Der aktuelle Spendenbrief

[November 2018]

Menschenrechte für Geflüchtete!
Unterstützen Sie das Netz der Flüchtlingsinitiativen in Niedersachsen

Liebe Freund_innen und Unterstützer_innen des Flüchtlingsrats,

der nachfolgende Fall gibt Ihnen anstatt vieler Worte einen kleinen Einblick in unsere Arbeit:

Amara H. und Esosa Y.* sind ein lesbisches Paar, das seine Liebe in Nigeria nur heimlich leben kann. In dem afrikanischen Land ist Homosexualität mit hohen Strafen bewehrt und wird von weiten Teilen der Gesellschaft abgelehnt. Nach dem Willen ihrer Familien sollen die jungen volljährigen Frauen bald heiraten, eine Zwangsverheiratung droht. In dieser Situation bietet sich ihnen unverhofft die Chance, an einem Kulturaustausch in Deutschland teilzunehmen. Sie ergreifen die Gelegenheit beim Schopf und fliehen nach Deutschland, wo sie einen Asylantrag stellen.

In der persönlichen Anhörung verschweigen sie zunächst ihre sexuelle Orientierung, da sie sich der Rechtslage in Deutschland nicht bewusst sind und davon ausgehen, dass Homosexualität auch hierzulande geächtet ist. Eine unabhängige Beratung vor dem Verfahren haben sie nicht erhalten. Ihre Asylanträge werden schließlich als »offensichtlich unbegründet « abgelehnt.

Nach der Ablehnung des Asylantrags wird der Flüchtlingsrat Niedersachsen von einer ins Vertrauen gezogenen Sozialarbeiterin um Hilfe gebeten. Der Flüchtlingsrat setzt sich mit den betroffenen Frauen in Verbindung, klärt sie über den grundrechtlichen Schutz vor häuslicher Gewalt und Verfolgungsgründen auf, die an die sexuelle Orientierung anknüpfen, und schaltet eine Rechtsanwältin ein. Das Verwaltungsgericht schenkt den beiden Frauen in der mündlichen Verhandlung Glauben: Beide werden als Asylberechtigte anerkannt. Inzwischen wohnen sie in einem gemeinsamen Haushalt und stärken sich gegenseitig auf ihrem Weg, der sie auf Dauer von ihren Familien trennt.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen unterstützt Menschen wie Amara und Esosa auf ihrem Weg. Wir fordern eine faire Asylrechtsprüfung für alle Schutzsuchenden und arbeiten dafür, dass auch Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden, in Deutschland den ihnen zustehenden Schutz erhalten.
Jede schutzbedürftige Person hat auch das Recht, ein Rechtsmittel gegen ablehnende Bescheide einzulegen. Dieses Recht darf nicht eingeschränkt werden!

Zur Durchführung unserer Menschenrechtsarbeit sind wir auch auf Ihre und Eure Unterstützung angewiesen. Auch kleinere Beträge helfen uns. Für Ihre Spenden sagen wir herzlich Dank.

Ihnen und euch wünschen wir eine angenehme Weihnachtszeit und einen ruhigen und friedlichen Jahresausklang.

Spendenkonto

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.

IBAN: DE 28 4306 0967 4030 4607 00

BIC: GENODEM1GLS

GLS Gemeinschaftsbank eG

Verwendungszweck: Spende

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. ist als gemeinnützig anerkannt. Spenden und Mitgliedsbeiträge sind steuerlich absetzbar. Wenn Sie Ihre Anschrift angeben, erhalten Sie von uns eine Spendenquittung.

Herzliche Grüße

Kai Weber
Geschäftsführer

*Die Namen wurden geändert.