Kundgebung für Gazale 15. Oktober 2011

Rund 150 Menschen zogen am Sonnabend erneut in die Innenstadt von Hildesheim, um für die Rückkehr von Gazale Salame zu ihrer Familie nach Hildesheim zu demonstrieren und an Landrat Reiner Wegner zu appellieren, durch die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für Ahmed Siala und die beiden älteren Töchter hierfür die Voraussetzungen zu schaffen. In dem Aufruf des Unterstützerkreises heißt es:

„Am 10. Februar 2005 hat der Landkreis Hildesheim eine in Deutschland integrierte Familie durch die Abschiebung der schwangeren Mutter Gazale Salame und ihres Kleinkinds in die Türkei auseinander gerissen. Zurück blieb Vater Ahmed Siala mit den beiden älteren Töchtern. Die Eltern sind Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon. Sie flohen als kleine Kinder aus Beirut zu uns und haben in der Türkei keine Wurzeln. Gazale lebte 17 Jahre in Deutschland, Ahmed ist seit 26 Jahren hier. Seit über sechs Jahren kämpft die Familie um ein gemeinsames Aufenthaltsrecht.

Hier geht es um Humanität! Hier geht es um unser Grundgesetz!

Die Behauptung, Ahmed Siala habe als „Türke“ ein Bleiberecht vor 21 Jahren zu Unrecht erhalten, ist unsinnig: Ahmed stammt aus dem Libanon, er hat die Türkei nie gesehen. Eine Registrierung im türkischen Personalregister aus dem Jahr 1975, die als Beleg für eine türkische Abstammung dienen sollte, ist voller Widersprüche und daher offenkundig falsch. Mittlerweile hat der Landkreis Hildesheim selbst eingeräumt, dass

  • Einträge in türkische Personalregister auch von Dritten (z.B. Schulleitern) vorgenommen wurden,
  • viele Personen gemeldet sind, die gar nicht in der Türkei gelebt haben,
  • selbst Kinder in der Türkei registriert wurden, die in Deutschland geboren sind,
  • das türkische Personenregister nicht verlässlich ist

Fazit: Die Entscheidung des Landkreises Hildesheim, der Familie Siala / Salame im Jahr 2001 die Aufenthaltserlaubnis wegen „Identitätstäuschung“  zu entziehen und Gazale im Jahr 2005 abzuschieben, war falsch und muss zurückgenommen werden.“

Erneut ergriffen viele Rednerinnen und Redner das Wort, um der Forderung nach einer humanitären Lösung Nachdruck zu verleihen, darunter Dr. John Coughlan (Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim e.V.), Brigitte Pothmer (MdB Bündnis 90 / Die Grünen), Andrea Kothen (Pro Asyl), Hannah von Grönheim (HAWK), Luise und Gerjet Harms (Unterstützerkreis), Dr. Lore Auerbach (Ehrenbürgermeisterin), und andere. die  Am Ende ließen die Demonstranten Karten mit einem Bild der zerrissenen Familie und einem Appell an Landrat Wegner an Luftballons aufsteigen. Nachfolgend einige Bilder von der Demonstration:

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