Erschreckende Abschiebung ohne Vorankündigung

Meldung vom Donnerstag den 20.07.2006 - Abgelegt unter: Pressemitteilungen

Brutale Abschiebung im Landkreis Wittmund: // Ausländerbehörde reißt Flüchtlingsfamilie durch Abschiebung auseinander

Mit einer erschreckenden Rücksichtslosigkeit hat der Landkreis Wittmund am 19.07.06 versucht, die seit acht Jahren im Bundesgebiet lebende Flüchtlingsfamilie Mamojan aus Wittmund nach Armenien abzuschieben. Der Zugriff der Behörden erfolgte ohne Ankündigung morgens um 5 Uhr. Dies geschah, obwohl den Behörden bekannt war, dass sowohl die Mutter als auch ihre… zwanzigjährige Tochter psychisch schwer erkrankt sind und sich seit 2002 / 2003 in psychiatrischer Behandlung befinden. Das Ergebnis des von der Wittmunder Ausländerbehörde zu verantwortenden behördlichen Handelns ist erschreckend:

· Die Festnahme löste bei der Mutter einen psychischen Zusammenbruch aus, so dass sie ins Landeskrankenhaus gebracht werden musste.
· Die Tochter wurde erst am Frankfurter Flughafen freigelassen, nachdem das Verwaltungsgericht Oldenburg in einem sofort angestrengten Eilverfahren die Rechtswidrigkeit ihrer Abschiebung festgestellt hatte: Sie durfte nicht von ihrem rechtmäßig in Wittmund lebenden Mann getrennt werden, mit dem sie ein gemeinsames Kind hat und dessen Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist.
· Der Vater und drei minderjährige Kinder wurden dennoch gestern um 15 Uhr nach Armenien abgeschoben

Der Amtsarzt des Landkreises Wittmund hatte zuvor zwar die schwere Erkrankung von Mutter und Tochter bestätigt, gleichwohl aber festgestellt, dass eine „Reisefähigkeit“ vorliege. Diese Diagnose hatte der Amtsarzt getroffen, ohne auch nur mit den Frauen gesprochen zu haben.

Doch selbst wenn eine „Reisefähigkeit“ vorgelegen haben sollte: Was motiviert die Ausländerbehörde, eine Flüchtlingsfamilie in Panik zu versetzen und auseinanderzureißen, obwohl die behandelnde Therapeutin unter Hinweis auf das Bestehen einer akuten Suizidgefahr mehrmals dringend davor warnte? Die Fachärztin nennt das Verhalten des zuständigen Sachbearbeiters der Ausländerbehörde in Bezug auf die Abschiebung unter Verweis auf den Gesundheitszustand der beiden Frauen „unverantwortlich“. Sie beschuldigt ihn, das Leben ihrer Patientinnen vorsätzlich zu gefährden. Warum wurde das Auseinanderreißen der Familie in Kauf genommen, im Hinblick auf die Tochter sogar unter Inkaufnahme eines offensichtlichen Rechtsbruchs? Wie viel gilt der Schutz von Ehe und Familie den Verantwortlichen im Landkreis Wittmund, wenn es um Flüchtlinge geht?

Gez. Sophia Engelberts

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2 Kommentare

  1. Kommentar von: Dzemailovski
    Am 18. September, 2006 um 20:45

    Denn Amtarzt im Arztekammer zu melden der hat seine Eigene Politischeinteresse vetreten öhne Rucksicht auf die Reiseunfähigkeit die Patientin.
    Somit hat durch seine Untersuchungen das Gesundheitzustand gefährdet.Gegen diese Amtarzt muss mann rechtzeitig zu einer Strafanzeiger wegen missbrauch zu verfolgen bevor er bei andere weiter das gleiche macht….
    Driegend

  2. Kommentar von: heidi hilgenstock
    Am 8. Februar, 2007 um 23:48

    wieso ist es in unserer republik möglich, so mit menschen umgehen zu können und vor allem mit kindern, in unserem betont kinderfreundlichen staat! wieso werden nicht die verantwortlichen von kirche und politik involviert, um diesen schändlichen taten einhalt zu gebieten?! ich plädiere für eine breit angelegte unterschriften-kampagne über mail - briefe an alle verantwortlichen unserer gesellschaft (kanzlerin, bp, parteivorsitzende…etc. und kirchen-vertreter) mit dem aufruf, die gesetze dahin gehend zu ändern, dass solche art abschiebung unmöglich ist!

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