Rubrik: Pressemitteilungen


Türkische Menschenrechtlerin auf Weg zu Tagung verhaftet

Meldung vom Dienstag den 24.04.2007 · noch keine Kommentare

7. Fachtagung gegen Abschiebungshaft fand in Paderborn statt
Teilnehmer/innen äußern sich besorgt über Verhaftung von Eren Keskin
Absurde EU-Verschiebepraxis angeprangert
Weitere Ausweitung der Haft durch Neufassung des Zuwanderungsgesetzes befürchtet

Am Wochenende fand in Paderborn die 7. Fachtagung gegen Abschiebungshaft statt. Expert/innen aus dem ganzen Bundesgebiet diskutierten die Auswirkungen derm Neufassung des Ausländerrechtes, das im Juli in Kraft treten soll. Die Teilnehmer/innen äußerten sich bestürzt darüber, dass die bekannte türkische Menschenrechtlerin und Rechtsanwältin Eren Keskin, die auf der Tagung den Vortrag zu Flüchtlingspolitik in der Türkei halten sollte, am Samstag Morgen am Flughafen Istanbul festgenommen und an der Ausreise gehindert wurde. Zwar wurde sie am Mittag wieder freigelassen, muss sich jedoch am Montag bei der Staatsanwaltschaft melden.

» Den ganzen Beitrag lesen…

ai-Pressemitteilung zu irak. Flüchtlinge

Meldung vom Montag den 23.04.2007 · noch keine Kommentare

Pressemitteilung | amnesty international

Sperrfrist: Montag, 16.4.2007, 00:01 Uhr

Berlin, 16. April 2007 – Die EU muss dringend ein abgestimmtes Konzept zu Schutz und Versorgung irakischer Flüchtlinge in der Region und in Europa vorlegen, hat amnesty international (ai) vor der Irak-Konferenz des UNHCR am 17./18. April in Genf und dem Treffen der EU-Innen- und Justizminister am 19./20. April in Luxemburg gefordert. ai ruft die EU auf, die Nachbarstaaten des Irak sowie internationale Hilfsorganisationen finanziell und technisch bei der Versorgung der Flüchtlinge zu unterstützen, selbst Flüchtlinge aus dem Irak großzügig aufzunehmen und keine Iraker in ihr Heimatland abzuschieben. „Bei diesem Ausmaß der humanitären Krise und der anhaltenden Gewalt in der Region ist es überfällig, dass die internationale Gemeinschaft und die EU irakische Flüchtlinge schützen und unterstützen, wo immer sie sich aufhalten“, sagte Ruth Jüttner, Irak-Expertin von ai. » Den ganzen Beitrag lesen…

Flüchtlingsrat kritisiert Irak-Politik der Landesregierung

Meldung vom Montag den 23.04.2007 · noch keine Kommentare

Scharfe Kritik an Irak-Politik des Innenministers
Niedersachsen startet Abschiebungen in den Nord-Irak

Als „fatales Signal zur Unzeit“ kritisiert die diesjährige Mitglieder-versammlung des Flüchtlingsrats Niedersachsen die Ankündigung des Innenministers, mit Abschiebungen in den Nord-Irak zu beginnen. Während UNHCR und die EU-Länder auf internationalen Konferenzen in Genf und Luxemburg um humanitäre Regelungen für die circa 4 Millionen Irak-Flüchtlinge ringen, destabilisiere der niedersächsische Innenminister Schünemann die Lage weiter.

“Die niedersächsische Landesregierung will mit ihrer Ankündigung ihren Ruf, eine knallharte Abschiebungspolitik zu verfolgen, offenbar erneut unter Beweis stellen“, so der alte und neue Vorsitzende des Flüchtlingsrats, Norbert Grehl-Schmitt.” Nachdem Tausende von Flüchtlingen trotz der anhaltenden Bürgerkriegssituation im Irak durch den Widerruf der Flüchtlingsanerkennung entrechtet und auf den Status der “Duldung” herabgestuft wurden, sollen die Betroffenen jetzt im zweiten Schritt auf der Grundlage von vagen Verdächtigungen oder geringfügigen Verurteilungen abgeschoben werden.“ Das Innenministerium scheue dabei nicht davor zurück, den Ausländerbehörden versuchsweise Abschiebungen zu erlauben, auch wenn die von UNHCR genannten Kriterien nicht erfüllt sind. » Den ganzen Beitrag lesen…

Exodus aus dem Irak – Deutsche Innenminister bereiten Rückführungen vor

Meldung vom Freitag den 20.04.2007 · noch keine Kommentare

Presseerklärung | PRO ASYL - Realitätsfern und unverantwortlich

Während international über Hilfe für Irak-Flüchtlinge beraten wird, setzen die deutschen Innenminister im Hintergrund ganz andere Akzente. Aus aktuellen Erlassen verschiedener Bundesländer wird deutlich, dass der Bundesinnenminister die Rückführungen in den Irak ab sofort ausweiten will. Dabei wären angesichts des Exodus aus dem Irak Solidarität mit den Nachbarstaaten, ein großzügiges Flüchtlingsaufnahmeprogramm, ein bundesweiter Abschiebestopp und ein sicherer Aufenthaltsstatus das Gebot der Stunde.

In einem Rundschreiben des Bayerischen Innenministeriums vom 17. April 2007 heißt es bezugnehmend auf die letzte Innenministerkonferenz: „Gleichzeitig wurde der Bundesminister des Innern gebeten, mit der irakischen Seite über eine Ausweitung der Rückführungen zu verhandeln. Dies ist nun geschehen. Das Bundesministerium des Innern hat mit Schreiben vom 13. März mitgeteilt, dass ab sofort » Den ganzen Beitrag lesen…

LK Holzminden: Traumatisierung als “Täuschungsgrund”?

Meldung vom Donnerstag den 19.04.2007 · noch keine Kommentare

Presseerklärung des Flüchtlingsrats Niedersachsen vom 19.4.2007

Traumatisierung als Täuschungshandlung?
Flüchtlingsrat kritisiert den Landkreis Holzminden

Kann eine mehrfach gutachterlich bestätigte Traumatisierung im Heimatland als versuchte Täuschung bewertet und damit die Erteilung des Bleiberechts verweigert werden? Diese Frage wirft allen Ernstes der Landrat Holzminden auf, der einen Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis nach der Bleiberechtsregelung für eine psychisch schwer erkrankte Flüchtlingsfrau aus dem Kosovo zu prüfen hat. Der Flüchtlingsrat ist empört: Hier wird eine schwerkranke Frau zur potenziellen Betrügerin erklärt.

Die mit ihrem Ehemann im Februar 1999 nach Deutschland eingereiste Mutter von drei minderjährigen Kindern leidet seit einem Übergriff im August 1998, bei dem sie von vier maskierten serbischen Soldaten vergewaltigt wurde, unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer schweren Depression. Dies wurde von zwei fachpsychiatrischen Gutachten (MHH, April 2005/ Trauma Consult, Dezember 2006) detailliert und fachlich fundiert bestätigt. Das Gesundheitsamt des Landkreises Holzminden spricht von einer dringenden Behandlungsbedürftigkeit der psychischen Gesundheitsstörung (Depression, mögliche Diagnose der PTSD).
Auch das Verwaltungsgericht Hannover geht in seinem Urteil vom Februar 2006 von einer „unstreitigen psychischen Erkrankung und Behandlungsbedürftigkeit“ aus, lehnt jedoch die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis mit der Begründung ab, die Erkrankung sei auch im Heimatland behandelbar. » Den ganzen Beitrag lesen…

Flüchtlingsexodus aus dem Irak -– Europa schaut weg

Meldung vom Freitag den 13.04.2007 · noch keine Kommentare

ProAyl Pressemitteilungen

ECRE und PRO ASYL fordern eine gemeinsame, solidarische und humanitäre Antwort der Europäischen Union: Europaweiter Abschiebestopp, großzügiges Flüchtlingsaufnahmeprogramm, Sicherheit und Schutz für Asylsuchende in der EU

Frankfurt/Brüssel Im Irak findet eine humanitäre Katastrophe statt, die öffentlich bislang kaum wahrgenommen wurde. Jeden Monat fliehen 50.000 Menschen aus dem Irak, knapp 2 Millionen irren als Binnenflüchtlinge im Land umher.

Der Europäische Flüchtlingsrat ECRE und PRO ASYL fordern die europäischen Staaten auf, nicht länger wegzuschauen, sondern gemeinsam und solidarisch zu helfen.

Europa betreibt momentan eine Politik der Abwehr, Abschreckung und Entrechtung irakischer Flüchtlinge. Nur knapp jeder zehnte Flüchtling aus dem Irak erhält einen Schutzstatus in der EU. ?Solidarität mit den Nachbarstaaten, ein großzügiges Flüchtlingsaufnahmeprogramm der EU-Mitgliedstaaten, ein europaweiter Abschiebestopp und ein menschenwürdiges Leben für irakische Schutzsuchende in Deutschland und Europa wären eine Voraussetzung für ein glaubwürdiges Handeln der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten-, so Richard Williams, EU-Repräsentant von ECRE. » Den ganzen Beitrag lesen…

Dokumentation: Neun Finger, keine Papiere - Ein illegaler Tagelöhner will sein Recht

Meldung vom Freitag den 13.04.2007 · noch keine Kommentare

NEUN FINGER, KEINE PAPIERE - Ein illegaler Tagelöhner will sein Recht (43 Min.)
Ein Film von Carsten Rau und Hauke Wendler

Am 20. April 2006 hat Mitko seinen rechten Zeigefinger verloren, bei einem Arbeitsunfall im Hamburger Hafen. Doch niemand holte für Mitko einen Krankenwagen, weil der Chef Angst hatte, seine Geschäfte könnten auffliegen. Denn Mitko ist ein illegaler Einwanderer: Einer, der für vier Euro die Stunde Container packt, ohne Ansprüche zu stellen.

Als der junge Bulgare endlich ins Krankenhaus kam, musste der Finger amputiert werden. Der Chef drückte ihm 200 Euro in die Hand, das war’s. Keine Entschädigung, kein anderer Job, gar nichts. „Hätte ich gültige Papiere“, sagt der 24jährige, „hätte ich ihn damals schon verklagt.“ Menschen wie Mitko haben sich damit abgefunden, dass sie keine Recht haben. » Den ganzen Beitrag lesen…

Rot-Grün ist mitverantwortlich für lange Guantánamo-Haft von Murat Kurnaz

Meldung vom Donnerstag den 29.03.2007 · noch keine Kommentare

Pressemitteilung - amnesty international

Berlin, 29. März 2007 – Die frühere rot-grüne Bundesregierung ist mitverantwortlich für die lange Haft des Bremer Murat Kurnaz im US-Gefangenenlager Guantánamo. Kurnaz saß dort viereinhalb Jahre unschuldig in völkerrechtswidriger Haft und erlitt schwere Menschenrechtsverletzungen. „Die frühere Bundesregierung hat Möglichkeiten nicht genutzt, die Haftzeit deutlich zu verkürzen, sondern alles getan, um Kurnaz von Deutschland fernzuhalten“, sagte Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von amnesty international Deutschland anlässlich der morgigen Befragung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vor dem BND-Untersuchungsausschuss. „Das Mindeste ist, dass der Ex-Kanzleramtschef Steinmeier sich bei Murat Kurnaz entschuldigt“, sagte Lochbihler. „Die jetzige Regierung sollte Kurnaz bei Bemühungen, in den USA eine Entschädigung zu erwirken, unterstützen und ihm bei seiner Wiedereingliederung ins Alltagsleben in Deutschland behilflich sein.“ » Den ganzen Beitrag lesen…

PRO ASYL: Mehr Haft, weniger Rechtsschutz, mehr Ausgrenzung

Meldung vom Mittwoch den 28.03.2007 · noch keine Kommentare

Pressemitteilung von PRO ASYL
Heute im Bundeskabinett: Das große Antiausländerpaket alias „Gesetz zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union“

Getarnt als Gesetzentwurf zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union geht heute ein ganzes Paket mit ausländerrechtlichen Verschärfungen ins Bundeskabinett. PRO ASYL kritisiert den Inhalt dieses Antiausländerpakets als repressiv und vom Geist der Abschottung geprägt. Das Resultat ist absehbar: Mehr Haft, weniger Rechtsschutz, mehr Ausgrenzung.

Wenn dieser Entwurf Gesetz wird, werden Tausende zusätzlicher Haftplätze entstehen. Denn Asylsuchende, die in einen anderen EU-Staat überstellt werden sollen, weil dieser zuständig ist, werden keine Chance mehr haben, gegen diese Abschiebung Rechtsmittel im Eilverfahren einzulegen. Sie werden in der Regel in Zurückweisungshaft genommen.

Eine Regelung aus Absurdistan ist die Rücknahme der bisherigen Einbürgerungserleichterungen für junge Erwachsene. Bislang können unter 23-Jährige sich einbürgern lassen – auch ohne ihren Lebensunterhalt selbst sichern zu können. Das ist sinnvoll, damit Studenten und Auszubildende ein Studium oder Ausbildung nicht abbrechen und arbeiten müssen, um sich einbürgern zu lassen. Die geplante Änderung ist integrationsfeindlich, weil sie die sinnvolle Wahrnehmung einer Bildungschance zum möglichen Nachteil macht. Ein Schildbürgerstreich – müsste doch bei zuletzt stark gesunkenen Einbürgerungszahlen das Interesse an der Einbürgerung qualifizierter Jugendlicher groß sein.

Seinen angeblichen Zweck, nämlich die Umsetzung von EU-Richtlinien, löst das Gesetz nur unzureichend ein. Obwohl eine EU-Richtlinie zu den Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge vorsieht, dass Personen in schwierigen Lebenssituationen besondere Rechte zustehen, wird dies im Gesetzentwurf nicht umgesetzt. Der Entwurf gewährleistet nicht, dass Minderjährige ggf. Zugang zu psychologischer Betreuung und notwendigen Rehabilitationsmaßnahmen haben müssen. Er regelt nicht den Anspruch der Opfer von Folter und Gewalt auf die erforderliche Behandlung.

Der verbesserte Schutz, den die sog. EU-Qualifikationsrichtlinie für Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, insbesondere Bürgerkriegsflüchtlinge vorsieht, wird manipulativ und unzureichend in nationales Recht umgesetzt. Ohne Schutz sollen die Betroffenen in Deutschland auch künftig bleiben, wenn die Gefahren der Bevölkerung im Herkunftsland allgemein drohen.

PRO ASYL fordert die Abgeordneten des Bundestages auf, im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens darauf hinzuwirken, dass ein Gesetz herauskommt, das rechtsstaatlichen Ansprüchen genügt.

gez. Bernd Mesovic
Referent

Strafprozess um Verbrennungstod eines Flüchtlings im Polizeigewahrsam

Meldung vom Montag den 26.03.2007 · noch keine Kommentare

Pressemitteilung von PRO ASYL

Internationale Liga für Menschenrechte und PRO ASYL beobachten Strafprozess
gegen zwei Polizeibeamte vor dem Landgericht Dessau

Liga-Präsident Dr. Rolf Gössner, der den Prozess auch für die Flüchtlingsorganisation PRO ASYL (Frankfurt/M.) beobachteten wird: ?Dieses Strafverfahren bedarf besonderer öffentlicher Aufmerksamkeit, damit der tragische Verbrennungstod eines Asylbewerbers in einer Polizeizelle endlich nach über zwei Jahren rückhaltlos aufgeklärt wird und die Verantwortlichen innerhalb der Polizei zur Rechenschaft gezogen werden.? » Den ganzen Beitrag lesen…