Lesung mit Marko Dinić und Elona Beqiraj und ihren Texten „Die guten Tage“ (Dinić ) und „ und wir kamen jeden sommer“ (Beqiraj)

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Datum/Zeit
17.12.2020
19:00 - 22:00 Uhr

Veranstaltungsort
Pavillon Hannover
Lister Meile 4
30159 Hannover


Im Rahmen der Ausstellung „Signum Mortis“ von Wolf Böwig werden Marko Dinić und Elona Beqiraj literarisch zwei sehr unterschiedliche Zugänge zum Thema Krieg, Flucht und Exil bieten. Damit eröffnen sie Zugänge zu den Themen, die in der parallel laufenden Ausstellung aufscheinen, aber doch so schwer zu verarbeiten sind.

Marko Dinić erzählt in seinem Debütroman „von einem, der geflohen ist und sich nun aufmacht, seine alte Heimat zu besuchen … ein sprachmächtiges und bilderreiches Ereignis“. (Katja Gasser, ORF)
In einem Bus, dem täglich zwischen Wien und Belgrad verkehrenden „Gastarbeiter-Express“, rollt der Erzähler durch die ungarische Einöde. Jener Stadt entgegen, in der er aufgewachsen ist. Die Bomben, der Krieg, Miloševic, den er zuerst lieben, dann hassen gelernt hat, und der Vater, für dessen Ideologie und Opportunismus er nur noch Verachtung empfindet, hatten ihn ins Exil getrieben. Entkommen ist er dem Balkan auch dort nicht. In beeindruckenden Bildern erzählt Marko Dinić zwanzig Jahre nach dem Bombardement von Belgrad von einer traumatisierten Generation, die sich weder zu Hause noch in der Fremde verstanden fühlt, die versucht die eigene Vergangenheit zu begreifen und um eine Zukunft ringt.

Marko Dinić wurde 1988 in Wien geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Belgrad. Er studierte in Salzburg Germanistik und Jüdische Kulturgeschichte. ‚Die guten Tage‘ ist sein erster Roman.

Elona Beqiraj schreibt Gedichte über die Folgen von Krieg und Migration. Sie schreibt über das Land ihrer Vorfahren – Kosova, ihr jahrelang nur bekannt aus Erzählungen und den Sommerferien.

Gestellt wird die Frage nach Zu- und Unzugehörigkeit, nach der Balance zwischen dem Leben im Hier und den Erinnerungen an das Dort. In und wir kamen jeden sommer lesen wir Gedichte über Zerrissenheit, Verlust und das Alltägliche, wie Liebe, Hoffnung und die Grenzen des Vertrauens.

»Es ist nicht leicht, Kind der Diaspora zu sein. Die Gefühle, die das Erlebnis beschreiben, sind noch keinen Worten zugeschrieben…und dann kommen Frauen wie Elona Beqiraj und finden diese Worte, wie in diesem Buch.« – Helen Fares

 

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