Vorherige Projekte (ausgelaufen): Weitblick, Jump, Integration von jungen Flüchtlingen

1. Weitblick – Begleitung und Patenschaften für junge Flüchtlinge in Niedersachsen (01.05.2012 – 30.04.2015)

Das neue Kinder- und Jugendprojekt des Flüchtlingsrat richtet sich primär an die Zielgruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) und an junge Flüchtlinge bis 25 Jahre in Niedersachsen.  Zur Zielgruppe zählen ca. 800 unbegleitete Minderjährige und ungefähr 18.000 junge Flüchtlinge im Bundesland.

Mit den seit 2007 stark steigenden Zahlen von einreisenden UMF findet eine Überforderung der Jugendhilfe statt. Ein Grund für die Überforderung liegt darin, dass es keine bundes- und landesweit verbindlichen Standards zu Inobhutnahme und Clearing gibt, an denen sich die lokalen Jugendämter orientieren können. Die daraus resultierende Unsicherheit und Unkenntnis in den Jugendämtern, den Jugendhilfeeinrichtungen und auch den Erstaufnahmeeinrichtungen führen nicht selten zu Praktiken, die sich für die Betroffenen sehr nachteilig auswirken und das Kindeswohl gefährden können.
Durch das Inkrafttreten des neuen Vormundschaftsrechtes (z.B. Reduzierung der Mündelzahlen/Vormund) wird die Vermittlung von ehrenamtlichen Vormündern sowie von PatInnen bzw. MentorInnen wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen.
Sind die Aufnahme und die wichtigsten aufenthaltsrechtlichen Vorgänge abgeschlossen, fehlen häufig Unterstützungsleistungen, die die langfristige Integration der UMF in Deutschland bzw. Niedersachsen fördern und Perspektiven schaffen können. Vor allem im Bereich der Bildung und bei der Partizipation an Bildungsangeboten und –leistungen sind fördernde Maßnahmen notwendig, sowohl für UMF als auch für junge Flüchtlinge, die mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen sind.
Um eine nachhaltig wirkende Kommunikations- und Kooperationsstruktur errichten zu können, besteht die Notwendigkeit, existierende Netzwerke mit allen relevanten Akteuren, wie die in der unterstützenden Jugendarbeit tätigen MitarbeiterInnen sowie MitarbeiterInnen von Beratungsstellen und Flüchtlingsorganisationen weiter auszubauen.
Für junge Flüchtlinge, die sich mit ihren Familien in Niedersachsen aufhalten, fehlen in etlichen Regionen des Bundeslandes weiterhin Unterstützungsstrukturen, die für die Entwicklung von Integrations- und längerfristigen Aufenthaltsperspektiven notwendig sind.

Projektziele

1. Verbesserung der Situation der neu eingereisten unbegleiteten Minderjährigen in Niedersachsen bezüglich Inobhutnahme, Clearing und personensorgerechtlicher Vertretung.
2. Stärkung der langfristigen Integrationsperspektiven der unbegleiteten Minderjährigen (Bildung/Ausbildung, Aufenthalt).
3. Auf- und Ausbau von Unterstützungsstrukturen für UMF vor allem durch Vernetzung. Erarbeitung von Leitfäden und Handreichungen bezüglich Inobhutnahme, Clearing, Vormundschaft, Initiierung verbindlicher Standards in der nds. Jugendhilfepraxis.
4. Verbesserung der Situation von jungen Flüchtlingen, die mit ihren Familien eingereist sind, in relevanten Bereichen (Aufenthalt, Schule, Ausbildung, Arbeit, Gesundheit, Familienkonflikte, Peer-Group).

Aktivitäten

1. Beratung und Unterstützung
(Telefon, Post und Mail; persönliche Beratung im Büro; Unterstützung vor Ort sowie persönliche Unterstützung in den LABs Friedland und Braunschweig nach Absprache)
a. von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und jungen Flüchtlingen in Familien
b. von Familienmitgliedern, UnterstützerInnen und Beratungsstellen
c. von MitarbeiternInnen der Jugendämter, Jugendhilfeeinrichtungen, Erstaufnahmestellen
2. Vermittlung von ehrenamtlichen Vormündern, Paten und UnterstützerInnen
– Aufbau eines Pools von ehrenamtlichen Vormündern und Paten
– Vermittlung von ehrenamtlichen Vormündern und Paten
3. Ausbau und Koordination des niedersachsenweiten Netzwerkes AG UMF Niedersachsen.
4. Organisation und Durchführung von Workshops für Flüchtlinge, BeraterInnen, UnterstützerInnen, Vormünder, PatInnen und MultiplikatorInnen.
5. Erstellung und Verteilung von Informationen und Materialien
6. Organisation und Durchführung von Fachtagungen

AnsprechpartnerInnen in Projekt

Edda Rommel, 05121 – 31600, er@nds-fluerat.org
Hans-Georg Hofmeister, 05121 –31600, hh@nds-fluerat.org

 

Weitblick wird gefördert durch                  und    

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2. Integration von jungen Flüchtlingen (beendet)

…mit prekärem Aufenthaltsstatus “ ein kommunales Modellprojekt

Integration von jungen Flüchtlingen (Flyer als PDF)

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Am 01.10.2006 hat die Arbeit des neuen Projektes begonnen, das sich an junge Flüchtlinge (Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre) mit einem prekären Aufenthaltsstatus – vor allem Geduldete – in Stadt und Landkreis Hildesheim richtet. Gefördert wird das dreijährige Vorhaben von Aktion Mensch und Terre des Hommes.
Projektziel ist die Förderung der gesellschaftlichen Integration und Partizipation der Zielgruppe durch vielfältige Maßnahmen. Konkrete Ziele sind:

  • Unterstützung des ßbergangs vor allem der 16- bis 25-Jährigen in Schule, Ausbildung und Beruf;
  • Eröffnung des Zugangs zu Ausbildungs-,Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie zu relevanten Informationen
  • Hilfe bei der ßberwindung von schulischen Problemen (Sprach- und Leistungsproblemen, Verweigerung etc.)
  • Unterstützung bei der Bewältigung individueller Probleme (Gewalterfahrung, Delinquenz, Trauma, Diskriminierung etc.)
  • Verbesserung der bestehenden lokalen Unterstützungspraxis in Stadt und Landkreis Hildesheim.

Unter anderem durch folgende Aktivitäten sollen die Projektziele erreicht werden:

  • Regelmäßige Beratung im Büro des Flüchtlingsrates “ 2 mal wöchentlich; Bearbeitung von telefonischen, postalischen und elektronischen Anfragen;
  • Regelmäßige Beratung der Zielgruppe im Büro des Pro-Aktiv-Centers Hildesheim in Kooperation mit diesem „
  • 1 mal wöchentlich Unterstützungsleistungen vor Ort, die nach Anfrage bzw. Absprache erfolgen. Mögliche Orte der Unterstützung sind Schule, Jugendzentren, Betriebe oder das häusliche Umfeld
  • Stärkung der fachübergreifenden Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren im lokalen Raum durch Vernetzungsaktivitäten;
  • Evaluation und Dokumentation der lokalen Beratungs- und Unterstützungspraxis;
  • Durchführung von Qualifikations- und Fortbildungsveranstaltungen sowie Seminare für Multiplikatoren; Erstellung und Versand von Materialien über Mailinglisten, Postsendungen, Medien und Homepage

Auf der Basis des Vergleichs der Ergebnisse des Modellprojektes mit den Erfahrungen von anderen Projekten in Niedersachsen sollen Handlungsempfehlungen für die Integrationsberatung für junge Flüchtlinge erarbeitet werden. Die Ergebnisse werden in einem Doklumentationsreader veröffentlicht.

Die Angebote richten sich direkt an die jungen Flüchtlinge sowie an alle relevanten Institutionen (Schulen, Jugendzentren etc.), Vereine und Einzelpersonen, die mit diesen arbeiten oder in Kontakt stehen.

Ansprechpartner des Projektes sind:
Edda Rommel (er@nds-fluerat.org) und
Hans-Georg Hofmeister (hh@nds-fluerat.org)
Telefon: 05121/ 31600

Beratungstermine:
Dienstag und Mittwoch: 9.00 – 12.00 Uhr im Büro des Flüchtlingsrates Langer Garten 23 B, 31137 Hildesheim
Donnerstag: 11.00 – 14.00 Uhr im Pro Aktiv Center Hildesheim, Bahnhofstraße 27
Telefonische Anfragen, Terminabsprachen: neben den obigen Terminen auch Montag und Freitag zwischen 9.00 und 12.00 Uhr.

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JumP-Jugendhilfe mit Perspektive (beendet)

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Das neue Kinder- und Jugendprojekt des Flüchtlingsrates Niedersachsen “JumP -Jugendhilfe mit Perspektive” läuft vom 01.02.2010 bis zum 31.01.2012. Das Vorhaben wird wieder durch die “Aktion Mensch” und “terre des hommes” finanziell unterstützt.

Zielgruppe des Projektes sind junge Flüchtlinge ” Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre ” in ganz Niedersachsen, bei denen Jugendhilfe- und weiterer jungendspezifischer Unterstützungsbedarf besteht. Vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Mädchen und junge Frauen sowie straffällige junge Flüchtlinge sollen von den Angeboten profitieren.

Das Projekt bietet jungen Flüchtlingen Beratung und Unterstützung. Dafür stehen ihnen die Projektmitarbeiterinnen an 5 Tagen wöchentlich zur Verfügung. Die Beratung erfolgt i.d.R per Telefon, Mail und Post. Persönliche Beratung im Büro und Unterstützung vor Ort ist in Einzelfällen möglich. Anfragen aus Regionen, in denen funktionierende Unterstützungsstrukturen bestehen, werden nach Möglichkeit an entsprechende lokale Stellen weitervermittelt.

Daneben ist der Aufbau eines niedersachsenweiten Netzwerkes “Jungendhilfe für Flüchtlinge” geplant, Als Kooperationspartner sind verschiedene Institutionen (Jugendämter, Sozialämter etc.), kommunale Arbeitskreise, Fachorganisationen und BeraterInnen (Jugendmigrationsdienste, Präventionsräte, Flüchtlingsberatungsstellen, Straffälligenorganisationen, Frauenorganisationen etc.) sowie ehrenamtliche UnterstützerInnen vorgesehen. Mit der Netzwerkbildung soll die sozialraumnahe Unterstützung der Zielgruppe durch lokale PartnerInnen verbessert und sichergestellt werden.

Als Teilprojekt von JumP hat am 01.06.2010 die Kommunale Beratungsstelle für junge Flüchtlinge – Hannover/ Hildesheim mit ihrer Arbeit begonnen. Dieses Vorhaben, das bis zum 31.05.2011 läuft, wird zusätzlich durch die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt. Die Themenschwerpunkte der Beratungs- und Unterstützungsaktivitäten entsprechen den des gesamten JumP-Projektes. Da das Teilprojekt lokal/kommunal auf Stadt und Landkreis Hildesheim sowie Stadt und Region Hannover ausgerichtet ist, sind die Aktivitäten auf die persönliche Beratung und die Unterstützung vor Ort ausgerichtet.

Flyer JUMP


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