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	<title>Kommentare zu: Einb&#252;rgerung Kosovo</title>
	<link>http://www.nds-fluerat.org/aktuelles/einbuergerung-kosovo/</link>
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	<pubDate>Fri, 16 May 2008 22:39:35 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Fred Hullerum</title>
		<link>http://www.nds-fluerat.org/aktuelles/einbuergerung-kosovo/#comment-1843</link>
		<dc:creator>Fred Hullerum</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2008 06:38:19 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.nds-fluerat.org/aktuelles/einbuergerung-kosovo/#comment-1843</guid>
		<description>Meinen Kommentaren zu den genannten Erlassen will ich einen Text hinzuf&#252;gen, den ich als Leserbrief an den SPIEGEL geschickt habe, der (wie &#252;blich) nicht ver&#246;ffentlicht worden ist:


Leserbrief zu SPIEGEL Heft 3/2008 Seite 101
"Schlimme Entscheidung"
Interview mit dem "serbischen Au&#223;enminister" Vuk Jeremic

Auch wenn der SPIEGEL durch eine au&#223;erordentlich behutsame Befragung sich m&#252;ht, beim Publikum Mitleidsgef&#252;hle mit "Serbien" und seinem liebensw&#252;rdigen "Au&#223;enminister" zu erzeugen: Ich habe kein Gramm Mitleid mit diesem "Serbien" und seinem "Au&#223;enminister". Dieser Mann mag zwar fr&#252;her in der Opposition gearbeitet haben; er hat seinen heutigen Posten allerdings allein Miloševic zu verdanken; er verwaltet und genie&#223;t das - katastrophale -  RECHTLICHE Erbe des gescheiterten Miloševic-Putsches vom 23.03.1989 gegen die serbische Verfassung.

Dieses rechtliche Erbe des Putsches vom 23.03.1989 (die Nichtigkeit aller serbischen Gesetze seitdem) ist bislang nicht aus der Welt, sondern Grund daf&#252;r, da&#223; eine &#252;berw&#228;ltigende Mehrheit der Staaten die AMPUTATION des Kosovo aus dem Staatsgebiet der "Sozialistischen Republik Serbien" begr&#252;&#223;en. Sie begr&#252;&#223;en es, damit endlich die SERBISCHE VERFASSUNGSKRISE ein Ende findet, damit die bislang rechtlich noch fortbestehende "Sozialistische Republik Serbien" ordentlich begraben werden kann und damit die neue "Republik Serbien" - ohne offene Wunde und rechtlich handlungsf&#228;hig - mit ihrem neuen Namen Teil der Europ&#228;ischen Union werden kann.

Der deutsche Au&#223;enminister Steinmeier wei&#223; um die serbische Verfassungskrise. Als er noch Kanzleramtsminister war, hat er Ibrahim Rugova empfangen und von ihm die n&#246;tigen Rechtstatsachen erfahren. Steinmeier wei&#223; auch, da&#223; die UN-Verwaltung im Kosovo als Folge der serbischen Verfassungskrise konsequent keine serbischen Gesetze anwendet, die nach dem Miloševic-Putsch entstanden sind (UNMIK Regulation 1999-24).

Steinmeier kennt als staatsrechtlich in Gie&#223;en ausgebildeter Jurist die innerserbische Rechtslage auch deshalb, weil er in die mit den USA gef&#252;hrte Diskussion um den Kosovo-Krieg von 1999 eingebunden war. An diese Diskussion erinnert sich der damalige Pr&#228;sident Bill Clinton in seinen Memoiren so: "Die Vereinigten Staaten und die NATO wollten dem Kosovo die politische Autonomie zur&#252;ckgeben, die die Provinz zwischen 1974 und 1989 genossen hat..." Es ging mit dem Krieg von 1999 also nicht darum, einen Diktator zu st&#252;rzen, sondern darum, sich in die schwelende innerserbische Verfassungskrise einzumischen und die R&#252;ckkehr zur Verfassung von 1974 zu erm&#246;glichen; das verkennt der "serbische Au&#223;enminister" grandios.

Die Verhandlungen &#252;ber den Status des Kosovo nach dem Krieg sind an den Belgrad-Serben gescheitert. Diese wollen zur Verfassung von 1974 nicht zur&#252;ck, weil sie (aus guten politischen Gr&#252;nden) das dort geregelte VETO-RECHT der Provinz Kosovo gegen alle serbischen Gesetze f&#252;rchten. Auf ein "Weniger" als eine R&#252;ckkehr zur Verfassung von 1974 wollen sich die Kosovaren nicht zur&#252;ckdr&#228;ngen lassen. Also gibt es keinen anderen Ausweg als die Unabh&#228;ngigkeit des Kosovo. Das hat Athissaari zutreffend erkannt.

Den gr&#246;&#223;ten rechtlichen Vorteil der Unabh&#228;ngigkeit des Kosovo - trotz aller Krokodilstr&#228;nen - werden die Belgrad-Serben haben, weil die Legalit&#228;t und Legitimit&#228;t ihrer seit 1989 gebauten "kleinserbischen" Rechtsordnung k&#252;nftig keiner Kritik mehr ausgesetzt sein wird.

R&#252;ckblickend wird man sagen k&#246;nnen: Der Kosovo-Krieg war die notwendige Voraussetzung der Einbindung des westlichen Balkan in friedliche europ&#228;ische Strukturen. Daf&#252;r hat sich der Krieg wahrlich gelohnt. Das wu&#223;te der gro&#223;e Europ&#228;er und damalige deutsche Au&#223;enminister Fischer schon 1999, auch wenn er dies den gr&#252;nen Parteitagsmitgliedern, die damals aus humanit&#228;ren Gr&#252;nden f&#252;r den Kosovo-Krieg gestimmt haben, verschwiegen hat. 

L&#252;neburg, den 17.01.2008

Fred-J&#252;rgen Hullerum
Rechtsanwalt</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Meinen Kommentaren zu den genannten Erlassen will ich einen Text hinzuf&#252;gen, den ich als Leserbrief an den SPIEGEL geschickt habe, der (wie &#252;blich) nicht ver&#246;ffentlicht worden ist:</p>
<p>Leserbrief zu SPIEGEL Heft 3/2008 Seite 101<br />
&#8220;Schlimme Entscheidung&#8221;<br />
Interview mit dem &#8220;serbischen Au&#223;enminister&#8221; Vuk Jeremic</p>
<p>Auch wenn der SPIEGEL durch eine au&#223;erordentlich behutsame Befragung sich m&#252;ht, beim Publikum Mitleidsgef&#252;hle mit &#8220;Serbien&#8221; und seinem liebensw&#252;rdigen &#8220;Au&#223;enminister&#8221; zu erzeugen: Ich habe kein Gramm Mitleid mit diesem &#8220;Serbien&#8221; und seinem &#8220;Au&#223;enminister&#8221;. Dieser Mann mag zwar fr&#252;her in der Opposition gearbeitet haben; er hat seinen heutigen Posten allerdings allein Miloševic zu verdanken; er verwaltet und genie&#223;t das - katastrophale -  RECHTLICHE Erbe des gescheiterten Miloševic-Putsches vom 23.03.1989 gegen die serbische Verfassung.</p>
<p>Dieses rechtliche Erbe des Putsches vom 23.03.1989 (die Nichtigkeit aller serbischen Gesetze seitdem) ist bislang nicht aus der Welt, sondern Grund daf&#252;r, da&#223; eine &#252;berw&#228;ltigende Mehrheit der Staaten die AMPUTATION des Kosovo aus dem Staatsgebiet der &#8220;Sozialistischen Republik Serbien&#8221; begr&#252;&#223;en. Sie begr&#252;&#223;en es, damit endlich die SERBISCHE VERFASSUNGSKRISE ein Ende findet, damit die bislang rechtlich noch fortbestehende &#8220;Sozialistische Republik Serbien&#8221; ordentlich begraben werden kann und damit die neue &#8220;Republik Serbien&#8221; - ohne offene Wunde und rechtlich handlungsf&#228;hig - mit ihrem neuen Namen Teil der Europ&#228;ischen Union werden kann.</p>
<p>Der deutsche Au&#223;enminister Steinmeier wei&#223; um die serbische Verfassungskrise. Als er noch Kanzleramtsminister war, hat er Ibrahim Rugova empfangen und von ihm die n&#246;tigen Rechtstatsachen erfahren. Steinmeier wei&#223; auch, da&#223; die UN-Verwaltung im Kosovo als Folge der serbischen Verfassungskrise konsequent keine serbischen Gesetze anwendet, die nach dem Miloševic-Putsch entstanden sind (UNMIK Regulation 1999-24).</p>
<p>Steinmeier kennt als staatsrechtlich in Gie&#223;en ausgebildeter Jurist die innerserbische Rechtslage auch deshalb, weil er in die mit den USA gef&#252;hrte Diskussion um den Kosovo-Krieg von 1999 eingebunden war. An diese Diskussion erinnert sich der damalige Pr&#228;sident Bill Clinton in seinen Memoiren so: &#8220;Die Vereinigten Staaten und die NATO wollten dem Kosovo die politische Autonomie zur&#252;ckgeben, die die Provinz zwischen 1974 und 1989 genossen hat&#8230;&#8221; Es ging mit dem Krieg von 1999 also nicht darum, einen Diktator zu st&#252;rzen, sondern darum, sich in die schwelende innerserbische Verfassungskrise einzumischen und die R&#252;ckkehr zur Verfassung von 1974 zu erm&#246;glichen; das verkennt der &#8220;serbische Au&#223;enminister&#8221; grandios.</p>
<p>Die Verhandlungen &#252;ber den Status des Kosovo nach dem Krieg sind an den Belgrad-Serben gescheitert. Diese wollen zur Verfassung von 1974 nicht zur&#252;ck, weil sie (aus guten politischen Gr&#252;nden) das dort geregelte VETO-RECHT der Provinz Kosovo gegen alle serbischen Gesetze f&#252;rchten. Auf ein &#8220;Weniger&#8221; als eine R&#252;ckkehr zur Verfassung von 1974 wollen sich die Kosovaren nicht zur&#252;ckdr&#228;ngen lassen. Also gibt es keinen anderen Ausweg als die Unabh&#228;ngigkeit des Kosovo. Das hat Athissaari zutreffend erkannt.</p>
<p>Den gr&#246;&#223;ten rechtlichen Vorteil der Unabh&#228;ngigkeit des Kosovo - trotz aller Krokodilstr&#228;nen - werden die Belgrad-Serben haben, weil die Legalit&#228;t und Legitimit&#228;t ihrer seit 1989 gebauten &#8220;kleinserbischen&#8221; Rechtsordnung k&#252;nftig keiner Kritik mehr ausgesetzt sein wird.</p>
<p>R&#252;ckblickend wird man sagen k&#246;nnen: Der Kosovo-Krieg war die notwendige Voraussetzung der Einbindung des westlichen Balkan in friedliche europ&#228;ische Strukturen. Daf&#252;r hat sich der Krieg wahrlich gelohnt. Das wu&#223;te der gro&#223;e Europ&#228;er und damalige deutsche Au&#223;enminister Fischer schon 1999, auch wenn er dies den gr&#252;nen Parteitagsmitgliedern, die damals aus humanit&#228;ren Gr&#252;nden f&#252;r den Kosovo-Krieg gestimmt haben, verschwiegen hat. </p>
<p>L&#252;neburg, den 17.01.2008</p>
<p>Fred-J&#252;rgen Hullerum<br />
Rechtsanwalt</p>
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