Stoppt den Krieg gegen Migrant*innen!

cropped-16457087521_4f5541bba9_bAm 6. Februar 2014 versuchten mehrere Migrant*innen in einer kollektiven Aktion über die Enclave von Ceuta das Meer zu überwinden. Die spanische Guardia Civil setzte Gummigeschosse und Tränengas gegen Migrant*innen ein. Die marokkanische Polizei und lokale Rassist*innen machten bei dieser mörderischen Jagd auf Migrant*innen mit. Mindestens 15 Personen wurden getötet, 50 Personen wurden danach als vermisst gemeldet, dutzende weitere wurden verletzt und durch illegale Push-backs nach Marokko zurückgeschoben. Anderthalb Jahre später, im Herbst 2015, schloss das zuständige Gericht die Prozesse gegen 16 Polizeibeamte, die aufgrund der Ereignisse vom 06. Februar 2014 von spanischen NGOs verklagt worden waren.

Letztes Jahr wurde von Familien und Freund*innen der Opfer, sowie von Augenzeug*innen und verschiedenen Aktivist*innen für die Gleichstellung der Menschenrechte eine Gedenkveranstaltung in Tanger abgehalten. In Berlin und anderen Städten gab es Gedenkkundgebungen und Demonstrationen in Solidarität mit den Opfern und den Angehörigen. Das Kollektiv CISPM – international coalition of sans-papiers, migrants and refugees – dokumentierte einige davon, hier anschauen.

Die Ereignisse von Tarajal sind nur eines von vielen traurigen Beispielen für die tödlichen Konsequenzen des europäischen Grenzregimes. Verschiedene Kollektive, Initiativen, Menschenrechtsorganisationen und die Protestbewegung von Migrant*innen und Refugees werden in Gedenken an die Opfer den Fokus ihrer Proteste dieses Jahr auf diejenigen legen, die politisch für den fortwährenden Krieg gegen Migrant*innen verantwortlich sind: auf die verschiedenen Zentren des europäischen Grenzregimes, und u.a. auf die spanische Botschaft in Rabat. Durch ihre Externalisierung der Grenzkontrollen auf den afrikanischen Kontinent, die Militarisierung des Grenzregimes und dem Bau von Mauern in Kollaboration mit den Ländern des globalen Südens ist die Europäische Union zu einem entscheidenden Teil für die Ereignisse vom 06. Februar und unzählige Tote im Mittelmeer verantwortlich.

img_8898Um den Morden von Tarajal würdevoll zu Gedenken und um Solidarität mit Migrant*innen zu zeigen, die für ihr Recht auf Bewegungsfreiheit kämpfen, haben auch in diesem Jahr am 06. Februar zahlreiche Gedenkveranstaltungen und Aktivitäten stattgefunden. Diese sind Teil einer transnationalen Mobilisierung mit Protesten in Spanien, Marokko, Frankreich, Griechenland, Belgien, Deutschland und den Niederlanden.
Stoppt den Krieg gegen Migrant*innen. Solidarität kennt keine Grenzen!
Mehr Informationen zum 06. Februar und daran geknüpfte Proteste und Gedenkveranstaltungen hier:

3 Gedanken zu „Stoppt den Krieg gegen Migrant*innen!“

  1. So traurig Ihre Berichte auch sind, das ist erst der Anfang der kommenden Armut & Elends.
    Ich bin in 1951 geboren und wollte als „Entwicklungshelfer“ zu den sogenannten Armen. Als ich mich dann aber mit den Auswirkungen dieser falschen Entwicklungshilfe auf die nächsten Jahrzehnte beschäftigte, habe ich jedem der es hören oder auch nicht hören wollte gesagt: Es darf nur Kondome und Bildung geben, jede andere wirtschaftliche Hilfe bringt Not und Tod. Heute sehen alle die mir widersprochen haben, dass wir jetzt die falsche Entwicklungshilfe zu spüren bekommen. Es werden Millionen nach Deutschland kommen wollen, wen wollen Sie ablehnen? Die wirkliche große Not können Sie nur mit weniger Geburten verhindern. Auf der Suche nach jungen Leuten für mein Anwesen mit Bienen- und Hühnerhaltung hatte ich schon syrische und iranische Flüchtlinge für einige Tage hier im Haus. Alle Gespräche haben mir bestätigt, dass die vielen Kinder ohne Verantwortungsgefühl gezeugt wurden. Schade, es waren doch Menschen mit Gehirn.
    Zuletzt hatte ich eine Mutter mit ihren Kindern 24, 20, 16, 12 Jahren hier, ich habe ihnen Schuhe, Stiefel und Lernmittel für mehr als 200,-Euro gekauft, sie konnten nicht bleiben.
    Für mein Anwesen suche ich immer noch junge Familien oder Alleinerziehende mit Bleibe- recht welche die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben wollen. Rufen Sie mich bitte an.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rudolf Hohmann
    Condomer Straße 12
    35305 Grünberg
    Tel.: 06401/7881
    E-Mail: rudolf-josef-hohmann@t-online.de

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