8.2 Wohnen, Umziehen und Reisen

Wohnen

Eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18a AufenthG erhalten Sie nur, wenn Sie ausreichenden Wohnraum haben.522

Wohnsitzauflage

Theoretisch ist es zwar möglich, dass Ihre Aufenthaltserlaubnis mit einer Wohnsitzauflage versehen ist,523 wie “Die Wohnsitznahme ist auf das Land Niedersachsen beschränkt.” oder „Die Wohnsitznahme ist auf die Stadt X. beschränkt“. So lange dieser Satz in Ihrer Aufenthaltserlaubnis steht, dürfen Sie nicht in ein anderes Bundesland bzw. in eine andere Stadt umziehen.

Das wesentliche Ziel von Wohnsitzauflagen ist es, eine überdurchschnittlich finanzielle Belastung einzelner

Länder und Gemeinden zu vermeiden.524 Da Sie eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18a AufenthG nur erhalten, wenn Sie Ihren Lebensunterhalt eigenständig sichern,525 spielt das in Ihrem Fall keine Rolle und ist daher davon auszugehen, dass keine Wohnsitzauflage vermerkt wird.

Reisen und Umziehen

Innerhalb Deutschlands dürfen Sie sich frei bewegen.

Sie können nur in und durch die Europäische Union reisen, sofern Sie bestimmte Einreisebedingungen erfüllen. So müssen Sie unter anderem im Besitz eines gültigen Reisedokuments oder, wenn gefordert, eines Visums sein. In der EU dürfen Sie sich dann für drei Monate – jeweils innerhalb einer Frist von sechs Monaten – ohne einen speziellen Aufenthaltstitel aufhalten, allerdings nur, wenn Sie dort keine Arbeit aufnehmen.

Ein Umzug ist schwierig: Grundsätzlich müssen Sie in Deutschland leben, weil nur hier ihre Aufenthaltserlaubnis gilt. Im Einzelfall kann aber ein anderer Staat aus besonderen Gründen (zum Beispiel Heirat mit einem Staatsangehörigen dieses Staates) einen Umzug zulassen.

Entscheidend sind also immer die jeweiligen Einreisebestimmungen des Landes, in welches Sie reisen oder umziehen wollen.

  • Wenn Sie reisen oder umziehen wollen, erkundigen Sie sich im Einzelfall bei der Botschaft des betreffenden Landes über die genauen Bedingungen (Visumspflicht, Einwanderungsmöglichkeiten und anderes) und wenden Sie sich bei besonderen Problemen (zum Beispiel Familienzusammenführung) an einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin. Botschafts- und Konsulatsadressen in Deutschland sowie weitere Informationen zu den Staaten erhalten Sie im Internet beim Auswärtigen Amt: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/LaenderReiseinformationen_node.html

 

522 § 18a Abs. 1 Nr. 2 AufenthG.

523 § 12 Abs. 2 AufenthG.

524 AVwV 12.2.5.2.1.

525 § 5 Abs. 1 Nr. 1, AVwV 18a.3.


Der Flüchtlingsrat Niedersachsen ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen. Unterstützen Sie uns: - Konto 4030 460 700 - GLS Gemeinschaftsbank eG - BLZ 430 609 67 - IBAN DE28 4306 0967 4030 4607 00 - BIC GENODEM1GLS - Zweck: Spende, oder werden Sie Fördermitglied im Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.! Spenden an den Flüchtlingsrat sind steuerlich absetzbar.