaktivisten, Frauen die in „nicht-traditionellen“ Bereichen arbeiten…“

Der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins hält dagegen:

Zivile Opfer in Afghanistan 2007-16. Quelle: UNAMA


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