Asyl- und Aufenthaltsrecht

 

Das Asylverfahren

1. Asylantragstellung:

Bis zum Eintritt in die Volljährigkeit erfolgt die Asylantragstellung über den Vormund. Bei Minderjährigen kann dieser schriftlich beim BAMF Nürnberg gestellt werden. Dem Antrag hinzuzufügen ist die Bestallungsurkunde des Vormundes. Es steht folgendes Formular dafür zur Verfügung: UMF-Schriftlicher Asylerstantrag

Solange kein Vormund vorhanden ist, kann das Jugendamt als sogenannte Notfallvertretung den Antrag stellen. Insbesonder bei Jugendlichen, die kurz vor der Volljährigkeit stehen, kann das sehr entscheidend sein.

Nach der Antragstellung hat der Jugendliche Anspruch auf die Austellung einer Aufenthaltsgestattung. Es folgt dann ein Termin zur Anhörung bei der zuständigen Außenstelle.

Materialien: Übersicht Asylverfahren bei umF

 

2. Die Anhörung

Die Anhörung ist das Herzstück des Asylverfahrens, denn auf ihr gründet die Entscheidung des BAMF über den jeweiligen Aufenthaltsstatus der Asylsuchenden. Hier können und sollen Asylsuchende ihre Fluchtgründe möglichst detailliert und umfangreich benennen. Umso wichtiger ist eine gute inhaltliche und situative Vorbereitung auf diese besondere Drucksituation – insbesondere bei jungen Menschen.

Durchgeführt wird die Anhörung durch speziell geschulte Sonderbeauftragte für Kinder und Jugendliche des Bundesamtes. Es ist die Pflicht des Vormundes, den Jugendlichen während der Anhörung zu begleiten und gegebenenfalls zu unterstützen. Nach Wunsch des Jugendlichen (und vorheriger Bekanntgabe beim BAMF) kann außerdem eine weitere Person der Anhörung begleitend beisitzen.

Vom Flüchtlingsrat Thüringen wurde eine hilfreiche Arbeitshilfe zur Vorbereitung auf die Anhörung von umF erstellt. Diese richtet sich vorrangig an Vormünder und Vertrauenspersonen (aus Jugendhilfeeinrichtungen, Pat*innen etc.) von unbegleiteten Minderjährigen. Sie soll einen Einblick geben in die Bedeutung der Anhörung im Asylverfahren, den Ablauf, die Vorbereitung und den Umgang mit evtl. auftretenden Schwierigkeiten.

Unter folgendem Link ist die Datei abrufbar: FLR_Arbeitshilfe_Vorbereitung auf die Anhörung von umF im Asylverfahren_Juni16

Weiterhin gibt es ein Infoblatt „Information zur Anhörung im Asylverfahren. Hinweise für Asylsuchende in Deutschland“ (3. Auflage  2015). Dieses Infoblatt richtet sich an Asylsuchende aller Altersgruppen und ist u.a. in den Sprachen Arabisch, Persisch (Dari/Farsi) und Tigrinisch erhältlich unter: http://www.asyl.net/index.php?id=337.

 

Unabhängig vom Asylverfahren bestehende Möglichkeiten zur Aufenthaltssicherung:

  • § 25a Aufenthaltsgesetz (Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und Heranwachsenden)
  • §25b Aufenthaltsgesetz (Aufenthaltsgewährung bei nachhaltiger Integration)
  • §60a Abs. 2 S. 4 ff. Aufenthaltsgesetz (Duldung zum Zwecke einer Ausbildung)

Unter folgender Datei sind die rechtliche Neuerungen und Veränderungen (2015-2017) gut und kompakt vom BumF zusammengestellt (Stand: 9.2.2016): http://www.b-umf.de/images/Rechtl_Neuerungen_09022016.pdf


Der Flüchtlingsrat Niedersachsen ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen. Unterstützen Sie uns: - Konto 4030 460 700 - GLS Gemeinschaftsbank eG - BLZ 430 609 67 - IBAN DE28 4306 0967 4030 4607 00 - BIC GENODEM1GLS - Zweck: Spende, oder werden Sie Fördermitglied im Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.! Spenden an den Flüchtlingsrat sind steuerlich absetzbar.