Afrique-Europe-Interact und Flüchtlingsräte fordern vom IMK Aufnahme von 400 Choucha-Flüchtlingen

Flüchtlinge, die im Lager Choucha in Tunesien gelebt hatten und über ein von den Innenministern im Jahre 2011 vereinbartes Resettlementprogramm in Deutschland aufgenommen wurden, berichteten auf einer Pressekonferenz am 05.12.2013 in Osnabrück von ihren Erfahrungen im tunesischen Flüchtlingscamp und ihrer gefährlichen Flucht aus Libyen. In den erschütternden Berichten schilderten die Betroffenen, unter welch katastrophalen Bedingungen ihnen die Flucht aus Libyen gelang und welche Perspektivlosigkeit für die in Tunesien verbliebenen Flüchtlingen herrscht.
Die von der Initiative Afrique-Europe-Interact organisierte Pressekonferenz fand parallel zur Innenministerkonferenz (IMK) statt. In diesem Rahmen wurde dem Leiter des Planungsstabe der Innenministerkonferenz, Hans-Jörg Haferkamp, ein offener Brief der Landesflüchtlingsräte und der Initiative Afrique-Europe-Interact übergeben, in dem die Aufnahme der restlichen 400 in Tunesien verbliebenen Flüchtlinge aus dem Camp Choucha gefordert wird. Das Camp Choucha, das vom UNHCR eingerichtet wurde, ist mittlerweile offiziell geschlossen worden, so dass die dort verbliebenen Menschen ohne jegliche Versorgung sind. Diese Menschen sehen i.d.R. keine andere Möglichkeit, als sich auf den gefährlichen Weg per Boot über das Mittelmeer nach Europa zu machen, da eine Rückkehr in ihre Herkunftsländer meist unmöglich ist. Auch eine Integration in Tunesien ist faktischso gut wie unmöglich. Um ein weiteres Unglück wie im Oktober dieses Jahres zu verhindern, bei dem 360 Flüchtlinge vor Lampedusa ertranken, ist die aktive Aufnahme dieser Menschen notwendig.
Staatssekretär Haferkamp versprach, dass das Thema der Choucha-Flüchtlige auf die Tagesordnung der IMK genommen würde.

offener Brief „Fluchtwege öffnen – Tote verhindern“ hier

Foto Uebergabe Brief (1)
Eine Delegation von Choucha-Flüchtlingen und Afrique-Europe-Interact übergibt den offenen Brief der Flüchtlingsräte und Afrique-Europe-Interact.

Ein ausführlicher Bericht befindet sich auch auf der website der Neuen Osnabrücker Zeitung, siehe hier.

gez.
Sigmar Walbrecht

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