Raubüberfall mit mutmaßlich rassistischem Hintergrund im Landkreis Hildesheim

In Söhre im Landkreis Hildesheim ist in der Nacht von Freitag, 03.01.2014 auf Sonnabend 04.01.2013 eine siebenköpfige Roma-Familie Opfer eines Raubüberfalls in ihrer eigenen Wohnung geworden. Der Raubüberfall hatte offenbar einen rassistischen Hintergrund. Wie die Familie dem Flüchtlingsrat Niedersachsen berichtete, waren am 4. Januar gegen 1.30 Uhr acht junge Männer im Alter von ca. 25 bis 30 Jahren in die Wohnung gestürmt. Die Täter hatten zuvor heftig und mit zunehmenden Nachdruck gegen die Tür geklopft, weshalb der Familienvater die Tür öffnete. Ein Mann schlug den Familienvater sofort mit der Faust, in der er eine Pistole hielt, ins Gesicht. Anschließend forderte er Geld. Der Familienvater händigte, eingeschüchtert von dem gewalttätigen Auftreten der Angreifer und der Tatsachse, dass einer von ihnen eine Pistole bei sich hatte, das gesamte Geld, das sie besaßen, aus. Als AsylbewerberInnen ohne Bankkonto erhalten sie ihre regelmäßig Leistungen in Form von Bargeld. Daher konnten die Täter 1.300,- Euro von der Familie erbeuten.
Nach der äußeren Beschreibung der Täter und dem Eindruck der Familie ist davon auszugehen, dass es sich um Neonazis handelt. Nach Angaben der Familie trugen zumindest einige von ihnen Springerstiefel und hatten kahl geschorene Köpfe.

Die Familie, zu der neben den beiden Eltern fünf Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zehn Jahren gehören, retteten sich nach dem Angriff zu Nachbarn, die die Polizei benachrichtigten. Die acht Täter flüchteten unterdessen in zwei PKW, so dass sie der Polizei entkommen konnten.

Die Familie berichtete, dass bereits am Abend vor dem Raubüberfalls (Donnerstag, 03.01.2014) ein PKW mit vier Personen vor ihrem Haus gehalten, sich der Wohnung im Erdgeschoss genähert und versucht hatte, in die Wohnung zu spähen und zudem gegen Fenster und Türen geklopft hatte. Die vier Personen fuhren aber zunächst wieder weg. Die Familie meint, diese vier Personen unter den acht Angreifern in der Folgenacht erkannt zu haben.

Die Polizei ermittelt nun wegen bewaffneten Raubüberfalls gegen die Täter, während sich der Flüchtlingsrat bemüht, im Kontakt mit den Behörden für die Familie eine andere Wohnung zu finden, da sie aus Furcht vor weiteren Angriffen nicht länger in der Wohnung leben wollen. Die Familie lebt zur Zeit bei einer anderen Familie, die spontan bereit war, die sieben Personen in ihrer kleinen Wohnung aufzunehmen. Dies kann aber unmöglich ein länger währender Zustand sein. In solchen Fällen muss ein schnelles und unbürokratisches Handeln der Behörden möglich sein.

Update 21.01.2014:  Nach den Recherchen der HAZ vom 18.01.2014 ist ein rechtsradikaler Überfall zwar noch nicht auszuschließen. Es spricht aber viel für ein Missverständnis, wie die Haz nachvollziehbar darstellt.  Wir werden die weitere Entwicklung verfolgen.

gez.
Sigmar Walbrecht

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