Rückblick auf die szenische Lesung „Seestern in Südtirol“

Am 3., 17. und 18. Mai wurde die szenische Lesung „Seestern in Südtirol“ im Theater in der List in Hannover vor zahlreich erschienenem Publikum vorgetragen.

Die wahre Integrationsgeschichte ist geschrieben von Antonio U. Ricco, dem selben Autor wie vom Theaterstück „Tariqs Auftrag“ (mit dem „boot people projekt“ Göttingen), von der szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ und vom Monolog „Das Boot ist voll!“ (Theater in der List Hannover mit Willi Schlüter als Vito). Regie führten diesmal Willi Schlüter und Kay Szacknys.

In der Lesung wird die wahre Geschichte des damals 14-jährigen Alidad aus Afghanistan erzählt, der sich mit 14 Jahren auf die Flucht begibt und 2005 in Südtirol ankommt. Drei Sprecher_innen greifen die unterschiedlichen Perspektiven der ihn begleitenden Menschen auf und spiegeln die Gesellschaft um Alidad herum wider, wo Zweifel und Vorurteile, Angst und offene Ablehnung mit Solidarität und Unterstützung abwechseln.

Die Lesung beschreibt eindrucksvoll den riskanten Weg, den viele junge Menschen bei der Flucht aus ihren Herkunftsländern auf sich nehmen – und nicht selten ihr Leben dabei aufs Spiel setzen. Mit der Ankunft im neuen Heimatland folgen neue Strapazen: die Unsicherheit über die Unterbringung in einer jugendgerechten Einrichtung, die Beschulung, der Kampf mit den Behörden um grundlegende Rechte. Aber auch die Unterstützung vieler Menschen, die Schutzsuchenden bei ihrem Ankommen Orientierung und Hilfe anbieten.

Alidads Geschichte zeigt viele Parallelen zu den Erfahrungen junger Geflüchteter in Deutschland auf. Die szenische Lesung leistet damit einen wertvollen Beitrag bei der Sichtbarmachung unterschiedlicher Herausforderungen und Handlungsbedarfe der deutschen Politik und Zivilgesellschaft.

Während der Premiere am 3. Mai führte der Autor Antonio Ricco im Anschluss an die Vorstellung ein Gespräch mit Zabi R., einem jungen Mann mit einer bestürzend ähnlichen Fluchterfahrung wie der des Protagonisten Alidad. Ebenso anwesend waren Frau Doris Schröder-Köpf, Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen, sowie Gerlinde Becker vom Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.

Die szenische Lesung war kostenlos, es wurden aber Spenden zugunsten des Flüchtlingsrates Niedersachsen e.V. gesammelt. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei den Autoren sowie dem Publikum für die großzügigen Spenden bedanken!

Das Projekt richtet sich besonders an Schulen, aber auch an Vereine, Kirchengemeinden und gesellschaftliche Gruppen, die alle erforderlichen Materialien (Text, Musik, Videos und Bilder) bei der AG Lampedusa-Hannover kostenlos bestellen und dadurch die Lesung selbstständig präsentieren können: info@lampedusa-hannover.de oder tel. 0511 70 812 842.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

Im Jahr 2019 werden der Monolog „Das Boot ist voll!“ und die szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ (Theater in der List Hannover) fortgesetzt. Termine für „Das Boot ist voll!“ sollen direkt mit dem „Theater in der List“ unter info@theater-in-der-list.de oder tel. 0511 89711946 (Mo-Fr 9.00-12.00) vereinbart werden. Bis Ende 2019 wird das Projekt gefördert.

1 Gedanke zu “Rückblick auf die szenische Lesung „Seestern in Südtirol“”

  1. Den letzten Absatz bezieht sich nur auf „Das Boot ist voll“. Für die szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ ist die AG Lampedusa-Hannover (info@lampedusa-hannover) weiterhin zuständig.

Schreibe einen Kommentar