Sudanes_innen protestieren gegen 30-jährige Herrschaft von Omar Al-Bashir

Flüchtlingsrat fordert Abschiebungsstopp in den Sudan

Beginn der Kundgebung: Sa., 06.04.2019, 14.00 Uhr (Aufruf siehe hier)
Ort: Schillerdenkmal (Ecke Schillerstraße/Georgstraße), Hannover

Presseerklärung als PDF

Im Sudan geht das Regime immer repressiver gegen die protestierende Bevölkerung vor. Bereits Ende Februar hat der Autokrat Omar Al-Bashir den Ausnahmezustand verhängt. Dennoch wurden vor zwei Wochen Geflüchtete aus dem Sudan von der niedersächsischen Landesaufnahmebehörde vorgeladen, um die Beschaffung von Passersatzpapieren für Abschiebungen durch einen Botschaftsgesandten Sudans zu ermöglichen.

Für kommenden Sonnabend rufen „Sudanesische Aktivist_innen in Niedersachsen“ auf, auch in Hannover Solidarität mit den protestierenden Menschen im Sudan zu zeigen. Sie fordern ein Ende der Kooperation der EU und der Bundesregierung mit Omar Al-Bashir und seinem Regime sowie einen Abschiebungsstopp.

Diesen Forderungen schließt sich der Flüchtlingsrat ausdrücklich an. „Es ist unverständlich, wie sudanesische Geflüchtete nun mit Maßnahmen, die geeignet sind, Abschiebungen durchzuführen, in Angst versetzt werden, während gleichzeitig die Repression im Sudan verschärft wird“, kritisiert Sigmar Walbrecht vom Flüchtlingsrat Niedersachsen. „Wir befürchten, dass das Leben und die Freiheit zurückkehrender Sudanes_innen akut gefährdet ist. Darum wäre es jetzt an der Zeit, endlich einen Abschiebungsstopp zu verhängen.“

Die Proteste gegen den islamistischen Autokraten Al_Bashir waren im Dezember so stark aufgeflammt wie lange nicht mehr. Sie hatten sich an gestiegenen Brot- und Medikamentenpreisen sowie den allgemein schlechter werdenden Lebensbedingungen im Land entzündet. Mittlerweile hat der Protest das ganze Land ergriffen. Von Anfang an gingen die Sicherheitskräfte des Regimes mit ganzer Härte vor und schlugen die friedlichen Demonstrationen blutig nieder. Oppositionelle wurden aus ihren Häusern verschleppt, Tausende wurden inhaftiert, sind verschwunden und akut von Folter und Tod bedroht. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass im Zuge der Niederschlagung der Proteste dutzende Menschen getötet wurden. Mit dem Ausnahmezustand sind Versammlungs-, Presse- und Meinungsfreiheit noch stärker eingeschränkt als ohnehin.

Seit geraumer Zeit finden weltweit Aktionen in Solidarität mit den Menschen im Sudan statt, die sich mit friedlichen Demonstrationen gegen das autokratische Regime artikulieren. Auch an diesem Wochenende wollen wieder weltweit die Oppositionellen im Exil den Widerstand ihrer Landsleute im Herkunftsland unterstützen. Dreißig Jahre ist es her, dass Omar Al-Bashir sich an die Macht geputscht hat. Die verschiedenen Oppositionsgruppen und unorganisierte Menschen sind in ihrem Protest vereint und fordern unter den Slogans „Just fall – that is all“ und „Freedom, peace and justice“ den Rücktritt des Autokraten ohne jeden Kompromiss.

Schreibe einen Kommentar