Streichung der Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule?

BMBFSFJ will Bundesprogramms Bildungsberatung GF-H beenden. Dagegen gibt es Protest!

Trotz des weiterhin stark steigenden Bedarfs an hochschulorientierter Bildungsberatung und Förderung teilten die Staatssekretäre des BMBFSFJ am 29. Mai 2026 mit, dass das Bundesprogramm Garantiefonds Hochschule (GF-H) zum 31. Dezember 2026 eingestellt wird. Dazu der nachfolgende Beitrag von Ragda Nimer:
____________________________________________________________________________________________

Die Bildungsberater und -beraterinnen unterstützen junge Zuwanderer bei ihrer gesellschaftlichen Integration, insbesondere bei der Fortsetzung eines im Herkunftsland begonnenen Studiums. Das Bundesprogramm GF-H, das aus Mitteln des BMBFSFJ gefördert wird, existiert bereits seit 1972, zunächst im Rahmen der Otto Benecke Stiftung e.V. (OBS), seit 2009 in kirchlicher Trägerschaft oder bei der AWO.

Beratung

Die Bildungsberatung berät alle Migranten und Migrantinnen, die eine akademische Laufbahn in Deutschland aufnehmen oder fortsetzen möchten. Im Mittelpunkt stehen die Studien- und Berufswünsche der Ratsuchenden. Mitgebrachte Vorbildungen werden auf ihre Bewertung in Deutschland geprüft, notwendige Anerkennungsverfahren eingeleitet und begleitet. Gemeinsam mit den Ratsuchenden wird ein individueller Bildungsplan entwickelt, der den Schritten zu einem Studium bzw. den Berufswünschen entspricht und die (finanzielle) Durchführbarkeit berücksichtigt.

Förderung

Eine Förderung nach dem Garantiefonds Hochschule können beantragen – bis zum 30. Lebensjahr: Geflüchtete, SpätaussiedlerInnen, jüdische MigrantInnen, seit 2022 auch Geflüchtete aus der Ukraine. Dazu gehören geförderte studienvorbereitende Maßnahmen wie z.B. Deutschsprachkurse (Niveau B2 und C1 und anschließend Test-DaF- oder DSH-Prüfung), Seminare, Abiturkurse, denn nur damit können sich Zugewanderte in Deutschland bewerben.

Ein großer Teil der Ratsuchenden, die die Beratungsstellen aufsuchen, kommt aus Ländern, die von Kriegen erschüttert sind und sie haben oftmals traumatische Fluchterfahrungen hinter sich. BeraterInnen des GF-H zeigen durch ihre Arbeit Perspektiven und geben Hoffnung, wie die Zukunft in Deutschland gestaltet werden kann. Auch dieser der Integration dienende sozialpolitische Aspekt ist immens.

Gerade in der besonderen aktuellen Herausforderung in den Bereichen Migration, Integration, Flucht und Wirtschaft ist es eine absolute Katastrophe, ein sinnvolles, effizientes und effektives Programm wie den GF-H zu streichen, da langfristig ein enormer Fachkräftemangel und ein Verlust an Steuerannahmen des Staates droht.

Um diese negativen Auswirkungen zu verhindern, wird bereits auf verschiedenen Bundesebenen gebeten, sich im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Fortbestand der Bildungsberatung GF-H einzusetzen.

Diesbezüglich wurde ebenfalls eine Petition ‚Bildungsberatung GF-H – stärken statt streichen!‘ auf WeAct gestartet. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie mitmachen würden. Je mehr Menschen die Petition unterstützen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Erfolg hat.

Bitte schreiben Sie an dieser Stelle nur allgemeine Kommentare.
Wenn Sie individuell Beratung und Unterstützung brauchen, wenden Sie sich bitte an ...

Schreibe einen Kommentar

Jetzt spenden und unsere Arbeit unterstützen!