Abschiebung in HIldesheim-Hoffnung für Familie Idmailov?

Pressemitteilung – Menschen für Menschen Solidarität & Bleiberecht Hildesheim

Doch noch ein wenig Hoffnung – Neues zum Fall Ismailov

Die Familie Ismailov, welche die Ausländerbehörde der Stadt Hildesheim nach Inguschetien abschieben will, erhielt gewissermaßen eine Gnadenfrist bis kommenden Donnerstag. Dies wurde dem Niedersächsischen Flüchtlingsrat durch den Anwalt der Familie, Herrn Sauder, mitgeteilt.

Aus der Mitteilung geht hervor, daß der Asylnachfolgeantrag zunächst abschlägig beurteilt wurde. Dieses teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) der Stadt Hildesheim auf deren Nachfrage mit. Daraufhin sollte die Abschiebung am Freitag, 23.11.07, auch durchgeführt werden. Glückliche Umstände sorgten dafür, daß wie auch Tags zuvor, die Abschiebung nicht vollzogen werden konnte, weil die Familie nicht vor Ort gewesen ist.

In der Zwischenzeit erreichte Rechtsanwalt Sauder durch ein Gespräch mit dem Referatsleiter des BAMF, Herrn Schütte, dass ihm und der Familie ein Aufschub bis zum Donnerstag dieser Woche gewährt wurde. Damit ist zunächst ein weiterer Abschiebeversuch seitens der Behörden abgewendet worden. Der Nachfolgeantrag auf Asyl wird nun durch eine Stellungnahme von Herrn Schulz vom deutschen Taubblindenwerk sowie einem Gutachten zur Tochter Radimkhan, durch Herrn Professor Dr. med. Specht, ergänzt. Der Vorgang soll weiterhin durch das BAMF intensiver geprüft werden, namentlich durch den Referatsleiter Schütte persönlich.

Unsere Initiative nimmt diese Entwicklung mit Erleichterung zur Kenntnis und hofft nunmehr auf einen positiven Ausgang dieses Dramas. Die Familie steht unter starkem psychischen Stress. Der Sohn Akim äußerte, daß es ihm Momentan sehr schwer falle in der Schule zu lernen. Wir hoffen, daß er bald wieder frei von Angst, seinem Status als Klassenbester gerecht werden kann, weil die Familie ein Bleiberecht erhalten hat.

Hintergrund
Die Eltern Bagaudin und Khadi Ismailow und die beiden älteren Kinder sind 2001 nach Deutschland gekommen, die jüngste Tochter wurde hier geboren. Ihre Schwester Radimkhan ist mehrfach behindert, hat Hörschäden und leidet unter Wahrnehmungsstörungen. Bruder Amir geht auf eine Realschule, er gilt dort als einer der Klassenbesten. Der Vater arbeitet als Tischler.

Der Asylantrag der Familie wurde 2003 abgelehnt. Seitdem, so ein Stadtsprecher, seien die Ismailows „vollziehbar zur Ausreise aus dem Bundesgebiet verpflichtet“. Weil sie dieser Verpflichtung nicht nachgekommen seien und die „Aufenthaltsbeendigung durch Täuschungshandlungen verhindert“ hätten, war für Donnerstag,22.11. die Abschiebung der Familie festgesetzt worden.

Diese wurde von der Stadt abgebrochen, weil Vertreter des Flüchtlingsrat zusammen mit unserer Initiative und vielen anderen Menschen, darunter auch 2 Lehrerinnen und die Schulklasse von Amir, am Morgen der Abschiebung gegen selbe protestierten.

gez. Andreas Vasterling

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