PROTESTBRIEF/HILFERUF/APPELL für Familie Keqaj in Bramsche

Abschiebungsandrohung zu Weihnachten und Abschiebung am 4.01 2012 ?

In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar soll die sechsköpfige Familie Keqaj um 2 Uhr nachts in den Kosovo abgeschoben werden. Seit fast 2 Jahren leben sie in Lagern des Landes Niedersachsen. Derzeit wohnen sie im Lager Bramsche in einem Raum mit sechs Personen. Zwei der Kinder waren oder sind in ärztlicher Behandlung. Die Mutter leidet an Atemwegsproblemen. Die siebenjährige Tochter war bei verschiedenen Ärzten auf Grund eines Herzfehlers.

Das niedersächsische Innenministerium hält dennoch an der Abschiebung fest: Da kein struktureller Herzfehler vorliegt, sei das Kind “uneingeschränkt auf dem Land- und dem Luftweg reisefähig”, würde also – frei übersetzt – den Flug überleben. Wieweit das Kind im Kosovo eine adäquate Behandlung erhalten kann, interessiert das niedersächsische Innenministerium nicht mehr. Auch der zehnjährige Sohn ist krank. Er leidet unter schweren Migräneattacken mit teilweise Erbrechen. Die Ärzte des christlichen Kinderhospitals Osnabrück konnten die Ursache bisher noch nicht feststellen. Ein weiterer Untersuchungstermin wurde für den 21. Februar 2012 festgelegt – das könnte für den kleinen Jungen zu spät sein.

Die Lage im Kosovo ist bekannt – insbesondere in den Wintermonaten. Einige Bundesländer haben deshalb einen Abschiebestopp erlassen. Es eilt: Der Flüchtlingsrat unterstützt den Aufruf der Flüchtlinge zu Protesten gegen die drohende Abschiebung vor Ort in Bramsche am 4. Januar! Wir fordern, dass das Innenministerium dem Beispiel der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und NRW folgt und für kosovarische Flüchtlinge einen Abschiebungsstopp – jedenfalls über den Winter – verhängt. Darüber hinaus fordern wir das niedersächsische Innenministerium und den LK Osnabrück auf, ihrer Verantwortung für die Kinder gerecht zu werden und im Hinblick auf die ungeklärte ärztliche Versorgung und Behandlung der Kinder im Kosovo die Abschiebung sofort auszusetzen!

gez. Kai Weber

siehe auch HAZ-Bericht vom 3.1.2011


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1 Kommentare

  1. Susanne Klein am

    Ich bitte dringend darum die Abschiebung der Familie zurückzunehmen und der Familie, insbesondere den Kindern die medizinische Versorgung zukommen zu lassen die allerdringenst benötigt wird. Es geht hier nicht nur um Menschenrecht sondern um die moralische Pflicht unserer Gesellschaft Menschen die aus Krieg und Not fliehen, zu helfen, dafür bezahle ich sehr gerne Steuern! Mit freundlichen Grüßen

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