Aktueller Blog aus Südosteuropa dokumentiert Fluchtgeschehen

Sascha Schießl, bis Ende Juni 2018 Referent des Flüchtlingsrats Niedersachsen im Projekt AMBA – Aufnahmemanagement und Beratung für Asylsuchende in Niedersachsen ist seit Mitte Juli 2018 in Südosteuropa unterwegs und dokumentiert in einem Blog das dortige Fluchtgeschehen. Aktuell ist er in Bosnien und Herzegowina. Vorgestern ist er dort mit einer Vertreterin der dortigen Sektion der Gesellschaft für bedrohte Völker zusammengetroffen. Der Blogbeitrag dazu bietet einen ersten Einblick in das dortige Geschehen. Später hat er marokkanische Männer am Bahnhof in Sarajevo getroffen, die an der kroatisch-bosnischen Grenze mit harten Methoden abgewiesen wurden und nun vorerst in Sarajevo verbleiben müssen.

Aktuell befindet er sich auf dem Weg an die bosnisch-kroatische Grenze nach Velika Kladuša und wird in Kürze von dort berichten. Kroatien, derzeit im nationalen Taumel nach der Vizeweltmeisterschaft im Fußball, bildet dort seit Mitte 2013 die EU-Außengrenze. Das kleine Land, das in etwa halb so viele Einwohner_innen wie Niedersachsen hat, ist damit auch eines der Länder, die nach der derzeitigen Dublin III-Regelung laut europäischem Recht überdurchschnittlich viel Verantwortung zu tragen haben. Entsprechend wenig Interesse hat die dortige Regierung, schutzsuchende Menschen über die Grenze zu lassen, die es früher dort gar nicht gab. Dabei wird ihr wiederholt auch rechtswidriges Verhalten vorgeworfen. Der Blog wird hier in den nächsten Tagen einen Einblick bieten.

Und in Bosnien Herzegowina, nun eine der Transitrouten, und ein Land mit starken eigenen wirtschaftlichen Herausforderungen, werden erst langsam Strukturen der Flüchtlingsunterstützung aufgebaut, von selbstlosen Menschen, die die Zustände nicht bereit sind hinzunehmen, wie sie sind.

Zum Blog.

Verbunden mit der Dokumentation ist auch der Aufruf für Spenden, die an die vielen unermüdlichen Helfer_innen und Initiativen vor Ort gehen sollen.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen wird in den kommenden Wochen und Monaten von Zeit zu Zeit auf die wichtige Dokumentationsarbeit von Sascha Schießl hinweisen, der damit Aspekte aus den europäischen Randstaaten öffentlich macht, die es oft nicht in die großen Medien bei uns schaffen, aber genau so stattfinden, jeden Tag. Nur schauen wir alle nicht genau hin.

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