Gerichtliches Nachspiel zum Suizid in Abschiebungshaft
Wir erinnern an Mustafa Alcali, der sich am 27.06.2007 in der Justizvollzugsanstalt Preungesheim / Frankfurt am Main in der Abschiebehaft das Leben genommen hat. Er erhängte sich an seinem T-Shirt. Dafür muss sich der pensionierte Facharzt für Psychiatrie (Dr. Heinrich W.) vor dem Frankfurter Amtsgericht verantworten. Auf der Grundlage eines einzelnen diagnostischen Gesprächs bestritt er nicht nur die Suizidgefahr, sondern stellte in seinem Gutachten zur “Reisefähigkeit” eine psychische Erkrankung Mustafa Alcali generell in Abrede.
Mit den ßrzten, die Mustafa Alcali in Hanau wochenlang behandelt hatten, nahm der Psychiater keinen Kontakt auf. Das Gutachten führte dazu, dass Mustafa Alcali am 22.06.2007 zur Vollstreckung der Abschiebung in die Justizvollzugsanstalt Frankfurt gebracht wurde. Dort nahm er sich am 27.06.2007 das Leben.
Presseschau
- [19.08.09] Freispruch für Abschiebungsarzt Dr. Heinrich W. – Interview Hessischer Flüchtlingsrat (junge Welt)
- [14.08.09] Tod eines Flüchtlings – Freispruch für Psychiater (Frankfurter Rundschau)
- [24.07.09] Prozess gegen Abschiebearzt vor dem Amtsgericht Frankfurt (PRO ASYL)
- [23.07.09] Anklage wegen fahrlässiger Tötung – Selbstmord eines Abschiebeflüchtlings (Frankfurter Rundschau)
- [23.07.09] Nach Selbstmord – Gutachter weist Verantwortung zurück (Hessischer Rundfunk)
- [23.07.09] Angeklagter Psychiater verteidigt vor Gericht Diagnose (ddp)
- [21.07.09] Gerichtliches Nachspiel zu einem Suizid in Abschiebungshaft (PRO ASYL)
- [20.07.09] Abschiebehäftling – Suizid in der Zelle (FAZ)
- [30.09.07] Wenn Flüchtlinge in Deutschland sterben… (Telepolis)
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- Freispruch für Abschiebungsarzt Dr. Heinrich W. - Interview Hessischer Flüchtlingsrat « Flüchtlingsrat Niedersachsen am 24. August 2009

