Aktuelles

Kampagne: Schule für Alle – Das Recht auf Bildung kennt keine Ausnahme

Unterstützen Sie die Kampagne der Landesflüchtlingsräte, dem BumF e.V. und Jugendlichen ohne Grenzen – unterstützt von der GEW und Pro Asyl

Das neue Schuljahr hat begonnen, doch viele geflüchtete Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sind außen vor. Für sie herrscht Lageralltag statt Schulalltag – obwohl sie seit Monaten, zum Teil schon über einem Jahr in Deutschland leben. Bundesweit sind zehntausende junge Menschen betroffen.

Eine aktuelle Bestandsaufnahme der Landesflüchtlingsräte über den tatsächlichen Bildungszugang für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutschland belegt die strukturelle Ausgrenzung Zehntausender vom Lernort Schule. Lageberichte des Bundesfachverband umF, erstellt im Auftrag von UNICEF, zeigen, dass insbesondere Kinder in Erstaufnahmeeinrichtungen monatelang systematisch vom Regelschulbesuch ausgeschlossen werden. In vielen Bundesländern werden Personen aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ langfristig oder dauerhaft in Aufnahmeeinrichtungen untergebracht. Sie erhalten, wenn überhaupt, einen Ersatzunterricht für wenige Stunden am Tag, eine Schule besuchen sie meist nicht.

Diese Praxis ist ein gleich mehrfacher Rechtsverstoß. Das Recht auf Bildung ist ein Grundrecht.
Es ist im Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention, in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union und auch in Art. 14 der EU-Aufnahmerichtlinie (2013/33) festgeschrieben.

Daher fordern wir: Schule für alle ohne Ausnahmen!

  • Es müssen unverzüglich ausreichende Regelschulplätze für neu zugezogene schulpflichtige Kinder und Jugendliche zur Verfügung gestellt werden und dafür geeignete strukturelle und personelle Rahmenbedingungen geschaffen werden.
  • Die Umsetzung der Schulpflicht bzw. des Rechts auf diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung ab dem ersten Tag, spätestens zwei Wochen nach Ankunft. Voraussetzung hierfür ist ein zügiges Ankommen von Neueinreisenden in Kommunen und Bezirke.
  • Der Zugang zu Bildungsangeboten muss passend zum Lern- und Bildungsstand der Kinder und Jugendlichen sowie ihren sonstigen Voraussetzungen gewährleistet werden.
  • Junge Menschen bis 27 Jahre brauchen flächendeckend und systematisch die Möglichkeit schulische Bildung und Abschlüsse nachzuholen – etwa über die Erweiterung der (Berufs-)Schulpflicht.
  • Die Bildungsförderung (BAföG und BAB) muss für alle Jugendliche und junge erwachsene Geflüchtete geöffnet werden.

Die Kampagne unterstützen können Sie unter: http://kampagne-schule-fuer-alle.de/

Stellungnahme Bundesärztekammer: Medizinische Altersschätzung nur in Ausnahmefällen

Die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer hat eine Stellungnahme „Medizinische Altersschätzung bei unbegleiteten jungen Flüchtlingen“ verabschiedet. Sie empfiehlt, Altersschätzungen in erster Linie sozialpädagogisch durchzuführen und medizinische Untersuchungen nur in besonderen Ausnahmen vorzunehmen. „Bei nicht auszuräumenden Zweifeln am Lebensalter sollte zu Gunsten des Betroffenen entschieden werden“ („in dubio pro minore“) – lautet eine weitere Empfehlung der Kommission.

Zur Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission:

http://www.b-umf.de/images/Altersschaetzung_ZEKO_2016.pdf

 

————————————————————————————————————————

Landkreis Wesermarsch schiebt 15-jährige Auszubildende nach Albanien ab, ohne die Eltern zu verständigen.

Pressemitteilung, 26.08.2016:

Am Mittwoch, dem 17.08.2016, wurde die 15-jährige Kathy ohne Verständigung der Eltern festgenommen und nach Albanien abgeschoben. Kathy war, als sie in Albanien ankam, komplett auf sich allein gestellt. Ihre Eltern waren nicht informiert, niemand nahm sie dort in Empfang.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen verurteilt diesen das Wohl des Kindes missachtenden, rücksichtslosen und Umgang mit einer Jugendlichen. Kathy hatte während der Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland beeindruckende Leistungen gezeigt und bereits eine Ausbildung in Deutschland begonnen hatte. Wir sehen einen Verstoß des Landkreises Wesermarsch gegen einschlägige Kinderschutznormen und fordern den Landkreis Wesermarsch auf, Kathy die Rückkehr nach Deutschland zu erlauben und ihr eine Weiterführung ihrer begonnenen Ausbildung zu ermöglichen.

Die Eltern von Kathy hatten Deutschland im Juli 2016 freiwillig verlassen, jedoch ihre Tochter wegen einer zugesagten Ausbildungsstelle als medizinische Fachangestellte bei einer befreundeten Familie in Deutschland zurückgelassen. Das kürzlich in Kraft getretene „Integrationsgesetz“ machte die Erlaubnis zur Aufnahme der Ausbildung möglich. Diese Perspektive verweigerte ihr der Landkreis Wesermarsch und bestand auf der Ausreise.

Kathy verfügte über eine Grenzübertrittbescheinigung bis Ende August. Sie lebte in Deutschland seit April 2015. Im Sommer 2016 schaffte sie den erweiterten Realabschluss und begann am 1.8. ihre Ausbildung. Kathy hoffte auf eine Verlängerung ihrer Papiere für den Zeitraum der Ausbildung und beantragte eine Duldung zu Ausbildungszwecken. Ohne den Antrag zu bescheiden, leitete die Ausländerbehörde die Abschiebung ein. Dieser Vorgang erscheine nicht nur inhuman und unverhältnismäßig, er verstößt auch gegen einschlägige Normen zum Schutze von Minderjährigen. Es verstößt außerdem gegen den Vorgriffsserlass des Innenministeriums vom 21.07.16, welches darum bittet, im Sinne des absehbaren Inkrafttretens der Neuregelung, die Menschen, die unter die künftige gesetzliche Regelungen fallenden Betroffenen zu dulden. Das MI verweist darin explizit auf Berufsausbildungsverhältnisse mit Beginn am 1.8. ( RdErl. 21.07.2016, Anspruchsduldung bei Berufsausbildung, IntG)

Grundsätzlich dürfen unbegleitete Minderjährige nur dann abgeschoben werden, wenn Familienmitglieder, Personensorgeberechtigte oder eine geeignete Aufnahmeeinrichtung im Herkunftsland gewährleisten, dass sie den Minderjährigen in Empfang nehmen und unterbringen. Das Wohl des Kindes ist bei allen Maßnahmen der Behörden „mit Vorrang zu beachten“ (Artikel 3 der Europäischen Kinderrechtskonvention). Wenn überhaupt eine Abschiebung von Minderjährigen ins Auge gefasst wird, ist es zwingend erforderlich, vorher das Jugendamt einzuschalten, das entsprechend seiner Aufgabe den Vorrang des Kinderschutzes vor aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen zu gewährleisten hat.

Es bestehen Zweifel, dass das Jugendamt diese Aufgabe pflichtgemäß wahrgenommen hat: Kathy hatte keinen Vormund, keinen Personensorgeberechtigten, keine rechtliche Vertretung. Ihre Pflegeeltern, bei denen sie bereits eingebunden und gut aufgehoben war, hatten die Vormundschaft beantragt, wurden aber auch nicht vorher informiert. In einem solchen Fall ist das Jugendamt die Notfallvertretung und hat sich für die Rechte des Kindes einzusetzen. Im Falle einer Rückführung muss sichergestellt sein, dass die Jugendlichen im Herkunftsland in Empfang genommen wird und ihr Kindeswohl gesichert ist.

Am 17.08.2016 wurden zwei Minderjährige nach Albanien abgeschoben. Für beide uns bekannte Jugendliche hat der Landkreis Wesermarsch es versäumt zu gewährleisten, dass sie am Flughafen abgeholt wurden. Die Jugendlichen wurden damit großer Gefahr ausgesetzt.

Im Übrigen erscheint die Abschiebung auch aus anderen Gründen rechtlich fragwürdig: Mit der Ausstellung einer „Grenzübertrittsbescheinigung“ hatte die Ausländerbehörde Kathy die Möglichkeit einer „freiwilligen Ausreise“ bis Ende August 2016 eingeräumt. Die Abschiebung war also noch gar nicht vollziehbar. Jetzt droht ihr die Verhängung einer dreijährigen Einreisesperre.

Der zweite unbegleitete Minderjährigen, der aus dem Landkreis am gleichen Tag abgeschoben wurde und vor Ort auf sich allein gestellt war, schrieb uns:

Also ich bin mit dem Flugzeug alleine nach Hause gefahren. Und dann bin ich in meine Stadt gekommen und zu meinem Freund gegangen und habe ihn gefragt, ob ich bei ihm schlafen darf. Ja, und jetzt ist alles eine Katastrophe.Glauben Sie mir, ich habe alles verloren, ich habe nichts. Manchmal habe ich Essen, manchmal nicht …“ S. , 16 Jahre , abgeschoben am 17.8. nach Albanien.

Weitere Informationen:

Dörthe Hinz
Tel. 0511 – 98 24 60 37

Presse-Handy: 0152 – 160 64 025

Die Aufnahmesituation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland – erste Evaluation vom B-umF

Vom Bundesfachverband umF: Erste Evaluation zur Umsetzung des Umverteilungsgesetzes
Die Ergebnisse liegen jetzt vor und zeichnen ein Bild von der teilweise hoch defizitären Aufnahmestruktur für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland.

„Um die tatsächlichen Auswirkungen des Gesetzes zur vorläufigen Inobhutnahme und Umverteilung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu erfassen, hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eine bundesweite Online-Umfrage durchgeführt, an der 1.400 Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe teilgenommen haben. Abgefragt wurden u.a. Informationen und Einschätzungen zur Situation der Minderjährigen im Verteilverfahren sowie während der vorläufigen Inobhutnahme (vorl. IO) nach § 42a SGB VIII, der regulären Inobhutnahme nach § 42 SGB VIII (IO) und in den Anschlussmaßnahmen nach §§27 ff SGB VIII. Neben der Erhebung von quantitativen Merkmalen wurden auch qualitative Einschätzungen abgefragt. „

Der ausführliche Bericht ist über den folgenden Link aufzurufen:

http://www.b-umf.de/images/aufnahmesituation_umf_2016.pdf

Ergänzend noch die aktuelle Pressemitteilung des Bundesfachverbandes : “ Mehr Inobhutnahmen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Aber Unklarheit über Versorgungssituation“.

„Der Bundesfachverband umF fordert seit Jahren, dass die Datenlage zur Lebenssituation verbessert wird. Immer noch werden viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nur behelfsmäßig untergebracht und betreut. Von den Standards der Kinder- und Jugendhilfe sind wir vielfach noch weit entfernt“ so Niels Espenhorst vom Bundesfachverband umF. „Ohne aussagekräftige Informationen zur Lebenssituation von jungen Flüchtlingen in Deutschland fährt die Jugendhilfe bei der Unterbringung und Betreuung nur auf Sicht“, so Espenhorst weiter.“

Jugendhilfe-Standards für junge Geflüchtete: Bundesjugendkuratorium veröffentlicht Zwischenruf

„Statt einer pauschalen Debatte um Standards ist in der aktuellen Situation eine Auseinandersetzung mit tatsächlich bestehenden Bedarfen und Problemen notwendig.“

„Die große Stärke der Kinder- und Jugendhilfe, verschiedene passende Angebote zur Unterstützung von jungen Menschen unabhängig von deren Herkunft vorzuhalten, muss auch zukünftig erhalten bleiben“

Pressemitteilung vom Bundesjugendkuratorium:

„Jugendhilfe nach Maß: Auch für junge Geflüchtete

Berlin. Das Bundesjugendkuratorium (BJK) kritisiert aktuelle Forderungen nach einer Absenkung der Jugendhilfe-Standards für junge Geflüchtete. Diese haben den gleichen Anspruch auf Hilfe und Unterstützung wie alle anderen Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Der Zwischenruf benennt rechtliche Rahmenbedingungen und fachliche Standards, die nach geltender Fassung bereits ausreichend Flexibilität ermöglichen. 

Mit seinem aktuellen Zwischenruf reagiert das Bundesjugendkuratorium auf die seitens einzelner Länder und anderer Akteure geäußerte Forderung, für geflüchtete Kinder und Jugendliche geringere Standards der Kinder- und Jugendhilfe anzulegen.

Diese Forderung widerspricht der UN-Kinderrechtskonvention, dem Genfer Flüchtlingsabkommen und den geltenden Regelungen des Kinder- und Jugendhilferechts. Mit gutem Grund gelten in der Kinder- und Jugendhilfe spezifische Standards. Diese beziehen sich unter anderem auf allgemeine Fragen des Kinderschutzes, die Unterbringung, das Betreuungspersonal, die Möglichkeiten der Beschwerde und Beteiligung. Zudem orientiert sich die Entscheidung über die Gewährung von Hilfen an der Geeignetheit und Erforderlichkeit der Hilfe. Damit ist für jeden Einzelfall die Möglichkeit der Anpassung vorhanden.

In den vergangenen zwei Jahren sind höhere Zahlen junger Menschen nach Deutschland geflüchtet. Dies hat zu erhöhten Kosten der Kinder- und Jugendhilfe geführt. Dies kann jedoch kein Argument für eine Absenkung der Hilfestandards sein.

Das BJK ruft alle beteiligten Akteure zu einer sachlichen Debatte über die Bedarfe junger Geflüchteter auf, die ausschließlich von den Maßstäben der Erforderlichkeit und Geeignetheit gesteuert wird.

 

Den Zwischenruf „Kinder- und Jugendhilfeleistungen nach Maß: Junge Geflüchtete haben den gleichen Anspruch wie alle jungen Menschen“  erhalten Sie als PDF zum Download oder als Printexemplar unter:

www.bundesjugendkuratorium.de

 

Positionspapier der AGJ: Unbegleite minderjährige Flüchtlinge- Bedingungen für nachhaltige Integration schaffen

Das folgende Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe befasst sich mit Vorraussetzungen und Bedingungen für gelingende und nachhaltige Integration von unbegleiteten Minderjährigen.

Der Fokus liegt auf folgenden Inhalten:

  • Vordergründige Selbständigkeit hinterfragen- Integration und den Aufbau von Lebensperspektiven ermöglichen
  • Integrative Kontakte von Begin an
  • Schule/Ausbildung und Beruf- Schnittstellen zwischen den Systemen verbessern
  • Nachhaltige Unterstützung für junge Volljährige sichern!

Das Schreiben ist unter folgendem Link aufrufbar: Postitionspapier AGJ

 Aktuelle Asylzahlen: Lange Wartezeiten für unbegleitete Minderjährige

Aus einer Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) im Schnitt 7,4 Monate auf eine Entscheidung im behördlichen Asylverfahren warten und damit wesentlich länger als Erwachsene. Besonders lange warten Jugendliche aus Guinea (19,3 Monate), Äthiopien (17,3), Iran (15,0), Somalia (14,2) und Afghanistan (10,6). Der Bundesfachverband umF fordert das Bundesinnenministerium vor diesem Hintergrund auf, über eine Altfallregelung zügige Perspektiven für die Jugendlichen und eine Entlastung der zuständigen Behörden zu schaffen.

Unter unten aufgeführten Link ist die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der grünen Bundestagsfraktion „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
im Asylverfahren“ aufzurufen.

 

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der grünen Bundestagsfraktion „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
im Asylverfahren“:

http://www.b-umf.de/images/ka%20umf%2018_9136_web.pdf

Stellungnahme und Forderungen des Bundesfachverbandes umF:

http://www.b-umf.de/images/160725_PM_Asyl-Zahlen.pdf

Für einen gelingenden Übergang aus der Jugendhilfe in ein selbstständiges Leben:16 Handlungsempfehlungen für Jugendhilfeträger

Wie kann der Übergang junger Menschen aus der Jugendhilfe in die Selbstständigkeit gestaltet werden?

Hierzu geben die aktuellen Handlungsempfehlungen des Careleaver Kompetenznetz für Jugendhilfeträger wichtige Antworten. Diese basieren auf dem Erfahrungswissen von Careleavern und Fachkräften. Careleaver sind junge Menschen, die einen Teil ihres Lebens in stationären Hilfen verbracht haben.

Unter folgendem Link sind die Handlungsempfehlungen aufzurufen:

http://www.b-umf.de/images/handlungsempfehlungen_careleaver.pdf

Notwendig: Unterstützung über die Volljährigkeit hinaus

Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit gibt in ihrem aktuellen Kurzbericht eine klare Empfehlung zur Unterstützung von jungen Geflüchteten über die Volljährigkeit hinaus. Abrupte Hilfebeendigungen im Rahmen der Jugendhilfe führen häufig zu einem Ausbildungsabbruch der jungen Menschen. Darüber hinaus wird eine Schulpflicht über das 18. Lebensjahr hinaus gefordert sowie die Aufhebung von Zugangshürden für junge Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern.

http://doku.iab.de/kurzber/2016/kb1316.pdf

 

 

Bericht zur Situation junger Rückkehrer in Afghanistan

Ein aktueller Bericht des Refugee Support Network dokumentiert die dramatische Situation für junge Rückkehrer in Afghanistan. Der Bericht kann insbesondere für Klageverfahren bei abgelehnten afghanischen Asylsuchende hilfreich sein.

Zum Bericht: https://refugeesupportnetwork.org/sites/default/files/files/After%20Return_RSN_April%202016.pdf

 

 

++BumF/UNICEF Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Flüchtlingsunterkünften++

„Umfrage zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften und Notunterkünften

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) führt aktuell im Auftrag von UNICEF Deutschland eine Studie über die Lebenssituation geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Erstaufnahmeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften und Notunterkünften in Deutschland durch.

Die Beantwortung der Fragen wird etwa 20 Minuten in Anspruch nehmen. Wir sind uns der anhaltenden Belastungssituation bewusst und freuen uns umso mehr, wenn Sie uns mit Ihrer Expertise unterstützen können. Mit unserer Arbeit möchten wir dazu beitragen, langfristig die Situation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu verbessern und ihre Position in der aktuellen Debatte zu stärken.

Hier geht es zur Umfrage: https://www.umfrageonline.com/s/BumF_UNICEF_Studie

 

Weiterführende Informationen:

Die Studie knüpft an unsere Recherche von November 2015 – Januar 2016 (Factfinding zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften, Bericht Januar 2016) und die 2014 erschienene Studie „In erster Linie Kinder“ an.

Die neue Studie von BumF und UNICEF Deutschland soll Ende des Jahres vorliegen und setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  1. Ergebnisse der Befragung hauptamtlicher Mitarbeiter/innen in Flüchtlingsunterkünften
  2. Qualitative Interviews mit Expert/innen
  3. Beobachtung und Analyse aktueller Entwicklungen

Ziel der Studie ist, die kaum dokumentierte Situation von Kindern und Jugendlichen in Flüchtlingsunterkünften vor dem Hintergrund gestiegener Einreisezahlen und umfassender Gesetzesänderungen zu beleuchten und hieraus Handlungsempfehlungen auf lokaler, kommunaler und Bundesebene sowie politische Positionen zur Versorgung und Unterstützung begleiteter Minderjähriger zu entwickeln.

Bei Rückfragen und Hinweisen wenden Sie sich bitte an: umfrage@b-umf.de

Rechtsgutachten: Einschränkung Familiennachzug für unbegleitete Minderjährige widerspricht UN-Kinderrechtskonvention

Das unter folgendem Link aufrufbare Rechtsgutachten vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages befasst sich mit  der Einschränkung/Aussetzung des Familiennachzugs von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen unter Einbeziehung der UN-Kinderrechtskonvention.
Das Fazit: „Die geplante Aussetzung des Familiennachzugs widerspricht vom Grundsatz her dem Leitgedanken des Art. 3 KRK (Kindeswohl)“.

Ausarbeitung zur: „Vereinbarkeit der Regelungen des Asylpakets II betreffend die
Aussetzung des Familiennachzugs für unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge mit der VN-Kinderrechtskonvention (KRK)“

http://www.bundestag.de/blob/416608/6b721422cd6774314c8fbe11de359e32/wd-2-026-16-pdf-data.pdf

 

Verteilung von UMF (Februar 2016)

Aktuelle Zahlen zur Verteilung der UMF auf die einzelnen Bundesländer, sowie der beiden Vormonate:

Die Umverteilung bei sogenannter „Quotenerfüllung“ einzelner Bundesländer von UMF ist seit November 2015 gesetzlich eingeführt wurden und wird nach dem KönigsteinerSchlüssel ermittelt.

http://www.b-umf.de/images/verteilung-umf-29022016.pdf

Asylpaket II: Schnellverfahren und „besondere Aufnahmeeinrichtungen“ verstoßen gegen die UN- Kinderrechtskonvention

Gestern, am 25.2.2016 wurde das Asylpaket II beschlossen, mit gravierenden Auswirkungen auch für junge Flüchtlinge, insbesondere durch Einschränkungen im Familiennachzug , sowie der geplanten beschleunigten Verfahren.

Ausführliche Stellungnahme und Konsequenzen des Asylpakets II im Hinblick auf junge Flüchtlinge, vom Bundesfachverband UMF: http://www.b-umf.de/images/PM_Asylpaket_II.pdf

Afghanistan: Gefahren und Unsicherheiten junger Flüchtlinge

In Deutschland leben derzeit ca. 60.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Stand Februar 2016). Davon suchten ca. 30.000 Kinder und Jugendliche im Jahr 2015 in Deutschland Zuflucht.
Eine deutliche Mehrheit der jungen Menschen kommt aus Afghanistan. In der jetztige Debatte um Afghanistan wird dieser entscheidende Punkt kaum beachtet und hinzugezogen.

In Anbetracht der aktuellen Diskussion um u.a. vermeintliche „innerstaatliche Fluchtalternativen“ werden in dem ersten unten aufgeführtenArtikel die gestiegenen drohenden Gefahren, Unsicherheiten, Konflikte und Perspektivlosigkeit innerhalb Afghanistans insbesondere im Hinblick auf Kinder und Jugendliche deutlich gemacht. Ergänzt durch den Blick auf Folgen einer Rückkehr.

In dem Artikel des Bundesfachverband UMF ist eine Auswertung  der Lage von Kindern und Jugendlichen in Afghanistan vorgenommen wurden und die Gründe der Flucht sowie Sorgen jugendlicher Rückkehrer detailiert aufführt.

Die derzeitige Debatte führt zu großen Unsicherheiten unter den aus Afghanistan geflüchteten (jungen) Menschen. Unter dem folgenden Artikel „Informationen gegen Angst“ sind in verschiedenen Sprachen Hinweise aufgeführt, um zum einen die aktuelle Debatte zu erläutern und womöglich Ängste nehmen zu können.

1.Artikel: Afghanistan:Gründe der Flucht und Sorgen jugendlicher Rückkehrer

2. Artikel: Germany: Deportation to Afghanistan- Information against fear

 

 

 

 


Der Flüchtlingsrat Niedersachsen ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen. Unterstützen Sie uns: - Konto 4030 460 700 - GLS Gemeinschaftsbank eG - BLZ 430 609 67 - IBAN DE28 4306 0967 4030 4607 00 - BIC GENODEM1GLS - Zweck: Spende, oder werden Sie Fördermitglied im Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.! Spenden an den Flüchtlingsrat sind steuerlich absetzbar.


Ab März 2017 bieten wir keine offene Sprechstunde mehr an, um unsere Beratungstätigkeit effektiver und gezielter gestalten zu können. Bitte nehmen Sie bei Beratungsbedarf telefonisch oder per Email Kontakt mit uns auf. Wir werden uns schnellst möglich bei Ihnen melden und ggf. gern einen Beratungstermin vereinbaren.