Sudanesische Flüchtlinge stellen Perspektiven des Protestcamps Weißekreuzplatz vor

Auf einer Pressekonferenz am Di., 28.07., hat Maissara Saeed, als einer der Sprecher der sudanesischen Flüchtlinge vom Weißekreuzplatz in Hannover, die Perspektiven des Protestcamps dargestellt. Demnach soll das Camp nach einer Übergangsphase, die noch bis zum 25. August unter den Camp-Aktivisten genauer diskutiert werden soll, beendet werden. Hauptanliegen des Camps seien der exilpolitische der Kampf gegen das Regime im Sudan sowie auf die Situation der Flüchtlinge in Deutschland hinzuweisen und deren Verbesserung zu erwirken. Daran wollen die sudanesischen Geflüchteten auch zukünftig arbeiten.

Maissara Saeed stellte noch einmal dar, was die sudanesischen Flüchtlinge mit dem Camp in der Vergangenheit erreicht haben. Er betonte, dass das Camp für die Organisierung der sudanesischen Aslysuchenden von großer Bedeutung ist. Dieser Organisierungsprozess soll auf alle Fälle fortgesetzt werden, ob als eingetragene Organisation oder in welcher anderen möglichen Form, müsse noch diskutiert werden. Maissara Saeed machte zudem deutlich, was durch das Protestcamp auch sonst bewirkt hat: Neben der Tatsache, dass der Öffentlichkeit die Situation im Sudan bekannter gemacht wurde und die Aufmerksamkeit auf die Lage der Flüchtlinge in Deutschland gelenkt wurde, seien zahlreiche Kontakte zur angestammten Bevölkerung entstanden, woraus z.B. auch das „Pat_innen-Projekt“ hervorgegangen ist, bei dem Flüchtlinge vom Camp individuell durch Unterstützer_innen begleitet werden. Die Aktivisten vom Camp hätten ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können, wie u.a. ihre Deutschkenntnisse, und letztlich seien sogar Abschiebungen verhindert worden. Auch auf die kulturellen Aktivitäten wies Maissar Saeed hin, die dafür gesorgt hätten, das Anliegen der Flüchtlinge in die Öffentlichkeit zu tragen. Dazu gehöre die Band vom Camp genauso wie die Zusammenarbeit für ein Stück des Theaters in Hildesheim oder ein Dokumentarfilm über das Camp.

Maissara Saeed machte aber auch deutlich, dass die Camp-Aktivisten enttäuscht seien, wie die Politik auf ihren Protest reagiert hat. So sei seitens der Landesregierung die Verantwortungen auf die Bundesebene verschoben worden. Auf das konkretes Forderungspapier des Protestcamps (siehe hier), das u.a. an den Oberbürgermeister Stefan Schostock und an die Landesintegrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf ging hätten sie bisher keine Antwort erhalten.

Das Protestcamp präsentiert am Do., 30.07. um, 20.00 Uhr den Dokumentarfilm zum Protestcamp „Scream from The Camp“ (trailer zum Film siehe hier),
Ort: Kulturzentrum Pavillo, Lister Meile 4, Hannover.

Vom 21. bis 23.08 organisiert das Protestcamp eine Refugee Conference für Flüchtlinge aus ganz Deutschland (siehe hier: http://refugeeconference.blogsport.de/)

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