[Gazale-Salame] Bitte um Spenden für den Flüchtlingsrat
kai weber
kai.weber at nds-fluerat.org
Mit Dez 19 12:03:48 CET 2007
„Jeder Einzelfall zählt“ – Ihre Spende auch
Liebe Freundinnen und Freunde,
auch in diesem Jahr bitten wir um eine kleine Extraspende an den
Flüchtlingsrat Niedersachsen zur Unterstützung unserer Arbeit, vor allem
der stetig wachsenden Einzelfallhilfe; exemplarisch seien dazu ein paar
Beispiele aus diesem Jahr genannt:
Ø Seit fast drei Jahren beschäftigt uns das Schicksal der 24-jährigen
Gazale Salame, die im Februar 2005 schwanger und mit einjähriger Tochter
abgeschoben wurde, als ihr Mann Ahmed Siala die älteren Kinder gerade
zur Schule brachte. Ahmed und Gazale flohen in den 80er Jahren als
kleine Kinder aus dem Libanon, 17 bzw. 22 Jahren verbrachten sie in
Deutschland. Wir wollen die erneute Vertreibung dieser Flüchtlinge aus
Deutschland nicht hinnehmen und streiten vor dem
Bundesverwaltungsgericht um ein Aufenthaltsrecht für Ahmed. Gemeinsam
mit Initiativen kämpfen wir weiterhin für eine Rückkehr von Gazale.
Ø Kurz vor Weihnachten 2006 leitete der Landkreis Hameln-Pyrmont die
Abschiebung der kurdischen Familie Seyyar in die Türkei ein: Obwohl Frau
Seyyar sich aufgrund akuter Suizidalität in der Psychiatrie befand, und
obwohl die Familie die Fristen der Bleiberechtsregelung erfüllte,
leiteten die Behörden die Abschiebung ein und stellten Frau Seyyar vor
die Alternative, sich entweder „freiwillig“ gemeinsam mit ihrer Familie
abschieben zu lassen – oder allein in Deutschland zurück zu bleiben. Der
Flüchtlingsrat hat Familie Seyyar in der Türkei besucht, wo die Familie
unter entsetzlichen Umständen lebt, und ein Gerichtsverfahren zur
Überprüfung der Abschiebung eingeleitet.
Ø Am 28. Mai 2007 konnten wir endlich die Rückkehr der kongolesischen
Kinder Josephat und Priscilla feiern, die bereits im Jahr 2004 mit ihrer
schwangeren Mutter abgeschoben und kurze Zeit später zu Waisen geworden
waren. Der Flüchtlingsrat hat eine Spendenkampagne für die Kinder
organisiert und für die politische und rechtliche Unterstützung gesorgt.
Wir danken allen, die sich mit uns für eine Rückkehr eingesetzt und dazu
bei-getragen haben, dass die Kinder eine Zukunft bekommen.
Leider macht uns auch die am 22. August 2006 in Kraft getretene
gesetzliche Bleiberechtsregelung nicht arbeitslos: Restriktive Vorgaben
der Landesregierung sorgen dafür, dass nur höchstens 20% der langjährig
Geduldeten ein Aufenthaltsrecht erhalten werden. Wir werden die
Umsetzung der Bleiberechtsregelung weiterhin kritisch verfolgen und
dafür kämpfen, dass sie in Niedersachsen nicht vollends unterlaufen wird.
Zu befürchten ist, dass diejenigen Flüchtlinge, die nicht unter die
Bleiberechtsregelung fallen, in Zukunft besonders unter Druck gesetzt
werden, Deutschland zu verlassen. Besonders wichtig ist uns deshalb das
Eintreten für eine Sozialpolitik, die sich nicht in den Dienst
ordnungspolitischer Zielvorstellungen stellen lässt. Die Annahme, dass
Flüchtlinge sich durch eine diskriminierende Behandlung von einer Flucht
nach Deutschland abschrecken ließen, ist falsch und absurd: Wenn ein
Flüchtling überhaupt die Wahl hat, sucht er sich das Land, in dem er
Familienangehörige vermutet und das ihm hinreichende Sicherheit bietet.
Es ist ein Skandal, dass Flüchtlingen nach wie vor das Recht auf Arbeit,
auf Bewegungsfreiheit und auf gleiche Sozialleistungen über Jahre
vorenthalten wird. Unsere Projektarbeit zur besseren Integration von
Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt hat sicher mit dazu beigetragen, dass
das Arbeitserlaubnisrecht für Geduldete etwas verbessert wurde (Wegfall
der „Vorrangprüfung“ nach vier Jahren). Dabei darf es aber nicht bleiben!
Wir hoffen, auch zukünftig auf Sie rechnen zu können, wenn die
Menschenwürde von Flüchtlingen verletzt wird. Bitte helfen Sie mit Ihrer
Spende, dass der Flüchtlingsrat Niedersachsen seine Arbeit mit aller
Entschiedenheit und Stärke führen kann; denn eines ist sicher:
Niedersachsen hat eine bessere, eine humane Flüchtlingspolitik verdient!
Mit den besten Wünschen für das Neue Jahr,
herzliche Grüße
Norbert Grehl-Schmitt
Förderverein Nds. Flüchtlingsrat e.V.
- Vorstand -
PS: Spenden an den Flüchtlingsrat sind steuerlich absetzbar. Die
Kontoverbindung lautet:
Flüchtlingsrat Niedersachsen
Konto 8402 306
BLZ 250 100 30
Postbank Hannover
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