Asylanträge 2025
Seit 2023 gehen die Asylzahlen in Deutschland und damit auch in Niedersachsen deutlich zurück: 2023 lagen sie bei 351.915, im Jahr 2024 sanken sie auf 250.945. Im Jahr 2025 waren es nur noch 168.543, davon nur 113.236 Erstanträge. Jeder sechste Asylantrag (17.707 Asylanträge, das entspricht 15,6%) entfiel auf hier geborene Kinder. Unter dem Strich sind also weniger als 100.000 Schutzsuchende 2025 nach Niedersachsen geflohen. Bei rund 1,5 Millionen Zuwanderungen pro Jahr ist die Zuwanderung über Asyl also von untergeordneter Bedeutung.
Von den in 2025 gestellten Asylanträgen waren etwa 33% Folgeanträge.
Hauptherkunftsländer
Die Hauptherkunftsländer sind im Jahr 2025 – wie schon in den vergangenen Jahren – Afghanistan, Syrien und die Türkei, die in der Summe über die Hälfte aller Asylanträge auf sich vereinen. In der überwiegenden Zahl dieser Staaten kommt es häufig zu schweren Menschenrechtsverletzungen.
Schutzquoten 2025
Die (bereinigte) Gesamtschutzquote ist in den vergangenen drei Jahren immer weiter gesunken von 72% (2022) auf nur noch 38% im Jahr 2025. Der Rückgang ist auch, aber nicht nur auf die Veränderungen in Syrien zurückzuführen: Trotz anhaltender Menschenrechtsverletzungen ist die Schutzquote auf nur noch 5% besonders drastisch gefallen. Aber auch für alle anderen Hauptherkunftsländer lässt sich ein Rückgang der Schutzquote feststellen.
Diese Zahlen zeugen davon, dass sich die von der Bundesregierung verfolgte Politik gegen Geflüchtete bis in die Entscheidungen im Einzelfall auswirkt – wie, das ist die spannende Frage: Asylentscheidungen sind zwar Einzelfallentscheidungen, allerdings gibt das Bundesamt mit den Leitsätze des Bundesamtes den Entscheider:innen jeweils eine grobe Linie für die einzelnen Herkunftsländer vor. Dies ist der zentrale Hebel, über den die Hausspitze eine veränderte Bewertung in den Verfahren steuert: Dabei ist zu beachten, dass die Schutzquote für Afghanistan in 2025 noch deutlich verzerrt ist, da im letzten Jahr aufgrund einer Entscheidung des EuGH Frauen aus Afghanistan Gruppenverfolgung sehr viele Frauen, die bereits länger in Deutschland leben, einen Asylfolgeantrag gestellt und auch ihren Flüchtlingsstatus erhalten haben. Die Schutzquote von alleinreisenden Männern liegt mittlerweile unter 30%. Hintergrund ist eine veränderte Formulierung in den Leitsätzen, die seit März für junge Männer aus Afghanistan grundsätzlich keine Abschiebungshindernisse mehr zuerkennen.
Die folgende Grafik zeigt, dass der Anteil der abgelehnten Asylanträge zugenommen hat, und dass die Zahl der Fälle, die formell erledigt, also nicht mehr inhaltlich entschieden werden, mit 24,7% nach wie vor inakzeptabel hoch ist:

Für die Hauptherkunftsländer stellt sich die Verteilung der Schutzquoten wie folgt dar:

Dublin-Verfahren
Nachfolgend dokumentieren wir – mit Dank an Jennifer Seeliger von der Caritas Osnabrück – Grafiken zum Verhältnis von Dublinbescheiden zu Dublinüberstellungen für den Zeitraum Januar – Juni 2025 (siehe zum Vergleich:Statistik für 2024, Statistik für 2023). Die Prozentangaben für Länder mit kleinen Überstellungszahlen sind aufgrund der geringen Grundgesamtheit wenig aussagekräftig. Insgesamt fällt auf, dass sich die Überstellungsquote für viele Länder gegenüber 2024 deutlich erhöht hat. Italien, das Land, an das sich die meisten Übernahmeersuchen richten, nimmt weiterhin keine Dublin-Flüchtlinge aus Deutschland zurück. Italien hat allerdings angekündigt, dass sich dies mit Inkrafttreten der GEAS-Verordnung zum 01.06.2026 ändern könnte.
Ohne Italien (das seit Ende 2022 Überstellungen nicht akzeptiert) hätte die Überstellungsquote bei 31,7 Prozent gelegen. Die Hälfte aller Dublin-Ersuchen Deutschlands im ersten Halbjahr 2025 ging an die drei Länder mit fluchtrelevanten EU-Außengrenzen Italien, Griechenland und Kroatien (10.208 von 20.574 = 49,6 Prozent). Wegen menschen- und asylrechtlicher Defizite haben Eilanträge gegen Überstellungen in diese Länder hohe Erfolgsaussichten bei den Gerichten: In Bezug auf Italien lag die Erfolgsquote bei (mindestens) 69 Prozent. Hohe Erfolgsaussichten, bei geringeren Fallzahlen, gibt es auch bei Überstellungen nach Griechenland (50 Prozent) und Bulgarien (35 Prozent).

Weitere Zahlen und Informationen finden sich beim Mediendienst Integration.