Wer wir sind
In Niedersachsen leben ungefähr 100.000 Flüchtlinge. Geflohen vor Gewalt und Verfolgung, treffen sie hier auf eine Politik, die Flüchtlinge nicht willkommen heißt: Sie dürfen sich ihren Wohnsitz nicht aussuchen, leben oft in Lagern und unterliegen einem weitgehenden Arbeitsverbot. Sie erhalten eingeschränkte Sozialleistungen, die in Niedersachsen zur Abschreckung in Form von Gutscheinen gewährt werden. Den Landkreis dürfen sie nicht ohne Genehmigung verlassen. Trotz schwerwiegender Fluchtgründe wird ihnen der Flüchtlingsstatus oftmals verweigert.
Gegen diese Ausgrenzungspolitik stellt sich der Flüchtlingsrat
Der Flüchtlingsrat Niedersachsen wurde 1984 gegründet und ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Er versteht sich als ein unabhängiges Netzwerk von rund 500 Flüchtlingsinitiativen, Kirchengemeinden, Gewerkschaften und Einzelpersonen, die mit der vorherrschenden Diskriminierung von Flüchtlingen in Niedersachsen nicht einverstanden sind.
Dieses Netz ist die Basis für die Bekämpfung von Rassismus in Niedersachsen.
Der Flüchtlingsrat Niedersachsen beteiligt sich als Mitglied von PRO ASYL aktiv an der Koordination und Kommunikation auf Bundesebene und steht in engem Kontakt zu Schwesterorganisationen in Europäischen Nachbarländern.
Unsere Aufgabengebiete
- Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für Flüchtlinge
- Weiterbildung: Seminare und Fachtagungen
- Rechtshilfe in ausgewählten Einzelfällen
- Herausgabe der Zeitschrift für Flüchtlingspolitik “FLÜCHTLINGSRAT”
- Durchführung von Flüchtlingshilfe-Projekten
- Koordination der Flüchtlingsarbeit in Niedersachsen
- Fachliche Beratung
- Gremienarbeit in:
- Ausländerkommission des Nds. Landtags
- Landesarmutskonferenz
Durch gezielte Projekte versucht der Flüchtlingsrat, die Lebenssituation von Flüchtlingen in Niedersachsen konkret zu verbessern. Wir wollen nicht nur den oft diskriminierenden Umgang mit Flüchtlingen kritisieren, sondern auch eingreifen und verändern. Projektarbeit ist immer zeitlich begrenzt und insofern Wandlungen unterworfen.
Schwerpunktthemen der Projektarbeit sind z. B.:
- Flucht und Gesundheit
- Kinderflüchtlinge
- Arbeitsmarktzugang
- (Anti-) Diskriminierung
- Bleiberecht für Geduldete
- Vernetzung der Flüchtlingshilfe
Selbstdarstellung in englischer Sprache
Rechenschaftsbericht Jahreshauptversammlung am 05.04.2008 in Hannover
Anliegend der Geschäftsbericht des Vorstands, vorgetragen auf der Mitgliederversammlung am 05.04.2008.
Unter anderem mit folgenden Themen:
Politische Rahmenbedingungen
Bestandsaufnahme
Asylanträge
Anerkennungspraxis des Bundesamts
Widerrufsverfahren
Restriktive Umsetzung des Aufenthaltsgesetzes und Abschiebungspraxis
Bleiberechtsregelung für Geduldete
Gesetzliche Änderung des Zuwanderungsgesetzes
Inakzeptable soziale Lebenssituation
Unterbringung in Lagern
Jahresrückblick
Perspektiven
Erinnerung an Dr. Matthias Lange
Wir möchten an dieser Stelle erinnern an Dr. Matthias Lange, der am 19.06.2006 überraschend im Alter von 56 Jahren starb. Matthias war viele Jahre Vorsitzender des Niedersächsischen Flüchtlingsrats und Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft PRO ASYL. Er trat beharrlich und leidenschaftlich für die Rechte von Flüchtlingen und Menschen ohne Aufenthaltsstatus ein. Wir haben einen Freund, einen Weggefährten und einen klugen Vordenker der Bundes-deutschen Asylbewegung verloren, den wir schmerzlich vermissen

