[Gazale-Salame] Kirchen für Gazale

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Fre Jan 11 09:11:31 CET 2008


HAZ 10.01.2008
Beide Kirchen setzen sich ein
Kreis Hildesheim

(r). Die Kirchen in Hildesheim ziehen an einem Strang. Sie wollen, dass 
die vor drei Jahren in die Türkei abgeschobene Kurdin Gazale Salame zu 
ihrer Familie nach Deutschland zurückkehren kann. Einen entsprechenden 
Appell richteten der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises 
Hildesheim-Sarstedt, Helmut Aßmann, und der katholische Stadtdechant 
Wolfgang Osthaus jetzt an den niedersächsischen Landtag. Zahlreiche 
Gemeindemitglieder wandten sich zudem mit einer Petition an das Parlament.
Die Theologen erinnern daran, dass die Eheleute im Alter von sechs und 
sieben Jahren nach Deutschland kamen: „Es steht für uns im Vordergrund, 
dass Ahmed Siala und Gazale Salame unbeteiligte, unschuldige Kinder 
waren, als sie mit ihren Familien zu uns flohen, und fast ihr ganzes 
Leben in Deutschland verbracht haben.“ Eine Abschiebung nach 20-jährigem 
Aufenthalt erscheine „unverhältnismäßig und unmenschlich“.
Die Kirchenvertreter betonen auch den grundgesetzlich verankerten Schutz 
von Ehe und Familie. Vor allem Salame trage die Konsequenzen der 
Abschiebung „mit voller Härte“. Die Ärzte hätten bei ihr eine akute 
Depression und Suizidgefährdung diagnostiziert. Auch die Kinder befänden 
sich in psychologischer Behandlung. „Bei Fortdauer der seit fast drei 
Jahren anhaltenden Situation ist zu befürchten, dass die Familie 
zerbricht.“ Osthaus fordert eine andere Umgangskultur mit Migranten. So 
solle unterschieden werden zwischen denen, die hier leben und die 
staatliche Ordnung anerkennen und anderen, die das Gastrecht verletzen. 
„Es muss möglich sein, hier zu differenzieren.“
Datum: 10.01.2008