ABSCHIEBUNG von Nehad K. aus CELLE am 12.10.2011

Es ging alles ganz schnell:

Während Nehad K. in der Ausländerbehörde des Landkreises Celle um Verlängerung seines Ausweises bat, rief die Mitarbeiterin (Frau B.) die Polizei, die Nehad direkt in die (offensichtlich vorbereitete) Abschiebehaft nach Hannover-Langenhagen brachte. Das war am Donnerstag, 6.10.2011. Am 12.10.2011 saß Nehad bereits im Flugzeug nach Belgrad.

Seine Frau und Kinder sind ratlos, wie es weitergehen soll. Die vier schulpflichtigen Kinder tragen Nehads Familiennamen. Ihre Eltern konnten wegen fehlender Papiere – wie viele Flüchtlinge aus dem Kosovo – nicht standesamtlich in Deutschland heiraten. Sie übten gemeinsam das Sorgerecht aus. Nehad ist ein liebevoller Vater, der auch noch für seine Kinder da war, als sich deren Eltern getrennt und die Mutter sich einem deutschen Mann zuwandte und diesen heiratete. Wie das Leben so spielt: die Episode ist Vergangenheit.

Nehad lebte in den letzten Jahren mit seinen Kindern und deren Mutter in Celle zusammen und verdiente als Pizza-Kurier Geld, wovon er seine Frau und die vier Kinder unterstützte. Nehad ist ein gläubiger, für andere Menschen engagierter Mann, der auch ehrenamtlich Dolmetscher-Dienste verrichtete. Er hatte eine neue Arbeitsstelle gefunden (in dem neuen Wohnort seiner Frau und beider Kinder) und hatte am 6.10.2011 in der Celler Ausländerbehörde um die Erlaubnis gebeten, dorthin ziehen zu dürfen, wo diese Arbeitsstelle die Lebensgrundlage für die junge Familie sein sollte. Die Kinder und ihre Mutter haben eine Aufenthaltserlaubnis.

Warum die Celler LK-Ausländerbehörde Nehad kein Bleiberecht einräumte, ist unbekannt. Vielleicht hat Nehad K. nicht ausreichend mit der Ausländerbehörde kooperiert – in den letzten Monaten konnte er keinen festen Wohnsitz nachweisen. Das soll der Grund dafür gewesen sein, dass die Sachbearbeiterin der Celler Landkreis-Ausländerbehörde die Abschiebehaft durchsetzte – Straffälligkeit war jedenfalls nicht die Ursache für diese „Skandal- Abschiebung“ (so die Sachbearbeiterin, Frau B.) Sie hat vier Kindern den Vater genommen.

Vor knapp 20 Jahren war Nehad K. als 17-Jähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen – das heißt also, dass er länger in Deutschland gelebt hat als in seinem Herkunftsland (KOSOVO). Abgeschoben wurde Nehad K. nach Serbien, woher sein Ausweis stammt, den er vor gut sieben Jahren vom serbischen Konsulat in Hamburg erhielt. Der kurzfristig eingeschaltete Rechtsanwalt erhielt die angeforderte Ausländerakte nicht rechtzeitig vor der Abschiebung, daher konnte er nicht handeln/die notwendigen Anträge stellen. Es ging einfach alles viel zu schnell!

Als Roma in Serbien wird Nehad K. kaum einen Zugang haben zu den (staatlichen) Sozialsystemen. Ob es ihm gelingen wird, irgendeine Arbeit / Unterkunft in der Fremde zu finden, bleibt abzuwarten – ist aber sehr ungewiss. Nehads Familie wünscht sich sehnlichst, dass Nehad so schnell wie möglich nach Deutschland zurück kommen darf.

Allerdings müssten dann vorher die Kosten für Nehads Abschiebung bezahlt werden.

Dafür sind Spenden willkommen und werden erbeten mit dem Stichwort „Senaza“ (Name der ältesten Tochter) auf das Konto bei der Sparkasse Celle: 911 33 553 (BLZ 25 75 0001).

– Helga Habekost –

im Namen des Unterstützer-Kreises

 

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